597 Eber Eber-Eschen-Baum
°Schweine und zur Zucht aebraucht wird.Die Kennzeichen eines guten z-hmen Ebnssind, wenn er eine» mittelmaßiaen Kopff,Zrosse Hangende Ohren, harte und langhäkigteBorsten, breites und vollkommenes Creutz,kurtzen und untei senken Leib, kleine Augen,erhöhten und überworffenen Rüssel, dickekurfie Schenckel, auch einen kruiumen undzusammengedreheten Schweiff hat, welch letz-teres absonderlich ein gutes Zeichen seiner »er-möglichen Kläffte und Sta'rcke ist Manpfleaet aus zchen oder zwölffbis suiisszeheilS>»en oder Schwein-Mutter einen Eberzuhalten, also, daß, wo jener mehr sind/auchmehr Eber seyn müssen; doch soll keiner da-von ehender Melassen werden, bis er cmvölliges Jahr seines Alters erreichet- Wenner denn drey bis höchstens vier Jahr gedie-het, so muß er, weil alsdenn nicht vielmehrmit ihmezu thun, geheilet oder verschnitten,und aus die Mästung gesteüet werden, damitdas FleisÄ seinen widerwärtigen Geruch ver-liere. Seine Wart - und Fütterung istmit der andern Schweine ihrer gemein. SieheSchwein.
Eber, wird unter den wilden Schweinenerstlich ein Reuler, und wenn er vier Jahralt worden, da er seine Waffen oder grossebauende Zähne bekommen, ein hauendSchwein genannt. Sie sind gewaltig bsse,„nd hauen machtig um sich, iedoch allesüb'r sich.
Eber - Eschen-ZZamn oder Vogel-ZAeer-Ba'.im, den auch einige Ebrisch-Baum oderEibisch ZZeer-Baum nennen, ist ein hoch-stämmiger Baum, welcher am süglichstenunter die wilden oder Wald-Bäume gezahletwird- Sein Laub wachset, wie das Laubdes Eschen-Baumes paar-weise an seinemlangen Stiele, welcher sich mir einem eintzel-nen Blate endiget, ist aber viel kleiner, undam Rande herum zerkerbet- Die Blüthensind weiß, die Beeren aber, so darauf fol-gen, erstlich gelb, und wenn sie reiffsind, rechtZinnober-roth, von Gestalt länglicht-iund, wiedie Arls-Beere, doch etwas kleiner, wachsen«der eben so traublicht wie dieselben. Diesewerden im September und October bey schö-nem Wetter gebrochen, und an einem trocke-nen Ort, wo es lüfftig, ausgehänget und ver-wahret, uni solche im späten Herbst und Win-ter, auf den Vogel-Herden und zu den De-nen zu gebrauchen. ' Man pflegt auch ausdem Lande unter denen Bauren einen Sasstzur Arl-ney daraus zu sieden, welchen sie ih-ren Therme nennen, und als ein adstringi-rendes Mittel, wider die rothe Ruhr und an-dere Zufälle nützlich gebrauchen. Das Hol!?bat einen sehr harten und zärtlichen Wuchsan Jahren, ist fekr dauerhafft und der Fäu-inng wenig unterworffen, arbeitet sich auchsehr glatt, und wird sowohl deswegen, als umseiner schonen Farbe willen, von Tischern,Drecisslern und Büchftnschäfftern sehr wohlzu allerhand Dingen gebraucht. Es wachsetsuch manchmahl zu einem gutenBau-Gtamm,Mld wo vergleiche» viel, kau Mimeswehl zum
Eber-Wurtzel ;?8
Verkohlen anwenden, indem es eine derbe^ohle «iebt. An denen Wänden oder Zäu-nen,^ item in Alleen gebe». s,e einen schöneil"'roipeet, sonderlich wenn sie «oll Fruchte hän-gen. Dieser Baum lässet sich leichtlich sort-xflantzen, sowohl von Beeren, au von Aus-,xrvß!ingen. Die Beere werden gesäek, gleich-wie anderer Bamu-Saamen. Sie p^ank-msich auch selber leichtlich fort, daher man zumofftern siehet, daß, wenn dergleichen Saamenin die alten holen Weiden gefallen, er darin-nen wm'kslt, und aus denselben heraus wach-set, auch seine Wimzel durch die alte Weidel'is in die Erde hineintreibet; desgleichen fin-det sichs, daß sie in alten Mauren und Rui->! '» auswachsen- Man kau sie auch in derBaum-Schule aufziehen, und hernach verse-hen, da sie denn, wenn man sie mit Fleiß aus-hebet, und verpflantzet, gar leichtlich und bes-ser fort kommen, ajs wenn sie auf der erstenStelle geblieben wären, tragen auch besserFrucht. Sie lieben fast allen Boden, aussergar zu trockenen und morastigen/ iedoch denguten mehr als den geringen.
Eber - Raute, siehe Stabrvui'y.
Eber - Wuryel, ist eine des Daumens dickeund lange, auswendig braune, und inwendigweisse Wurfiel, eines starcken Geruchs, undziemlich angenehmen, doch etwas scharffen Ge-schmus. Das Kraut ist eine Art von Disteln,denn seine Blatter sind groß, rauch, breit, svi-tzig und stachelicht, mitten zwischen denensel-bsn bricht eine grosse und etwgn sünffZoll brei-te weisse Blume hervor, so ohne Stenael harteaufder Wurtzel sitzet; wird bey uns in Deutsch-land auf bergichten Orten gefunden. Manfindet ausser dieser erstbeschriebenen noch einerveiffe Eber-IVury mit einem Stengel, diekommt insgemein mit vielen Knöpffen hersür,und wächset mit dem Stengel Eilen hoch.Dann giebts auch eine schwat-yeEber-'wuvz,welche rauhe, und etwas röthlichte Blatterhat. Der Stengel ist in der Dicke eines Fin-gers, Spannen hoch, und oben mit Vernichten,in langlichten Hüllen sitzenden Purvur-rethen,auch etwas weissen Blumen besetzet- DieWnrtzel ist dick, schwartz, fett, inwendiggelb, und am Geschmack scharff und beissend.Man pflegt diese Wurtzeln gemeiniglich imSeptember des Moraens zn graben, alsdeni,zu saubern und aufzutrocknen. Sie heilet dieWunden und Geschwüre sauber aus, wenn siein Wein gesotten, und diese damit ausgewa-schen werden, und dienet in allen giffcigen,pestilentzialischen Kranckheiten; sonderlich wirdsie mit unter den i Roß-Arimeyeii/ ingleichenwenn man ein abgetrieben Roß mit wenig Ko-sten wieder auffüttern will, gebrauchet. Wennman aber solche vor ein Pferd und unter dasButter nebraucht, soll man dasselbe nicht z»andern Pferden, sondern in einen absonderli-chen Stall stellen, weil es sonsten denen an-dern die Stärcke nehmen soll. Man saget auch,wenn man diese Wurtzel einem Pferd in dasMund - Stucke einflechte, und also neben au -dem über Land reise, es denen übrigen mit undneben ihm gehenden Pferden alleKrafft bench'-
mcn.