4?; Cardamomen-Baum Cards
Carde
be, und sind breiter, als die Blätter des klei-nen Cardamomen-Baums, mitten durch dieselben gehet eme Ader, so mit vielen Q >er-Ae-derleiii vergesellschafftet ist. Diese Blatte? ha-be» darnebe» keine Ordnung, sondern stehenan den Zweigen bald ans dieser bald aus jenerSeite. Anerstaedachte» Zweiaen befinden sichKnopsiei», welche, wenn sie sich öffnen, eineBlüthe in Gestalt d>>r Hyacinthen haben.Der Geruch dieser Blüthe ist überaus ange-nehm und lieblich, die Farbe aber weiß mit ei-nem purpurfarbigen Rande.
Der grosse Asrieamsche Cardamomen-ZSauin, siehet sast dem Iohannis-Geer-Bäumlein gleich, und wachset sechs, siebe»bis acht Schuh hoch. Der Saame» dieserSorte befindet sich in einem dreyeckigtenBalalein, GeinHolk ist auswendig Aschen-grau, inwendi! aber weiß, iedvch von keinerlonderb-re» Härtigkeit. Der kleine Afri-kanische Cardamomen-Baum differiretvon dem großen tillein darinnen, daß er kaumsünss bis sechs Schuh hoch wi'd, und >!»Blattern mU> Blumen sich kleiner prasenti-ret^ Was nun die zwo erste» Gattungenanbelanget, so sind dieselben den uns inTeutschland nicht weit zu brinaen; Die zweyandern aber aus Africa sind d>üierhafftiger,vonied.nlich, wo sie schon Fingers-dicke zuuns kommen. Sie wollen das gal?.-s Zahrdur6? nicht fenchte gehalten seyn, auch vorallem Wind und kalter Lusst sicher stehen,dahero iiian sie «uch bey Zeiten iin Septem-ber in das Gewächs-Haus oder in die Win-terung bringe», und dalelbsten warm halte»muß; Vor dem May aber darff man diesezarten Gewächse nicht wieder an sie Lufftstellen, sondern, so es geschieht, muß es wohlwarin seyn, und die Sonne den Ort, da siestehen, recht bescheineu können, weile» so»-sten die Kalte, absonderlich aber die Nacht-Froste leichtlich Handel machen, und diesel-be» aantz und gar verderben könnten. Fallsman sie wegen allzugrosser Trockene anfeuchte» wollte, mnste solches mit lanlichtem Re-ge»-W-sser, aber nicht mit Besessen, son-dern blvs> allein mit Besprühe» geschehen.Von der Vermehrung können wir bey unsnichts nachsigen, sondern, so man derglei-chen haben will, muß man solche über Hol-land her verschreiben und bringe» lasse».
Carde, Spanische Carde oder Cardone,ist eine Pflantze, welche sowohl an Gestalt derBlätter, als auch an der Frucht selbsteu fastmit den Artischocken übereinkommt,daherosie auch von einigen vor ein Geschlecht vondemselben gehalten wird, nur daß sie mitschärffe» Stacheln versehen, und die Fruchtkleiner ist, auch nicht dieselbe, sondern nurdie Blätter davon zu geniessen sind. Siehaben mit den Artischocken gleiche Wartungund werden diese, nicht allein ans dem Saa-nien, sondern auch, und noch fast besser ausden Beyschoß - oder Absetzungen von derWurtze! fortgepflanzet, wiewohl die jmigenvon Kernen erwachsenen Cardsnen die von»en Beyschvssen gepfiantzte weit übertreffen,
indem diese lange nicht so zart undessen sind, als jene. Wer sie vom Saain^ziehen will, muß solchen im Frühlings,zeitlich auf Sie Mist-Beete im vsllen M.den säe», und gleich ander» zarte» GeM>.sen daselbst vor der Kälte bewahren, h.^'aber in einen guten Grund öersese»; Mmin aber die Kerne an einen Ort,Mantze» gleich ihr Verbleibens haben ftx»stecken, muß es später und erst im Aprilschehen. Das PfliZnyen-Verscken betreff«'.geschiehet solches, wenn sie sechs Blatts ddkomnien, in ein tieff umgegrabenes, wohl«-dünates und mürbes Erdreich, da dem, demAushebek der Pflansen die Hauxl-ÄMbeschnitten, und ftlb-ae nachgehends aufii»Garten-Beet drey Schuh weit von eingMgesetzt, auch mit Hacken und Begiesse» KMqepfleget nnd gewartet werden mstssen. W«,die Cardeii Kerne nichc alle aiistommen; k«man frische zum andern und drittemiich^ nachstecken, und ob sie schon zu unterschiede-! nen Zeiten aufgehen, hat es doch wenig;»-bedeute», weil man sie auch nach unduchemleaen, und ihrer desto länger und bessergeniessen kan. Im September" und OctM,lda man sie einlegen muß, werden die Car«von den unsauber» Blättern enclediaet, mddie obersten Spitzen mit einem scharffen Gar-ten - Messer abgeschnitten, die übrigen gulenBlätter aber an dreyen Orten fest znsam«gebunden, mit den abgenommene» Blatten,oder mit trockenem Stroh eingewickelt, luiiin om langes, enges und ohngsfähr andcrl-halb Schuh tieffes Gräblein, so man gleichan der Wnrtzel hin gemacht, dergestalt ein-geleget , daß die Wurtzel bey Biegung derBlätter nicht ausgezogen werde. Wenn nmnun die Carsemic Lrse bedeckt, und ein»!dichte und fest eintritt, so wird sie in dre?oder vier Wochen mürbe, weiß, und zm Ta-fel tüchtig werden. Weil aber, wenn eiü»gsser Herbst ist, die Carden leichtlich faule»,so nehmen sie etliche mit samt den Wurkckaus, und setzen sie entweder an einem/ryo-heten Ort, wo ihnen die Nässe nicht lciMka», oder gar in dem Keller in die Lr^i;allein es geht damit viel langsamer unV re-schwerlicher zu, als wenn sie in ihrem cchs>Quartier bleibe» könne». Man kan auchcügrossen Nebe»-Blätter von den besten '-U.l-schocken - Stöcken auf solche Weise eiültMweil sie süsser und lieblicher sind, als die «»den Carden: Man muß aber dazu diesten und den besten Wuchs hakende ZtaiMso zeitlich ihre Frucht aedracht haben, er«<len, den Frucht-Sten zel unten hinwegden, und die Blätter unt Stroh fein ZlMdoch nicht gar zu feite zusammen binden,denn über die Blätt r einen oder zweenDach-oder Forst A-egel lege», und dieMoben mit langeni Pferde-Mist bedecien, !werden sie in zwey oder drey Wochenweißgelblicht und mürbe sey». D-eje u«'schocken-Blättcr ka» man einlegen, bis ln uHerbst, so lan 's nenüich, bis die lie»>^Carden anfangen gut zu unreell.