Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
489-490
Einzelbild herunterladen
 

48? Capaimen-Stein Capern

^ ^

^ ' tönern viel schmackhuNer, doch dienen der-^ K . «leichen nicht juni Brüten.

Capauncn- Stein, ist ein durchsichtigerStein, ohnzesehr einer Bsknen groß, wel-R chcr in dem Maaen weniastenS vierjähriger und^!! ' noch älterer Capaunen aenttiden wird, undÜiii!. durch Hülffe der natörlichen Hii»e aus deckG? vttbaltenen Summen irWachsen soll. Di>.«?w,i jenigen Greine, weiche von einer bräunlich-kcii ^arbe, und durchqedend«! rothen Ädern,'efunden werde«, si-<d die vornehmsten undi^. ft'csamelien. Er soll die Manns-PersonenAi?- siärcken.

Capern, Zv.'.pern, sind nnzcitiae Blnmen-^»der Blüthen - K:,öpffe (uiw nicht Früchte,«.je einige in der irrigenMeinunq gestanden)-7 des sogenannten Capern - Baamc», weiche«u» Italien, Franckrsich und Spanien, inkleinen Fsrlein eingemacht, zu uns gebrachtreerden. Diese Knrrsse werden, sobald sie" ausgewachsen, (iedoch ehe sie sich aufthun oderaufblühen) abgenommen, gesammlec, uiidan einen schattigU« Ort gebracht, woselbst sie

- etliche Stunden lieaeu bleiben, eis s»r etwas'-M. «elck «erden/imd nicht ausvlaften. Nachge-hende werden sie meinen Topff gethan, Wein-

M trüber geaossen, zugedeckt, und also

- stehengelassen. Wen» diese Zeit vorbe», drü--!!»!. ckct man die Capern etwasauS, und weichetH v si: wieder acht Tage in neuen und frischen Eßig

ei». welcheszuni dmrenmahl also wiederholet'.n'. vird; Alsdenn werden sie mit frischem Ekig indie Wiein vertheilet, und in andere Länder! - verschicket. Je kleiner und härter die Capern..A sind, ie besser sind sie, absonderlich, wenn sieM ihre Stiele noch haben: Weswegen die Spa-->:7: Nischen, welche grsft und eWe Stengel sind,weit nicht so hoch «ehalten werden, als die an-^ dern, so ausItalien von Genua, Candia undj°. Cypern kommen. Die Alerandrinischen Ca-pern kommen mit den Svauischcn, die vonl-/ Majore« aber mit den Italienischen überein.InFraiickreich sindd:e!^ven?z>!sche.i am mei-

- Ken im Gebrauch. Die Capern werden absvn--i-. derlich den Arpetit zu stärcken gelobet, und be-

, ^ kannter maffen in der Köche zu allerhand Spei- ^, / sen, auch zu Salaten gebrauchet. Wenn manCapern mir Zucker einmache» will, verfahretum« al>o damit: Man nuiünl zwey Pfund Ca-per« in ein Gef.i ', gieret ftisch Wasser darauf,' und lasset sie zwey Tage wässern, waschet siestdenn rein ab, und lasset sie nur dem Wisserkrchen, bis sie ziemlich we.'ch sind. Hieraufwir,st man sie in frisch Wasser; nimmt einMnnd Zucker in einem Tiegel, siesset Aepffel-Gafft daraus, etwas mehr als eine Meß-Kan-ne, lasset ih» aufsieden, und thut alsdenn dieCapern hinein, welche so lange sieden müssen,bis der Jucker so starck wie Syruv wird, thut

- ^ hernach alles zusammen in eine wohlgebrannte^ Buchse von Thon, streuet auch noch eine Hand

vollZuckerdazu,und vcrwahrctsiewohl. DenAe^ffel-Saffr dazu bekommt man, wenn ge-schälte Uiid klein geschnitteneAepffel inWasseris lang, bis sie 'gan« zersahren wollen, gesot-ten, und hernach mit einander durch ei» häre-

Capern-Baum Cappes-Kraut 49->

nes Sieb gegossen werden, so fiiesset der Safftdurch. Die zarten Blumen Knospen von demG.'iist oder Genist, so auch Pjnemen Krautbsisset, werden auch wie Capern mitSalk undEs'ig eingemach!, und Einst oder teutsche,lügieichen Brnm-Capcrn genannt, Desglei-chen soüen auch die Blürh-Knospen von derIndianilchen Kresse, und von der einl'chel»Dotter^Blume also genuket werden können.Der

Capcrn-Z?aliiii, oder die Staude, welchedie Capern tragt, bekommt eine Menge Wur-zeln, welche sich ans allen Seiten ausbreiren-Er treibt auch viele Zweiae oder Rancksn, somit krummen und unter sich stehenden spimgenStacheln, wie der Brombeere Strauch versehensind, und runde, vornen etwas spisige, ohn-gesehr zwev gner Finaer breite Blatter, die ei-nen seh/bittern^ Geschmack haben. Die klei-nen grünen Knövsse, so aus langen Stielen andenen Zweigen hervorkommen, sind die ka-pern, und wenn sie aufgegangen, die voll-kommenen Blüthen, welche aus vier weissenBlätlein bestehen. Die daraus folgende Früch-te, worinnen viele kieme Saamen-Köriileinstecken, gleichen sich Venen kleinen Oliven oderauch denen Eicheln. Es wächset dieses Baum-lein in dem Mittägigen Theile Franckreichs,in Italien, Spanien, Candia, Cypern undandern warnien Ländern, im sandisten stei-nigten Erdreiä), und in rauhen wilden Oer-tern , als ein wilder Strauch, wird aber beyuns in vornehmen Gärten, unter den Schirm-Gewachsen gehalten, wiewohl es selten zurBlüthe kommet. Seine Vermehrung geschie-het durch eingelegte Reben, am besten aberdurch Beyschosse, die ihre Wurkeln haben, undmüssen solche im Frühling sorigepfiantzet wer-den. Von diesem Gewächse kommen haupt-sachlich die dicken, Aschen-Farbenen runkelich-ten und locherichteu Schalen, oder so genannte

(Laper-Rindc», und sind diejenigen, wel-che von der Wuryel dieses Strauches abgeschä-let, und wie die Aimmet-Rinden zusammengerollet werden, auch einen scharffen und einenetwas bittern Geschmack haben, und m derMedicin zu gebrauchen, weilen sie eine eröff-nende, durchdringende und etwas anhaltendeEigenschafft.hoben, und dahero sonderlich zudenen Milk-Beschwerungen gerühmet wer-den.

Capilotade, Heisset in den FrankösischenKüchen alles in kleine Stückgen geschnitteneFleisch, welches man dcrinch zu einem !^,°->urzu nehmen pfleget. Also wird rergleichen vonReb-Hünern auf folgende Art gemacht: Manschneidet ein Reb-Hnn, das vvrhero gebraten,m zehen bis zwölff Stück, seket solche in einerSchussel überS Feuer, thut ein wenig Wasser,Wein,Wein-Eßig, Citroneri-Schakn.Nclcken,und Saltz daran, lassets zusammen auskochen,und wenn es bald gahr und die Brühe kurk,wird noch ein wenig Brot-Rinde darzu gerie-ben, s. i. g.

Cappes-Rr.iut, Capiis-Rvant/ oder^.i-bus-Uraut, ist eine Art von denLshl-Kräu-Q z lern.