Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
533-534
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«us herum gehen kau, und werden daher»auch allezeit mit einem Geländer oder einer, Brust Lebne umzogen. Weil aber solche Al-ii- tanen-Dckcher mehrentheilS mit schweren blen-!-/ ernen, oder gar steinernen Platten beleget6 werden, wo man sie nicht mit Kupsser deckt,folglich auch Karcke Mauern, die sie tragen» müssen, cnorsern, und daher» allenfalls

- nur au wenigen kostbaren und prckchtiaen Ge-bände» gebrauchet werden, da sie aüis dan-erhasstiastezn verwahren, ausserdem sie meh-

> xeiitheilS schädlich seynd; so ist dieses Orts da-von nichts weiter m erinnern nöthig. Die

!' abschüßi^e Dächer habe» eine sichtbare Ab-, ^ dachung, es mögen nun gleich einhängige,Meyhängige oder Zelt-Dächer sey». Ei»-hängilze oder Pult-Dächer sind, welche

- gleich einen: Pult einen Hang aus eine Sei-^ te haben ; worzu zu rechnen die sogenannte

vvctter-Dächer. welche man insgemein vonM Bietern an die Wand über die Oessnungen,uns sonderlich über die Thüren der GewölbeM «nhänaet, daß die heffrigen Schlag - Regen?! mid stürmische Witrernngeli in etwas dadurchabqehalten werden. ZwevdäiMAe oderSat-tcl -Dächer weiden acncnnet, welcheaufjweyH!:. Seiten abhängen, und folglich den Regen-Äie beyderseits abtragen. Zelt Dächer, pavii-mt Ions, ingleiche» walm - Dächer heissen die,!«r weiche wie ei» Zelt - Himmel auf alle» vier: Seiten «Mäßig sind. Zu diesen könne» an-'ZM noch aezahlet werde» die Zxuppel-Dächer, sonach einer gewissen runden, sich herauswerlS-W biegenden Form eingerichtet; und die soge-W nannte welsche Handen, welche nach eini-'!«' gen prorertionirlich ausschweiffentm undeingebogenen krummen Linien zusammen ce-scher, beyde aber meist zu Kirch-Thürmenund Lust Häusern gebraucht werden. NurV 7 gedachte Al te.-! insgesamt sind entweder platt

> oder gebrochen, welche letzte die nach ihrem.-zU Erfinder also genannte Mansard - Dächer,^ deren Sparren nicht in einer Länge, sondern' in geziemender Masse zeriheilet fortgehen, daß

'A daher die untere Sparren steiler, als sonst ge-wohnlich gefi'ihret, die obere» -aber flacher ge-schloffen werden. Diese letzte Art hat ver-schiedenc Vortheile, den» sie giebt geraumeBöden, und macht einem Gebäude, weiches' «ach der sonst gewöhnliche» Art durch ei»all!« hohes Dsch nngestalt würde, eine be-sondere Zierde, anderer Vortheile zu geschwei-Sen. Die Deckung anlangend, so wird dast Dach beleget entweder mit Stroh, Rohr oderSchilss, Schindeln, Schiefer, Ziegeln, oder

- >i^ mit küvfferne», bleyernen und steinernen Plat-

ten. Das Stroh-Dach, ob es wohl gegenRegen und Schnee das sicherste, auch in derKälte das wärmsie, so es doch an einemrechtfchaffeiicii Gebäude übelständig, und! weiches das schädlichste, ein rechter Zunder.. das Gebäude anzubrennen- Im Fall aber ja> die Armut iemand treiben svlte, sich desStrohes bey Belegung eines Daches zu be-.! dienen, so hat er endlich den einyigen Pro-" i- fit davon, wenn dasselbe lang genutzet, und«VN Winden zerrisse» werden, «der anfängt

Dach 5Z4

zu vermodern, daß ers zum unterstreuen brau-chen kan, da es denn den besten Dnnaergiebt. Bey solchen Dächern ist der Forst wi-der der Winde Anstürmen wohl zu verwah-ren, zu d-ni Ende auch die dahin kommendeSchoben mit Leimen inKüh-Koth Wasser ge-weicht, wie nicht weniger dieselben damit festin einander gebunden, auch mit dergleichen,wenn sie schon eingebunden, noch überfah-ren oder geschmieret werden müssen- Mit de-nen Stroh-Dächern gehen die Rohr-oderSchilss-Dächer im gleichen Paar.Die Schin-bel-Dachcr beschweren zwar ein Gebäude amwenigsten, sind aber nickt nur der Feuers-Gesahr ebenfalls sehr unterworffeu, sonder»pflegen auch gar balde schadhafft zu werden,wenn sie entweder mit solche» Schindeln ge-decket, die im Frühjahr bey der Safft-Zeit,da das Hol!; brosch und mastig ist, verferti-get worden, oder aber mit Schindel» vonFichten-Holtz beleget werden, darinnen viel-fältige Fingers lange Hartz-Galle» sind, wel-che svdenn aufm Dache von der Sonnen-Hi-tze schmeltzc», und de« Regen durch die Kö-cher häufig eindringen lass?»- Die Schiefer-Dächer gebe» zwar zierliche Dächer, sie sindaber schon kostbar, belästigen ein Gebäude,richten bey entstandenem Brande grossenSchaden an, weil der Schiefer im Feuerhefflig um sich svrinaet, und also das nöthi-ge Löschen sehr hindert. Die mit t'üpffcr-ne» Platten überlegte Dächer gehen zwarden andern alle» vor, weil sie wider de»Brand die bewährteste», werden aber wegenihrer Kostbarkeit sehr selten gebrauchet. Diebleyernen Dächer beschweren die Häuserdurch übermäßige Last allzusehr, springen vonder Sommer-Hitze auf, verschmeltze» imBrand, und dahero betrieffm, beschädigenoder tödte» sie wohl gar die Löschenden. Vondiesen letzter» dreyen Dächern ist zu mercke»,daß an stat der Latte» an? die Dach-Spar-ren erst eine breterne Decke geleget werdenmuß, woraus hernach das Dach mit tüchtigenNageln genagelt wird. Die mit steinernenPlatten beleate Dächer und Altane» erfor-dern starcke Mauren, beschweren die Gebäu-de gar zu sehr, sind mühsam und kostbar,und werden dahero wenig oder gar nicht mehrgebrauchet. Unter denen Ziegel - Dächernist das sogenannte Flachnierck, welches ausplatte» und an dem eine» Ende abgerunde-te» Dach - Ziegel» bestehet, die mit ihre»Zapffen oder sogenannte» Nasen bey dem an-dern Ende an den Latte» hämwn und auflie-gen, das leichteste und nützlichste, daher esauch am meisten gebrauchet wird- Ein sol-ches Dach nun ist entweder ein einfaches> oder Doppel-Dach. Ei» einfaches Dachheist, welches zu Ersparung der Ziegel weit-läusstig gelattet, die Ziegel einer ohngefehrüber den andern geleget, und die darzwischMbefindliche Fugen mit breiten Dach-Spänenunterzogen, auch wohl innen noch aufS be-ste mir Kalch fleißig auSgestriche» werde»,damit kein Rege» eindringen kan, noch derWilib de» Schnee leichse hindurch stöbern

niö^e.