Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
641-642
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64i Encke Endivie»

fügten langen und starcken Stangen Holtz be-leget, oder aber mitBreterngedielet, und inder Mitte mit einem viereckiaten ohngefehriwiH Llien weiten Loch versehen ist/ wodurchdie ans diese Empor-Scheunen gemeiniglichgepanste Hülsen-Früchte oder anderes Getrai-de hernnterauf die Tenne zum Ausdrusch ge-irorffen werden kan.

Encke, oder wie es einige schreiben Aencke,ist ein Nahme, welcher aus Höfeu und grossenGütern den Fuhr- oder Pferde-Knechten gege-ben wird; Bey sechs Acker-Pferden, wonem-lich der Hoff-vder Schin-meister mit zweyen ar-beitet, hat man zween Eucken, davon dereine, welcher zugleich des Hoff- oder Schirr-meisters beyden Pferde mit füttern, pulzen undwarten muß, der Ober- oder Groß-Encke,der andere aber der llntcr. oder Alein-Enckepflegt genennet zu wenden. Wo man acht Pfer-de hat, kalt man noch einen Mittel. Encken.Ihre Schuldigkeit siehe unter dem WortRnechte.

Encke, Heisset man auch an einigen Ortendie zwieselichte Ruthe oder Gabel, so vornenam Pflug-Stöcklein i» eisernen Haspen ge-steckt wird, damit die Acker-Leine darinnenaufliegen und darzwischen spielen kan.

Ende, oder Enden, ist ein Jäger Termi-nus, und werden sowohl die, von den Stan-gen des Hirsch - Gewephes herausgehende!Sprossen, alsdie Spitzen am Reh. Bocks-Ge-hörne Enden genennet. Hat ein Hirsch an je-der Stange sechs Enden, so nennet ihn der Zä-ger einen Hirschen von zwolff Enden. Ist.iberdas Gehöine ungleich gezeichnet, also daß ander einen Stange sieben, an der andern abernur sechs Enden waren, sv spricht man: DerHirsch trage vierzeyen falsche Enden, weilendie mehrere Zahl vorgehet.

Ende oder Stury, Heisset man auch denSchwantz des Hirschen.

Ende, nennen die Wintzer oder Wein-Gärt-ner einsiede Ruthe oder Zweig, sv der Wein-Stock an leinen Seiten heraus treibt. EinSenck-Ende aber einen solchen Zweig, ivel-cherzu Vermehrung des Wein-Stocks gesen-ket oder in die Erde eingeleget wird. SieheSencre.

Enderlinge, sind Würmer, welche denenHmchen zur Frühlings-Zeit, wenn sie sichhaaren, zuweilen durch den Schiund, Nasenund Maul heraus gehen, zu Zeiten aber durch !de>agten Schiund sv starck treiben, daß dasThier ersticken undcrepiren muß. Sie entste- >Yen aus einem saltzigten und scorbutischen Ge- iblute, und werden von denen Dohlen aus der jHaut gehacket, welches dem Wild sv sanfftethur, daß sie bey solchem Schröpffen gank fiii- ile halten; und daher kommt es, daß um svl- !

Zeit die Häute voller Löcher, und nichts inutze lind, bis sie von sich selbst wieder zulauf- lten und verheilen. <

Endwien, Antwi, ist ein Garten-Ge- jwch>e und Kuchen-Kraut, dessen viereriey «

Vscvnom. l.cxic.

Endivien <>^z

^ Geschlechte gezähletwerden obwohlen den?!!-! ten mehr nicht, als zwey bekannt gewesen. Dieerste Art hat Blätter, welche breit und dem> Lactuc ähnlich sind, dicke und runde Stengel,bey driltchalb Schuh hoch, und ist denen wil-den Wegwarten fast gleich. Die andere Arthat nur etwas schmalere und bittere Blatter,als die erste. Die dritte ist wieder wenig vonder andern Art, und nur der Farbe nach, un-terschieden, indem sie Schneeweisse Blumenhat. Die vierte Art ist der krause Endivien,weicher an Wurzln und Blumen der erstenArt gleich kommt, nur daß die Blatter krausergewunden find, und der Stenge« viereckigtund c-nqebvgcn ist. Euie icde von diesen Ar-ten erfordert ein fettes wohlzugenchteres Erd-reich, und muß im Zumv im wachsende» Mon-den ziemlich dicke gesaet werden, damit manöffters davon ausziehen, und solchen, sobalder fünff oder sech^Blättergewonnen, vhnae-fähr drey Viertel Tlleu weil von einander ver-pflantzen könne. Wenn er so starck erwachsen,daß er sich ansder Erden ausbreitet, so wird erbey trockenem Wetter oben zusammen gebun-den, damit er inwendig nicht lau! werde, son-dern fein schön gelb und weiß verbleibe, weilsonsten die Wanken sehr zurücke bleiben undverderben. Juni Saamen lässet man den schön-sten ichiessen, der sich selbst ohne Verbinden ge-schlossen, und ungezwungen weiß worden; je-! doch muß er am Stengöl wohl reiff werden,Massen er sonsten taub wird, und nicht wohlaufgehet, so fället er auch ohnedem nicht leichtaus, wie andere Saamen, und kau dahero oh-ne Bedencken, so lang als nöthig, auf deinStengel gelassen werden Der Endivien las-set sich nicht nur zum Herbst-und Winter-Sa-lat treflich nutzen, sondern giebt auch gekochtund warm eine gute und gesunde Speise. Diezum Salat dienliche Endivien leiden keineRoß-Dunge, denn sie werden nicht nur ver-drießlich bitter, sondern auch sv verderbt davon,daß man sie gar nicht zur Speise gemessen kan.Wer Endivien den Winter über zu erhaltenwillens ist, mag solche, wenn sie vorherv voneinem Reiff getroffen werden, sammt denWurtzein ausnehmen, und an einem trockenenOrt etwa vierzehen Tage lang verwahren, bissie gaiitz welck worden sind, nachgehendS dersel-ben so viel man pflantzen will, fein abputzen,zubinden, und in frischen Sand in einemKeller oder Gewächs-Hause einpflanzen unddie andern in einem von erstgedachten bey-'den Orten dünne von einander auf einBret legen, und so lange liegen lassen, bis dieverpflantzten bald verbraucht, alsdenn kan manwieder, sv viel man nöthig hak, ausputzen, obenzubinden, und wieder einsetzen, auch alle-mahl so fortfahren, so kan man ohnsehlbarden gantzen Winter durch bis Ostern, densel-ben zur Speise haben. Von den übergebliebe-nen nun mag man im Frühling wieder in denGarten zu Saamen pflanzen, weil solcherSaame allemahl viel besser ist, als derjenige,so im Frühling gesäet wird, und gleich auf-schiesset. Die Endivien kühlen sehr, und sindalso wider alle hitzige Gebrechen und Entzün-X düngen,