Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
691-692
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Färber-Rothe

che Weise, wie der Hanffziemlich dickegesäet,das Feld nachgehends wohl einzeeget, vordem Vieh mit Zäunen oder Geländern wohlverwahret, und zu verschiedenen inahlen, soesst es nemlich die Noth erfordert/ von allemUnkraut fleißig gereiniget- Darauf lässet mandie Wurizeln achtzehen Monat lang (denneher gelangen sie nicht zur gehörigen Grösseund GtZrcke) in der Erde stehen, nach wel-cher Zeit diejenigen, welche am dickesten odergrösseren sind, im September des darauffol-genden Jahres ausgeqraben, an der Sonne«etrocknet, im Backofen gedörret, aus einerStampf- Mühle zu Pulver gemahlen, undin doppelten Säcken zum Gebrauch aufgeho-ben werden. Wenn nun erstgedachter massenim September das Einsammle» der stärkstenWurtzeln geschehen, so bedecket mandieüber-bliebenen Wurneln, nachden! vorher» die Blat-ter oder das Kraut vondenenselben abgeschnit-ten worden, wohl mit der Erden, und lastsolche dick und aroß werden, bis über dasJahr zum folgenden Monat September/ daman alsdenn wieder die grossesten davon aus-reistet, und also folgends alle Jahre im Mo-nat September; welches acht oder zehen Jah-re lang wa»ren kan, das« solche immerdar ih-re Rothe geben, entweder von denen Wur-zeln, welche man darinnen um grösser zu wer-den gelassen hak, oder von denen, welche indem Grunde der Erden stecken, oder auch,welche aus den kleinen Faserlein, oder ausdem, was von andern ausgerissene» Wurzelnübrig geblieben, uervvr wachsen. Nach die-sem' nun ist es nöthig, daß man einen frilchenAcker M Rothe anlege, wenn änderst nichtbereits einer darzu fertig lieget, den vorigen«ber braucht man zum Gerraide, worzu ergar dienlich ist, weil, wie oben bereits er-wehnet, die Nöthe den Boden, wvrinnen siezezielcl worden, um ein grosses fruchtbarmacht. Die Rothe selbsten verniehret sichso leichtlich, daß auch, wo ihr Gipffel nur indie Erde gebogen wird, er daselbst Wurtzelnsencket, und, wo der Acker schon sehr erschövf-fet, jurWik-dcrerseknna dienen kan. Cs kanauch, vermittelst des Versehens, ein neuerNöthe-Dauwieder angeleget werden, wennman nemlich alle kleine Wurtzeln von dem vo-rigen Bau zusammen suchet, und selbige, wiekleine Zwiebeln, in den Farber -Rothe-Acker(dessen Erde zuvor wohl umgearbeitet worden)versehet, welches denn dem Rothe-Bau umso viel zuträglicher ist, wenn zumahl die ein-gevsiantzte Wurzeln bereits etwas groß seyn,und also viel leichter in der neuen Erde zumWachsthumgelangenkönnen. DieSteugel, sodiese Färber-Röthe treibet, sind rund, lang,mereckicht, und gleichen fast den Stengeln desKlebkrautes, nur daß jene weit grösser undsteiffer sind. Um solche wachsen die Blatterin Form eines Sterns, und zwar an denendaran befindlichen Absänen. Die Blüthe be-stehet aus grüngelben fünffblätterigen Blüm-lein. Eine iede Blüthe, wenn solche vorbey,bringet zwcv Beere, welche erstlich roth, undwenn sie reif, schwartz, voller Safft und zutam-

Fäule Fahren «z.

men gewachsen sind, in deren iedenTejn ^ncs mit einer dünnen Schale umgebenesSaamkörnlein stecket. Die Wurkein s,ddünne, lana und roth. WaSworein Unter-scheid sey zwischen der Rrapp und Färber'Köche, ist unter der Beschreibung des er-ster« zu finden; ja nach der Zeit ihrer Aus-werffung mercket man derer zweyerley, dieReim-Röche nemlich und die Herbst-Ro-the, deren die erste der letztem vorgezogen wirdWer von dem Anbau und der Wartung die-ses Gewächses ein mehrers zu wissenbegeh-ret, kan solches in dem Schlesischen Wm-schassts-Buche iik. r.^. 127 nachschlagen.Aus-ser dem Medicinischen Gebrauch dienet siehauptsächlich zur Färberey.

Fäule, ist eine von denen Kranckheiten,womit die Stämme derer Obst-Bäume zu-weilen beh-ifftet sind- Es zeiget sich solchemder Rinde, wenn nemlich dieselbe dadurchbeschädiget ist, und kan mit Kälber-Mund ssüh-Mist, da der Baum im abnehmen-den Monden damit bestrichen wird, oder achmit spitzigem Wegerich in Eßig gesotten; item,mit Erden, ausgebraunlen Ofen-Leimen,«-unter ein wenig Qvecksiiber vermenget, undnachmahls um den Baum herum geschlazen,geheilet werden.

Fahren, sagt man vom Hasen, wenn erauf dem Hintern fortruschet.

Fahren, ist auch eine wirtschafftliche Ar-beit. da Menschen allein mit Schubekarn undRadebergen, oder aber mit Hulffe de' Och-sen oder Pferde, und einem einspännigen Km«,oder Camole mit zwey Rädern, oder mitvierraderichten Wagen, Caleschen, Kutscha«und Carossen, Menschen oder andere Dingeleicht und schwer belastet, auf ebenen Mbergichten, guten oder schlimmen Wegen,weit und ferne von einem Ort zum andernbringen. Weil nun das Fahren solcherge-stalt in Ansehung der dabey gebrauchte»menschlichen und viehischen Bemgiing»-Krafft, derer dazu dienenden Majchmen unsWerckzeuge, derer darauf geladenen Sachen,der Ferne und Beschaffenheit des Weges unsso fort gar vielerley ist, so gehöret dazu W)einem Wirt eine besondere Vorsicht undMstall nach diesem Unterscheid, sonderlich »derein guter Fuhrmann, der eine oder mevrmgewisse Arten des Fahrens, grundlich nach^len diesen Stücken nicht allein verstehet,!«^dern auch Klugheit und Starcke geuiA ^ket, nach verschiedenen zufälligen UmstaM'»Geschirr und Vieh recht zu brauchen und inregieren, die Last recht zu treffen und!>>?»'cken, jenes nicht ohne Noth ooer mutMu»zu verderben und dergleichen, .An deniM 'werck und Geschirr kan man einen Witt u>seine Leute ziemlich erkenne» und mu>e ^ob was an ihm sey Diese GeschlckiicMnebst der Geschicklichkeit zu pflügen, zu ^zu waltzen, und endlich daS Weh,ww i

warten, die gautze Geschicklichkeit emesrten Acker-und Fuhr-Knechts- We-M,'«muß er wissen, die Land -Hauswirtlichu'