Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
885-886
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8Z5 Gatter - Thüren Gaum

Käse-und Milch-Kammern, Rauch-Kam-mern und dergleichen Gc mächein setzet, da-mit zwar die Luft durchhin streichen, aberkeine Tauben, Sperlinge, Fledermäuse undandere schädliche Thiere durchkommen mö-S-n.

Gatter -Tl'ürcn, welche nur von Latten-stücken, mit Leisten, Riegeln und Däudern! gemachet werden, pfleget man vor die SlaU-Thürenzu hängen, damit, wenn die rechteni, Thüren geöffnet, die Lufft durchgehen, deinVieh aber das unzeitlge Eimaussen in dieseOerter und Ställe verwehret werten möge.? Sonderlich geschiehet solches vor die Pferde-«ndKüh-Ställe, da sie denn oben mit leich-ten Gestellen, wodurch Stäbe gezogen, vol-lends zugemacht werden, damit die Huner«nd Tauben nicht hinein fliegen, Das Futter«der mit Federn oder sonst verderben oder weg-Z fressen mögen.

Gatter-Zins, heist an einigen Orten eine" gewisse Abgabe an Getraide, so die Baurenvon ihren Gütern nicht ihrer eigenen Herr-^ schafft, sondern einem auswärtigen Herrn? jährlich abzutragen schuldig sind; doch muß- i dieser Jint von demjenigen, dem er entrichtet: wird, selbst eingefordert werden, und selbi-. Ser gleichsam vor die Gatter-Thür am Hau-, ft kommen.

Gauch-B<»rt, siehe Locks-Dart.Gauch-Blume, Guckgucks-Blume, ist«ine Mittel-Art «wischen den Näglein undFraueii-Rös'ei»; die einfachen haben schma-le spitzige Biätlein, wie die Mausöhrlein,«nd glatte runde Stengel, aus welchen schö-be rothe dicke in einander gesetzte Blümlemwachsen. V>e dicken sind wie ein Blumen-Busch, wegen ihrer häufigen Blumen anzu-sehen. Diese Blume wird von etlichen auchülgrg-rirz Venei-Z genennet. Sie erfordern ei-nen mittelmäßigen Grund, und können imFrühling durch Zertheilung der Wurtzel fort-gepflantzet werden. Sie blühen im Iulio,bisweilen auch später, und wollen fleißig be-gossen seyn.

Gauche, siehe Mist-Gauche.

Gauchlieil, ist ein wildes Heil-Kraut,^ wächset an schattiaten Orten, dienet zur Stil-lung der Kopf-Schmertzen, und sonderlichhöret das Nasen-Bwre« davon auf, wennman es iü der Hmd erwärmen last..-F Gauffe, suche Sespe.

Gaul, hcisscr ein vollständiges Pferd.

Gauic ,/ heist an vielen Orten die Spitz-5 wthe, die der Reuter in der ^and führet,>5. wenn er «uf dem Pferde sitzet, womit er s»l-> ch-s strafet.

! Gavm, ist der innere oberste Theil desMaules, welcher gleichsam gewölbet und auseinem sonderliche« Fleische bestehet, welches^ mir vielen Druslein begäbet ist, deren aus-< sührende Gängle,« das Häulgen, das denGaumen samt dem gantzen innern Mund um-giebet, gleich als «n Sieb Vurchlöchern.

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Gatze Gebackens 8ZS

Unter denen andern, die man üüwöhnlich zuverspeisen pfleget, werden die ans den Ochsen-Maulmi vor die besten gehalten; daher mansie auch in den Küchen als einen sonderlichenguten Bissen unter die übrigen Ingrediensender Pasteten nimmt-

Gaye ober oder Gasche, ist ein vonwe.ssem zarten Nessei-Garn, oder auch Sei-de dünne und leicht zusammen aeschlageneSGewebe, das sehrstarrgemacht. Es wird der-gleichen auch von halb Seiden und kalb Nes-sel-Garn zubereitet, so man zu nen-nen psteger: ingleichen heissen die Nähterin-nen ebenfalls dasjenige weitlochericht- unddünne flächsene Gewebe Gaye, dessen siesich zur Stuhl-und Teppich-Naht bedie-ne».

Gazelle, sind Egyptische Ziegen, welcheHaare und Scdwänke wie Cameeie kaben.

Geäfftcre, siehe ?lffrcr-'k lauen.

Geaß, wird die Nahrung des Roth-Wild-prets, auch der Rehe und Hasen, nachweyd-mannischer Redens-Art genennet.

Gebacken Gl'st, wird zum Unterscheid desan der Sonne und Lufft abgetrockneten Ob-stes dasjenige zenennct, so da in den Back-öfen, oder auf der Obst-Darre theils gantzund in Schalen, wie die Pflaumen, Holtz-Aepffel und Birnen, theils halb oder in Vier-tel geschnittene andere gute Obst nach undnach dürre gemacht, und zum fernern Ge-brauch aufbehalten werden kan. Sonderlichhat ein Landwirt das wilde Feld - und Noltz-Obst zu dem Ende zu sammeln und zu einemguten Zugemuse vor das Gesinde oder auchzum Verkauf backen zu lassen- Siehe Obst-Darre-

Gebackens, nennet man dasjenige zuge-richtete Essen, so meist aus einem guten undmürben Teig bestehet, der hernach, wie esdie Sache erfordert, gehörig gebacken wird.Und weil eben dieser Teig bald aus heisserButter gebacken, bald aber nur mit häufi-gem Gchmaltz, wie alles Kuchenwerck ange-macht, bald aber aus Mehl, Eyern, Zucker,oder an dessen stat Honig, Mandeln und al-lerley guten Gewurtz zubereitet, und in demOfen abgebacken wird; also pfleget man auchdieses gemeiniglich in Butter - und Zucker-Gebackens einzutheilen, weiche beyde Artenan gehörigen Orten unter eines ieglichen Be-nennung beschrieben worden. Es bestehetaber das Butter-GeHackens in folgenden:Aa) oder Schlange, Blätter-Gebackens,Buchsen-Kuchen, Eisen-Kuchen, EnglischeSchnittgen, Hvlixpen, Mandeln, Mehl»Sträuben, Pasteten, Pfannen-Kuchen,Plinyen, Schnee-Ballen, Spritz-Kuchen,Torten, Waffeln, Wehen-Nester u. s. f.worzua.inoch zu rechnen alles dasjenige, wasman sonst in eine Klare zu tuncken oder mitMehl-Grieß und vergleichen zn bestreuen,und nach dem aus Heissem Gchmaltz zu backengewohnt ist, als Fleisch, Fische, in Scheibengeschnittene Aepffel, HoUunder - Blüthen,Kirschen, Salbey u. s. s. Zu den gemeinsten