Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
593-594
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Durchlauff

Diircl^Ianff, ist eine Kranekheit, welcheso n obl die Pferde^ als auch das Rind-IundSclaafVich, ingleichen die Hüner und Bie-nen zuweilen bekommen. Die Pferde wer-den von diesem llidel angegriffen, wenn sie>>! viel gefressen und bald darauf getrancket,geritten und warm geworden, da es dennvo» ihnen gehet wie Wasser, und der Haberg.inp bleibet, wie sie ihn gefressen kabein Eswird dadurch ein Pferd aar sehr geschwächet,sonderlich, wenn man fortreiten muß, unddas Pferd nicht kan ruhen lassen. Davor nunist nichts besserst als daß man ein solch Pferdwenig trincken lasset, bis es wieder hart imLeibe wird! oder aber, so mans träncke»will, daß man zuvor ein St'cke alüende»* Stahl etliche mahl im Wasser ablösche, «ndalso laulicht trincken lasse, und daß man ik-me aestossen Iohannis-Brot und Kleyenmit dem Futterz» fresse» gebe. Man kansuch den Durchlauff, oder (wie es gemeinig-lich bev den Pferden genennet wird) dasdünne Kirchen vertreibe»/ wenn man eineHirnschale von einem Menschen-Kopffonimmt, etwas davon abschabet, und es demPferd eingiebet. Oder wenn man einen ge-xülverten Hecht, welcher des Winters imRauch oder in der warmen Stube, Svm-merS-Zeit aber in heisser Luffr gedörret seynsoll / den, Pferd unter das Futter menget;Und eben diese Wirckuna hat auch das-schel - Kraut, wenn es klein geschnitten, unddem Pferde mit dem Futter gegeben wird.Sonstcn, wenn ein Pferd nicht wohl dauenkan, und das Futter alles dünne und unver-dauet von ihme gehet, so darff man ihm nurgedörrte Gerste und gut Heu zu fressen ae-ben, nächst diesem aber einen «rossen Kesselvoll Heu-Blumen sieden, das Wasser durchein Tuch davon seihen, und das Pferd dreyTage damit, nnd mit keinem andern Was-ser rräncken lassen so wird es bald wieder zurechte kommen. Für den Durchlauff desRind Viehes, soll man demselben klem zer-schnittenes Eichen-Laub, oder zerstossene Lor-beer-Schalen mit Milch eingeben. Etlichenehme» auch rothgebrannten Leimen ans demBack Ofen, zerflossen ihn klein, lassen ihnmit fliessendem Wasser aufsieden, und gebenhernach dem Rind-Vieh zwey oder drey mahldavbn zu trincken. So die Schaafe oderLämmer Mit diesem Uibel behafftetniid/ sollman ihnen Mehl oder Sommer-Korn, ge-dörrte Alantwurk und Hoünnder - Beeren mitEimian gaiiyklein zu Pulver geflossen, mitSalft geben. Wenn die Hüner den Durchlauffhaben, nimmt man eine Hand voll Gersten-Mehl, ein Stücke Wachs, und ein weniaEßig, und rühret es in einem irdenen Tiegelüber dem Feuer um, lässet es kalt werden,und giebt es den Hünern zu fressen. Mankan i'snen auch des Wassers zu trincken ge-ben, darinnen Qvitten - Birnen gesotten sind.Der Bauch Fluß oder Durchlauff der die-nen, wird aus allzu vielem Genuß der Wclffs-M>lch und Rüstern-Blüthe oder auch ausMangel des Biene» - Brots verursachet, und

Durchrädern Durchwachs 594

das erkennet man an ihrem Eingang undunterstem Wercke, weiche«, so es beschmeis-set und unflätig ist, den Durchlauff anzeiget,durch den sie geicbwächet und abgemattet/kaum anssiiegen können. Davor sol! man imHerb«?, wenn man etlichen Stöcken denHonig schneidet, etliche Honig-^ ime be-wahren, und wenn denn der Wm?er wst vor-über, und man beginnet zu m> -ck u, daß et-liche Bienen den Durchlauff kabei'. soll manihnen ein <?tück Honia- SeiMt' zam oberstenLoch einstecken und fest machen, so werdensie kommen und davon Pickeln , und sich da-von h.lff.n.

Durchrädern, Heisset etwas kl res mitgrobe» vermengtes, durch Hliffe eines Sie-bes der,estalt von einander scheiden, daß dasK'are durch das <^ieb falle, da? Grobe aberin demselben zurücke bleibe.

Durchschlag, ist ein rundes und an demBoden etwas flaches, von Kupffer, Meßingoder Blech verfertigtes Gefasse, dessen Bo-den ganst voll Locher oeschlagen ist, durchwelche das siüßige Theil von einem dareingegossenen Naß/ reine durchlauffen'kan, unddas grobe oder unsaubere Theil zurücke blei-ben muß. Bey gewissen Umstände» gebrau-chen auch die Köche stat dessen em harnenTuch.

Durchseihen oder Filtriven, ist ein Ge-schaffte, so in der Stadt-und Land-Wirt-schaffr vorfällt. In jene braucht man es indenen Apothecken in der Chynne, wenn mandurch ei» Lösch-Papvier etwas fliessendeslauffen lässet, um solcheraestalr daS klare vondenen grobe» Theilaen zu unterscheiden. Indieser geschiehet es sonderlich bey der Milch/wenti man dieselbe durch eine» leinen Lap-pen hindurch lauffe» lässet, um allerhandHaare und Unreinigkeit, so bey dem Mel-ken darein zu kommen pflege», davon zuscheiden.

Durchstäuben, heißet, wann das mitNadeln nach seinem «muß durchstocheneMufler, darnach man etwas zu neben wil-lens, vermittelst eines darzu dienlichenStaub-Sckckleins, so meist mit geflossenerKohle angefüllet, aus die Leinwand, oderwas in den Rahm gespannet, gebracht wird,welches hernach mit Bleyweiß überrissen wer-den kan.

Durchwachs, ist ein wildes Heil-Kraut,welches seinen Nahmen daher bekommen,weil seine Stengel durch die Blätter wachsen, und da sie das gemachte Loch gleichsamwieder verstopffen, wird.es auch von einigenStopffs - Loch aenennet. Es wuden dessenverschiedene Geschlechte gesunde», wovon deraemeiue Durchwachs der gebräuchlichste, undalso hier mit wenigen zn ^berühren ist. Die-ser hat einen runden, dünnen und braunen! Stengel, mit vielen Neben-Zweiglein, wieem treufchlichtes Bänmlein. Die Stenaclj der Zweige gehen durch die äderichten Blat-!ter, als wäre» sie hindurch gezogen, die! Blätter aber sind ein wenig zugcspiyt, denj T ; Erb