?6? Glucke
Glücks-Händgen Gnaden-Jagd
angenehm macht. Die vierte und kleine ge-füllte Gattung hat bald eine, bald zwey ReihenMatter, in deren Mitten ein Becher,so mit an-dern Blattern aefüllet, sich befindet, welchessehr wohl anzusehen ist. Diese Blumen er-fordern insaesamr einen warmen Ort, wo dieSonne wohl hiitlcheinen kan, und müssenin solche« Erdreich, wie man zu den Küchen-Kräutern braucht, nur vier qver Finger tieff,Lnd eine halbe Spanne weit von einander qe-sekct werden. Alle drey Jahr kan man sieousnekmen, und die janqe Brüt davon ab-lösen und absondern. Weil auch das vieleWasser und der Scl>n«e ihnen leicht schädlichist, so muß man die Knopffe mit Karken-N-,xier, oder sonst mit etwas leichtes über-ziehen und be^cken, auch rarneben im De-giesseN sich wohl in Ächt Nehmen.
Glucke, Glück-Henne/ beißet eine alteHenne, w-'lche, wenn sie «ebruret und ihreKüchlein si'hret, eine neue alnchzende Stim-me annimmt, und dieselben damit locket.Won diesem Gluchzen wird sie eine Gluck-Henne genennet.
Glück, Heisset entweder derjenige Zustanddes zeitlichen Lebens, da man Gutes undWohl gemesset, man mag nächst der gottli-chen Vorsehung und Hülse die Art und Wei-se, ingleichen die Mittel desselben wisten,in seiner Hand und Macht haben, und denZusammenhang eines solchen guten Zustan-des oder Fortganges zu einem vollkonimenernZustande, darinne man sich überhaupt oder,n einem oder einigen Stucken desselben befin-det, imit denen Umjiänden einsehe», oderaber nicht einsehen können, dazu nichts oderwenig mit seinen innern oder äusserlichenKrässten beytragen. Oder es wird insonder-heit und eigentlich der Genuß eines zeitli-chen Gutes, sonderlich aber des Vermozens,des Ehrenstandes und des Vergnügens da-durch verstanden, dazu wir durch uns verbor-gene Wege und Regierung Gottes, ohne daßwir den Zusammenhang der Mittel wissen,oder diese selbst hätten, gelangen- Oderman verstehet endlich durch das Wort entwe-der die ordentliche oder eben iefttgedachteausserordentliche und verborgene VorsehungGottes selbst. Das ist der Begriff, den christ»liche Hauswirte vom Glücke haben, und sichdeswegen der Heydnischen Gedancken undReden von einer blinden Göttin des Glücksenthalten, vielweniger aber auf die abergläu-bischen Glücks-Mittel, oder ein günstig Glückzu erlangen, in ihrer Nahrung fallen sollenDas eintzige Mittel zum ordentlichen Glückist beten, arbeiten und an Gott wahrhafftigglauben. Ausserordentliches Glück müssenwir ausGottes Weisheit und Liebe, wenn ers zuunserm ewigen und zeitlichen Besten vor gutbefindet, ankommen lassen, und ihm sonder-lich in solchen Umständen zutrauen, wor-jnne jene Mittel allein, sonderlich aber un-sere Arbeit gar nichts dazu helssen, und wirdoch gleichwohl eine gewisse Sache schlech-MdilMs li»th>s Wen- Myelin ist es in
dieser Cinschrenckung vergönnet, etwas aus d»ausserordentliche^ und verborgene Hülsetes oder das Gluck zu wagen. Denn das iiider in wirtschasstlichen Geschäfften offt nöti-ge, weise und zugelasseneders verfährt, ja wohl gar in bösen Zwecke«aus ttsizrd oder auf gut Glück beydmscherWeise waget, der begehet einen blinden un»thörichten versündiget sich, ,st^.
wogen, verunehret Gott, und versucht ih»stürbet sich auch in grosse Gefahr ohne Noch,und verfahrt gar nicht hauswirklich.muß aber nicht gleich alles vor einen Nwr>iansehen, wo die Mittel schwer, oder«»,diesen und jene» verborgen, oder die keinenur bisweilen siel von prale» und
schwatzen. Denn daher kömmt es eben, daßviele schlechte Geister dencken, sie »der einanderer K^sr-iire oder wage, und es gelingeihm. Und diesen Irrthum setzt man alSdemössters zum Grunde gewisser Regeln, die ichwohl zu erklären, und noch behutsamerW,-wenden, nemlich es muß gewagt seyn: mrnicht wagt, gewinnt nichts: Frisch geiW,ist kalb gewonnen.
Glücks - Handgen, wird von einigen einegewisse Art einer Wurtzel genennet, «reicheeiner kleinen halbgeschlossenen Kindes-HMähnlich siehet, und am Fichtel - Berge gesun-den wird. Es m?g diese in den abergMi,schen Zeiten ihren Nahmen daher bekomme»haben, weil man sich träumen lassen, das-jenige, welcher dergleichen bey sich trage,in allen seinen Unternehmungen glücklichsey.
Gnaden-Jagd, ist, wenn aus besender«guten Willen einem in des andern Wiid»Bahn zu jagen verstattet wird. HiekAekpflegt aemeiniglich auf Seiten des Verleih«!eine schrifftliche Concession ertheilet zu wer-den, darinnen nicht nur die Art und Weile,wie die Jagden angestellet werden solle»,aleichen der Ort und Distriet, in welchem dieErlaubniß zu Jagen ertheilet, sonderndie Zeit, mit der Clausel, daß er sich vom-hielte, solches nach Gefallen wiedet zunickezu nehmen, nicyt weniaer die Jagd-Gerech-tigkeit , nach eigenem Belieben mit zu exer-eiren, mit deutlichen Worten ausZedriMwird. Derjenige, dem die Gnaden -Jagd »er-stattet worden, muß dagegen einen Rett»ausstellen, daß er die Gelegenheit des M»und Bezircks mit allem Fleiß bewahren, imGerechtigkeit desselben Handhaben, und Mbesten versehen; die Marck- oder Mab>-M»Grenft - Steine im Wesen erhalten, aus vmZulassen solches Jagens an bestimmten Lertern ietzo und hlnsürter keine KerechtlMmachen, noch ausserhalb vorerwehnten M.
zircks, weder vor sich, noch durch seme ^ner oder die Seinigen in den herrschaW«°Forst greiffen oder jagen, noch /emalwders zu jagen verstatten oder vergönnen mu-,auch allezeit erbvthig sey, dieses ReK»'wenn es der Herr Verleiher zu rcroeirengut befinden würde, sich wieder zu begeben--und was etwa soiilmi noch für Puncte