Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
493-494
Einzelbild herunterladen
 

Capp-Saamen Carbonade

ct. In den Gärten kan man frühzeitigesArant, vermittelst der Mist-Beete, erzielen,darein der Capp - Saamen zu Anfang desMartii gesäec, vor der Kälte, sonderlich beyNachts mit Decken von Holtz oder Stroh wohlverwahren, hernach »Mg gejätet und be-gossen, endlich a»er zu rechter Zeit in einwohlqedüngteS und tiefi umgegrabenes Beetverpflantzet, und wie das zngcwöiuilicherZeitgebaute Cappes-Kraut, obgedachter Massengewartet wird. Der Saamen von diesemKraute, nemlich der

Capp-Saamen, oder Cappes-Nraut-Gaamen, ist klein, rund und dunckelbraun,dem Rüben -Saamen nicht ungleich, undwird von denen schönsten und auserlesenstenKraut -Häuptern erzeuget: indeme man,wenn das Kraut im October im alten Mon-den ausgestochcn oder abgehauen und einge-führet wird, fein hart und fest zusammen ge-wachsene Kraul Häupter auslieset, mitStrün-ken und Wackeln aushebet, und solche in ei-nem Keller oder Grube, damit sie den Win-ter über keinen Schaden nehmen oder gar er-frieren, verwahret, nachmals solche im Mar-lio oder April, wenn man sich keines Frostesmehr zu besorgen hat, im neuen Monden, ineinem Garten, auf neuen Boden, oder in eingut zugerichtetes Stücke Land versehet, iedochnichtzaMi zusammen, die in die Hohe wach-senden Stengel, damit ihnen der Wind nichtschade, an dabey gesteckte Ruthen oder Stäng-jein befestiget, vor Viede und Vögeln wohlVerwahrer, und endlich den Gaamen, welcherim Augusto und September, aber nicht auf ein-mahl, reiffwird, nach und nach abnimmet,denselben recht dürre werden läßt, und wennes recht reine gemacht worden ist, an einemtrockenen Ort, damit er nicht swimmlicht oderdumpsigr werde, bis zum nöthigen Gebrauchaufhebe:.

Capns - Rraut, siehe Cappes-Rraut.

Caprizon, suche Rapp^aum.

Carcnl), ist ein Gold-Gewichte, deren vierund zwantziz aufein- Marck gehen. Ein Ca-rath hätt vier Gran oder zwolff Green. Eswird auch die Vollkommenheit und Pnritätdurch die Zahl der Carathe benierckt, alsonennet man l as pure Gold, bey welchem gani;keil- Zusatz ist, cm Gold von vier und zwan-zig Carathen. Weil man aber das Gold vonallem Zusas eine? fremden Metalles nicht be-sreyen noch reinigen k>n!n, so wird das feinesteGold auf drey und zwantziz und dreyviertelCarath gerechner.

Caravine, ist eins gläserne Flasche aufvielerley Art formiret, dergleichen manbey^ Gastereyen, sowohl etliche mit Weinaefuliet, unter die Gäste auszutheilen pfle-get, damit sich ein ieder nach Belieben vieloder wenig daraus einschencken möge, alsauch einKel» bey den Fischen mit Eßiz ge-fullet, um die Tafel herum zu geben, imGebrauch hat.

Carauscken, siehe Rarauschen.

Carbonade, heißt man das auf dem Rostsaffug gebratene Fleisch. Es werden auch die

Cardamomen Cardamomen-Baum 494

auf solche Zttt zugerichtete Rippen von aller-hand Vieh also genennet/ davon siehe Cote--lerres.

Cardamomen, sind ein nützliches und an-nehmliches Gewürke, welches nicht allem dieSpeisen überaus wohl geschmackt machet, son-dern auch zur Stärkung des Magens, Hauptsund Gedächtnisses furtreflich dienet, undsastdas bewährteste Mittel wider den Schwindelund die Schlag-Flüsse ist. Man hat derenzweyerlcy Gattungen, nemlich grosse undkleine.

Die grossen Kardamomen siiib eckigte,graueKörner, welche in dreyeckigtenHülsen stecken,aber weder an Geruch sostarckund durchdrin-gend, noch am.Geschmack s» scharff und beis-send siiid, als die

Aleinen Cardamomen. Diese werden gemei-niglich in ihren dreyeckigten »nd etwas lang-liaiten Hülsen (welche um ein ziemlicheskleiner, als bey den grossen Cardamomen,und auswendig weißgrau, streificht und mitkleinen Stielen versehen smd) zu uns ge-bracht, soSenn in einen Sack gethan, unddarauf mit runden Prügeln so lange geschla-gen, bis die-Hülsen aus- und abgesprungen,welche ausgeschwuiigen, und durch e,n Siebgereiniget werden. Die also reine gemach-ten Körner sind klein, eekigt und grau, wel-che wie obgedachr so wohl am Geruch, als amGeschmack krässtiger sind, als die grossen.Einige zählen noch eine dritte Art von Car-damomen, welche sie

Die größten heissen, weil sie aber von obbe-schriebenen beyden Arten gar sehr differiren,auch mehrentheils Paradies-Rörner genen-net werden, so sind solche hier Übergängen,und weiter hinten unter diesem ihrem rechtenNahmen zu suchen.

Cardamomen -Baum. Davon hat manjwevcrley Haupt-Sorten, nemlich den In-dlainschenundAfricanischenCardamomm-Baum, welche wieder in kleine und grosseeingetheilet werden.

Der kleine Indianische Cardamomen-Laum, wacklet nicht höher, als ecwandreySchuh hoch, hat glatre und knotigte Zweige,so inwendig eine schwammigte Materie haben.Die Blätter sind lang und schmal, und vornenrund, welche, wenn sie zerrieben oder zerdru-cket werden, einen überaus guten Geruch vonsich geben. AnderWurtzel kommen ein oderzwey grüne Klümplein herfur, welche, wennsie sich offnen, unterschiedliche weiß und gelbmelirte, und einen lieblichen Geruch von i^chgebende Blumen zeigen. Der Saame aberstellet sich alsdenn in kleinen Hülsen oderKnöxffein ein, und sänget 'an zu zeitigen,so bald diese beginnen gelb zu werden;Wenn derselbe noch frisch, siehet er weiß undpurpurfleckigt aus, so er aber dürre oder tro-cken wird, verlieret er seine Farbe, und wirdalsdenn also, wie man ihn zu uns herausbringet.

Der grosse Indianische Cardamomen-Vaum, wird gemeiniglich fünssSchuh hoch,seine Blatter haben eiue angenehme grüne Far-O. 4 be,