Granat
die Gräslein kiesiger Lande» durchstreich'»,so geschiehet solches im Otto! er und Novem-ber; Mitten im Monat Ja,luario a er koni-tnen sie mitso grossen Haussen wieder zurücke,als sie im Oktober und November durchge-strichen sind, bis sie im Feliru rio ihren Wieder-Strich beschüesse». In der Freyheit besiehet ihre Nahrung in Erlen - und allerhandanderm Bauin - Saamen, im Vogelbaueraber laßen sie sich gar leicht mit gedrucktemHauff, oder weil sie bey diesem Futter zu settwerden, mit Lein-Dotter und Rübe-Saatlange Zeit erhalte», doch behalten sie ihreSchönheit nicht, denn da sie anfänglich ausdie Art/ wie die Hänflings an der Brust undam Kopff vottreflich roth sind, werden sie inZeit von einem Merkel-Jahr, auch ehe sie sichvermauset, gantz abfärbig; dahero, und weilsie überdiS schon gedachter mästen, keinen Ge-sang haben, selten lana in den Vogelbauernernähret, sondern meistenthcüs, wenn mansiehet, daß sie die schöne Farbe veriohren,wieder ausgelassen werden.
Gran, ist nach dem Apothecker-Gewichte,der zaautziaste Theil eines Scruxels, und dersechzigste Theil eines Drachma oder Qvint-ieins.
Granadille, siehe Paßions-Blume.
S" n.'.r, Granat Apffel, ist die Fruchtdes Grausten-Baums, der zwar ein auo-iandiiches Gewächse, wird aber doch, umseiner angenehmen Blüthe willen, heut zuTage in vielen deutschen Garten gezogen.Man hat dessen zweverley Gattungen,' zahmeund wilde. Die Blätter des zahmen Gr.v»at-Baums kommen denen Blattern desOel-Baums oder Myrthen-Baums gleich,sind «her nicht so spitzig als diese, sondernjtumff, schmal, dick und glantzend, habeneme vollkommen schöne grüne Farbe, sindmit rothen Aedeplein durchzogen, und han-gen an rothen Stielen, fallen aber gegenWinters ab. Die Aeste und Zweige sindstachlicht, rölhlichrer Farbe, und lasten sichleichtlich biegen. Die Blüthe istaan» licht-roth, und bestehet aus fünff länglichtcn Blat-tern, Die gedachte Frucht, welche aus die-ser Blutke wachset, ist groß, und aleich ei-nen, Avssel rund, hat eine dicke, anfaiialichgkliue und nachgehends rothlrch-braune, in-wendig aber gelbe Schale, welche mit einergrosse» Menge rother, eckigter und safftigerharter Kornlein qngefüllek, diese aver durcheine sehr zarte Haut von einander unterschie-den sind. Die Granat-Aenffel werden, al-lein ihrem Geschmack nach, in dreyerle» Ge-schlechte oder Arten abgetheilet, iiemlich inhio susscn, sauren und wen, - saurigen.Die süssrn Granat - Aepssek stärcken dasHertz und bekommen auch der Brust wohl;Hie sWren kühlen und halten an, stockenauch den Mgaen und Axxetit, gleich denenCitronen und Limonien; die XVein-sauriizenerfrischen vor ander« in hitzigen Fiebern, undMrckeii das Hertz, weswegen denn auch derdekgnittß Granaten -Wein mehrentheiis ausdiüftq lZWresstt/ und zu ehen dem Gebr «uch
aufgehoben wird: Wiewohl auch von denenändernder Safft al>vgexrestet und zu uns °e'bracht wird, desten QvalitKten -Ml der Fruchtftlbsten überein komni.n. Die >?ch»!en >./ndieser frucht, weiche man in Officmeii füh-ret, fthen äusterlich rauh und wie alle« Le-der, inwendig aber bleich-gelb, und kom-men an ihrer Kr fft amtlich mir deneii G,ll-Aepffeln überein, so gar, d-zß man auch Aisdeuenselben mit dem Vitriol eiue schirar«eDinke machen kan; wegen ihrer sehr zv>Mmeii tiedenden Eigenschaffr werden sicivaucnBauch-Flnsten und Blut - Stüttmiqeii wtgrossem Nutzen gebrauchet. Die GranM-Baume, welche bey uns wohl Blüthen, «derkeine Früchte tragen, erfordern ein scha-les Erdreich, welches zur Helffte aus MWverfaultem Miste, und zur Helffte aus frisch»durchgeworffener Erde bestehe»! auch vsslasum den Baum herum mit einem klemiiH.md - Spädlein aufgegraben werden niuiiMit solchen macht man den Anfang von, Mo-nat April, wenn es nemlich warm zu MMbeginnt. Sie werden am besten und sichei-sten durch die junge Brüt sortacfiantzet, M»zwar folgender Gestalt: Man sscht imiilichim Frühling diejenige Nebeii - SchvßiMvon den^n man vermuthet, daß sie sch»n ih-re besondere Wurtzein haben, von dem allciiBaum ab, sexet sie zusammen in einen Msten, bis sie etwas erstarcket und im WMsind, einzeln in absonderliche Geschirre »wseket und vertheilet zu werden. DieBezichsung ist ihiieii den Sommer über sehr ilkhiz,und kan denen in Kübeln und Geschirren sie-henden damit nicht so leicht zu viel geschehe»!un Winter aber darff man ihnen weder mitWasser noch mit Schnee zu nahe kmim»,foiist würden sie gleich verderben: Denn !>esind eines von denen Gewächse», soMkei»«Kälte leiden können; derowegen muß m«!sie im Gewächs oder Vvinter- Hause tMOfen ani nahesten setzen. Wenn sie im Wach-sen still zu stehen beginnen, und keine ne»«Schosse niehr treiben, so ist es ein Zeiche»,daß sie zu viel Wnrpeln haben, und die Ge-käste ihnen zu enge werden; dahero muß iMiisi« in dem nächsten Frühling auSheben, mauswendigen überflü'iaen Wurkelli h>»^schneiden, hierauf in die mit guter Erde W><angefüllte Geschirre festen, und etliche?»in Schatten stellen. Wenn eichene Aschigrer das Erdreich vermenget wird, soll soMsehr viel zu Beschlennigung und VcrmclMder Blüthe dieser Bäume contnbmmi !wohl andere mehr auf den Knh -Mistten, nächst weichem sie auch denPferd-und Menschen-Mist wohl vcrlnMkönnen, Die Granat - Aepffel »luß ma"- ?sie reif werden, auf de« Bäumen wohl u«'gen lassen, sonst schimmeln und verderben >><Wenn man sie an der Sonne wohl aukw''net, hernach in ein irdenes Geschirrund solches wohl verlutirt, daß keinehinein kommen mag, so halte» sielange, doch muß man dabey fleißig innehmen, daß, wenn m«n sie vnhtt