Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
645-646
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645 Ente

Zeit?cklic>t sich ohngefehr um Mit-Fasten an,und höret, wenn der Weitzen verblühet, wie-der aus Ihre Eyer werden, weil nicht alle-zeit «ute Brüt-Enten zu finden, zum öff-tern durch Huner, Gänse oder Trut-Hünerausgebrütet. Einer gemeinen Henne werdenzehen bis zwölff, einer Trut-Henne aberzwantzig bis vier und zwantzig Euer unterac-leget. Wo aber viel Wasser, ist es am be-sten, man lasse die Enten selbstcn ihre Ey-er ausbrüten, denn sie stets mit den jun-gen im Wasser liegen, so die Hnner und Trut-Hüner nicht thun können. Den jungen En-ten giebt man Körner, daß sie im Hofe ge-wöhnen und bleiben; sonst«!' brauchen sie inihrer Anferziehunz wenig Mühe und Arbeit,sind bauerhafftiger als Hüner und Gänse,werden auch noch so bald Kicke als dieselben,und dürffen dshero auch nicht so längs geätztund gefältelt werden.Zur Sommers-Zeit darffman den Enten, wenn sie aus das Wasser kom-men kennen, besonders. wo etwan Meer-Linsendarauf sind, nicht viel Futter geben; Winters-zeit aber werden sie am besten mitTräbern ab-gespeiset, oder in Ermangelung derselben mitgnaemachtenWeiken-Kienen, geringer Ger-ste, Haber, eingeweichten Brocken Brotes unddergleichen, wovon sie nachgehends bald zuleaen anfangen. Die

Wilden Enten sind, gleich wie von den zah-men, also such unter sich selbst sehr unterschie-den, wovon wir hier nur die vier bekanntestenArten anführen wollen:

Die See-Rachen sind eine von der grössestenArt Enten, am Leibe gantz weiß, am Kopf-fe aber schwartz, Sie verschlingen in denenTeichen die grossen Fische, welche sie in demMagen und Rachen behalten, bis sie von un-ten nach und nach verdauen, und das anderenachrücken können. Zum Schuß sind sieschwer zu bringen, weil sie nie rechten Standhalten.

Die gemeinen grossen wilden Enten sinddenen Fischen so nachtheilig als die vorigeArt, indem sie denenselben, als ihrer bestenNahrung, sehr starck nachgehen. Ihre Jungenbrüten sie an sumpfigten Orten, ingleichen«us Weiden-Bäumen, ja cur ui denen ohn-weit den Teichen oder Flüssen befindlichenRaben-Krähen - und Elster-Nestern, vondar sie solche Hernachmahls aus das behut-samste bey dem Halse in ihrem Schnabel aufdas nächste Wasser an beqveme Oerier zu tra-gen, und in Sicherheit zu bringen wissen.Der Enterich oder Ent-Vogel wechselt mitder Ente im Brüten ab, gemeiniglich zurMittags-Zeit, damit diese ihre Nahrung su-chen kan, und bringen ihre Jungen ordent-lich innerhalb drey Wochen aus. "DerEnte-rich siehet Aschen grau, ant Kopff und Haisaber Stahl-grün, gläntzend, hat einen schwar-zen Ringel um den Hals, eine Eastanien-draune Brust, bräunliche und graue Flüael,auf benden Seiten etliche dunckel - blaue Fe-dern, einen wussen Bauch und kurtzen hoch-schmrtzcn Schdiantz, auf demselben aber

Ente 6jü

aufwerts zwey krumm-gelausten»' Federlein/als Angeln, rothe Füsse und einen gelblich-ten Schnabel, aber dabey eine heisere Stim-me. Die Ente hingegen siehet allenthalben,sonderlich auf dem Kopff und Rücken dun-kel-braun-sprencklicht, aus dem Bauch aberfalbicht-grau und gelb meliret aus, hatauch auf denen Flügeln blaue Federn und ei-nen starcken und lauten Schrey. Ihre Eyersind gantz grün, ohne einige Flecken, s»groß als etwan ein Hühner- En. Sie neh-ren sich auf dem Wasser mit Meer-Linsen oderEnten-Grieß, Fröschen und Nattern, auchallerhand Saat und Körnern, ingleichen Grasund andern Kräutern. Sie ziehen des Herbstszugweise niit grossen Schaaren weg, und kom-men im Frühling gar zeitlich, und sobaldnur die Wasser offen sind, wieder: iedochpflegen sich auch viele des Winters hier zuLande in warmen Qoeklen und Flüssen, wo esoffenbleibet, anftuhalte», und haben vonferne schärften Wind.

Die Schmal-Enrcn kommen der erstbeschne-benen andern Art in allen sehr nahe, nurdaß sie um ein merckliches kleiner sind; siebrüten hier zu Lande in grossen Sümpffmund morastigen Settern, und ziehen auch,wie jene-

Die Pseiss-Enten, so auch Speck-Enten g>-nennet werden, sind den Schmal-Enten mGrösse gleich, ausser daß sie kürtzere Schnä-bel und Hälse, und einen rundem und der-bern Rumpff haben, als jene; anbey ist iheFleisch viel delicater, als einiges Vogels, sosich von Fischen nähret, sie sind auch wohlzu schiessen, weil sie gleich wieder auffallen,wenn sie gesxrenget werden.

Die wilden Enten Mausen sich zwischen Js-hanniS und Iacobi, da sie mit Klopffen und",ageu in den grossen mit Schliff und Rohrbewachsenen Teichen, in grosse Steck-Netze,mit zweyen Spiegeln und einein Inn-Gamgettiei'en, und Haufenweise gefangen wer-den. Man pfleget sie auch, wiewohl auf sineungewisse und mühsame Art, vermittelst ei-ner mit Wasser-Leim über nnb über bestri-chenen und qver über einen Teich oder Flußgespannten Schnüre, besser aber auf Lock-Herden mit Wänden oder Zug-Netzen, oderauch mit Hoch-Netzen, mit Peiilieren oderHang-Netzen, ingseichen vermittelst der^da-zu abgerichteten Lock-Enten, durch Hülsteeiniger Treib - Hündgen in ordentlichen En-ten-Fängen, oder mit Angel-Hacken z» fan-gen, oder mit einem hierzu abgerichteten Trei-be- oder Schieß-Pferd zu beschleich.ii und zuschiessen. Bey ihrer Zurichtung ist haupt-sächlich darauf zu sehen, p«S diejenigen, dieetwa »ach Morast, Sumpff und dergleichenschmecken können, weil sie Sarmnett sich auf-gehalten, ja nicht zum kochen und in die Pa-steten einzuschlagen, wohl aber zum bratendienen; wiewohl sich die Enten überhauptvielmehr zum braten als zum kochen schicken,auch im ersten Fall weit gesünder zu versveisen sind- Daher» wir hier auch nur von die-R » >en