Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
689-690
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6z? ^ Fäkr-Mutter"Fähr-lNntter ist eine ungeschnittcne Sauoder Mutter - Schwel», weiche zur Auch! ge-halten wird. In wohl eingerichteren Haus-haltungen vfleger man sie /iilig aufzuerziehen,und üiimerzn an stat der alten und abgehen-den Sau - Mütter nachzuschaffcn. Man haltaber gemeiniglich diejenigen unter den Fähr-Müttern vor die besten, so ein breites Hinter-gestelle, einen abhängenden Bauch, viel Zi-«en, einen hohen Rüssel und lange Seitenhaben. Diese soll man nicht ehe belege», alswenn sieachtzehen bis zwanzig Manate altsind! Denn ob man gleich solchergestalt eineTracht missen muß, die man hakte habenkönnen, >vv sie eher waren zugelassen worden,so wird doch dieser Verlust dadurch reichlichwieder ersetzt, wenn so schöne, grosse undstarcke Ferckeln fallen, auf die man sich M-sten, "oo im zwanzigsten Monat die andereTracht fiele, keine grosse Rechnung ma-chen dörffte. An etlichen Orten nimmt manbey der Zulassung der Schweine keine gewisseZeit in Acht, sondern man läßt die Schwei-ne, ohne einiges Bedencken, unter einandergehen und weiden, daß sie sich belauffen kön-nen, wcnn sie wollen; allein, weil hernachdie Wurff-ZeSt so ungewiß ist, daß man öff-ters, wenn es am ungelegensten, und gantzausser der Zeit -st, sich niit ihnen schleppenund pwcken muß, so lassen sie einige entwe-der d'!s erste mahl im Mittel des Mery-Mo-nars zum andern mahl aber um das Endedes Ocivbers belegen, damit sie zum Theilum die Schni't-odcr Erndte-Zeit, theils aberum Lichtmeß ferckeln, welches die besten undbeqvemsten Zeiten zu Auferziehung der Fer-keln sind, oder man lasset vom December an,bis zu der Frühlin-?«-Tag-'Uiid Nacht-Glei-che, denHacksch oder Eber zu den Zähr-Müt-lern, da ?cün die Jnnaen iederzeil in die be-ste FruliiMgS - und Sommers-Zeit fallen,auch alsdenn von dsn Müttern mit der Milä>am leichteste» ernähret, und auch sonsrenbesser über sich aebracht werden können. Ei-ne Fähr-Mutter trägt, nach ihrer Zulassung,vier eanycr Monate, ehe sie ferckelt, und brin-get b!s>v?-le!i zehen, zwölff, auch wohl funss-zehen Junge, die man ihr aber niemahls miteinander, sondern, wenn ohngesehr drey Wo-chen vorbey, nur bis auf sieben oder achte las-sen, und den Rest in die Küche- gebrauchenoder verrussen soll. Gegen das Ende der Tra-ge-Zeit muß man ihr mehr und ein wenigbesser Futter geben, als sonst, weil sie letztnicht alleine sich selbst, sondern noch die vie-len Jungem im Leibe zu ernehren hat. Zwi-schen der Trage-Zeit soll sie auch nicht heff-tig arjzget, noch geschlagen werden, damasie nicht verwersse; und sind auch keinemTbier die Lenden leichter einzuschlagen, alsden Schweinen, Wenn man vermercket,daßdie Fähr-Mutter ferckeln will, so muß derStall mit einer reinen Streu versehen, al-lenthalben wohl vermacht, und die Sauwarm gehalten werden, sonderlich wenn ,tzreFerckcl- Zeit im Februario, und zu Anfangdes Merlzens emsallcr- Insonderheit muß

Fährte Färber-Rothe 6?oman, so bald die Fähr - Mutter ^nnae bekom-men, derselben ein dick laniichtes Getränckebringen: Denn etliche fressen für Geik undEiniger ihre Jungen, wenn man nicht beyZeiten n> ihnen kommt, und sie auf ietztge-dache Weise versorget. Man muß auch nach-gehend» lv lanae die Jungen sausen, dieMutter wohl futtern, und ihr besser zu fres-sen geben, nemlich die Spreuer und das Ge-spuhle wohl mit Schrote mengen, damit sie dieFerekel gut säugen, und diese auch wohl wach-sen und zunehmen können. Wenn eine Fahr-Mutter über sechs Jahr alt wird, so brin-get sie gemeiniglich matte und schlässrigeJunge, dahero man sie sodenn mit arossermNul>en schneiden lassen, und aus die Maststellen kan.

Fahrte, Fährde, Fahrt, Ferde, oder Ge-fährd, wird das Gemercke oder diei«pur ge-nennet, welche ein Bär, Hisch, Schwein, oderanderes Stücke von dem grossem WildpretMit seinem Tritte auf dem Erdboden macht,und woraus deren Geschlecht, Grösse, Stär-ke und Alter von den <ine:n judiciret wer-den kan. Eine Vvieder.Fährte wird genen-nel, die von einem Stücke Wild im Zurück-gehen gemacht wird. Wie die Fährte ben le-dem W'. beschaffen, und was ein ieglichesvor Zeichen in seiner Fährte gebe, ist allezeitbehörigen Orts mit angeführet.

Fallen, sagt man, wenn einer einen Baumumhauet, oder ein Thier todt machet.

Fange, werden bey derJägere» alleinigenwilden Thieren, wie auch be» denen Jagd-Hunden die grossen Zähne genennet, welcheihnen vor denen andern um vieles hervorragen.

Färber-Läppyen, siehe ,15ezette,

Farher-Rc>the, Grapp öder B.rapp, ist einGewächse, dessen Wurtzel denen Färbern zumRöthfärhen sehr dienlich ist. Es giebt derenzweyerley Sorten, wilde und zahme. Dieivilde, welche man auch dieKleine Färber-Rothe nennet, ist nicht rar, und findet mansolche vieler Orten, ab-r nicht besonderes häu-fig, sondern nur eintzeln; die zahme aberwird nicht nur in Italien, Frankreich, See-land und Flandern, absonderlich um Rysselherum, sondern auch heut zu Tage an vielenOrten Teutschlandes, um Breßlau, Magde-burg :e. achauet. Sie ist mit allerhand Ar-ten Erdreichs, wenn es nur nicht allzu lettigtnoch allzu sandigt ist, vergnügt, besondersmit einem mittelmäßig feuchten Boden, wennnur derselbe gut darzu geackert, und vor demWinter nach Nothdursst gedünget wird, in-dem diese Färber-Rythe den Acker nicht ss,wie die Waide aussauget und mager machet,sondern vielmehr durch ihr Kraut bessert unddünget- Sie wird zur Frühlings-Zeit imMertzen, oder zu Anfang des Aprils im ab-nehmenden Monden, nachdem vorHers derAcker, auf welchen sie soll gesäet werden,von allem Unkraut wohl gesäubert worden,damit selbiges nicht die Kräffte der Erden ansich ziehen, noch seine Wursteln mit der Ro-the vermischen möge, und zwar auf eben so'-Z> ; ck?c