Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
449-450
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44? Busseln Burftel-Kraut

Burtzel-Kraut

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rothe Stengel einer Spanne» hock» m-'üch-niahl auch noch höher über sich treibet, wel-che mit fetten, kleinen und länglicht-rundcn,weiülicht -grünen und glänzenden Blättleii»besetzt und. Die Stengel tragen zwischen dettBlattern und an den Gipffein bleich-gelbeBlumlei», daraus kleine runde bedeckte HüIS-leu» voller kleinen schwartzen Saamens wer-den. Dieser wird in dem halben Avnl undim Wachsen des Mondes gefäet, weilen aberderselbe sehr klein, so muß man ihn weit voneinander streuen, und mit einer Garten-Scdauffel fein platt i» die Erde einklopffen,auch hernach recht fleißig begiessen, denn die-ses Kraut kan durchaus keinen Durst leiden.Man säet ihn auch wohl frühzeitig in emMist-Beet, um desto eher Salat davon zubekommen; Wer ihn aber allezeit jung habenwill, mag die Sämig den Sommer durch zumehrmahlen wiederholen. Wenn die Man-zen etwas erstarckt, wollen selbige in ein gu-tes fettes mürbes Erdreich eine Spanne weitvon einander verpflantzer seyn, wei! nicht nurdie Stengel davon viel grosser, starcker undbesser werden, sondern auch ein vollkommene-rer Saamen davon zu gewarten ist. DerSaamen halt sich drey Jahr, ehe er verder-bet; Meine mit Abnehmung destelbigen musman nicht zu lange warten, sondern sobald eranfanget zu zeitigen, welches daran zu erken-ne», wenn er sich schwartz zu färben beginnet,denselben mit samt dem Stengel abschneiden)und des Tages über an die Sonne auf euiTuch legen, des Abends aber wieder beyseitsdrinnen, so wird er vollends zeitig und falltvon sich selbsten aus, oder kan mit den Han-den ausgerieben, von aller llnreiniakeit ge-säubert, und verwahret werden. Wo diesesKraut einmahl an einen ihme anständigenOrt hingesäet worden, da pflantzet es sichselbsten fort, und ist nicht leicht wieder zuvertilgen. Das junge Burkel-Kraur wird mitEßig, Pfeffer, Satt; und Oel zugerichtet undgegessen, wie der andere Salat; Die erwach-senen fetten Stengel werden gekocht; DieBlätter und Kölblein braucht man auch ab-sonderlich zum Salat, oder überbr-'het dieKölblein, gießt Eßig und Baum-Oel daran,und isset sie, wie die Lapern. Man kan suchdie dicken fetten Stengel auf den Winter mitEßig und Saltz, wie die Kurcken einmachen;Wenn man sie aber brauchen will, muß mattdieselben vorher» , die übriae Schärffe desSalstes zu mildern, in warmen Wasser vdeüWein auswaschen, und hernach mit Oel unsEßig aufsetzen. Dieses Kraut ist eine treff-liche Kühlung in allerley hikiaen Zuständenund Cholerische» Flüssen, bemmmet die übrigeHitze des Magens, stillet den Sod, n»d ist inFiebern, sonderlich aber wider den Skorbutsehr dienlich. Das

Vvilde Buryel Rraur, so auch zum Unter-scheid des zahmen, als welches man seinenBlättern, Blumen und Stenaeln nach daSgrosse heißt, das kleine BurnelSraur ae-nennet wird, wächset von sich selbst an feisig-ten Orten, in Weinberge» uns aus fettei»V Äcckcm,

testet sie den Pferden auf die Zäume, daß siealS eine Zierath oben zwischen den Ohren zustehe» kommen, von welchem einem und demanderen Theil an seinem Orte weitläufftigeErwähnung geschehen. ,

Nüsseln oder Flachs-Bussen (oder Posen,Vuftn) machen, heißet, wenn man des ge-räufften Flachses, nachdem er fein dürreworden, soviel, oder ein wenig mehr, alsmau in einer Hand halten kan, mit Strohabsonderlich zusammen bindet, und damit solange fortfahret, bis aller Flachs in Bus-seln, Bussen oder Posen aufgebunden ist.

Dullen-Beisser, siehe Bären-Beisser.

Null-Ochse, suche Brummer.

Bund, Heisset derjenige schmale und dop-pelt eingeschlagene Streiffe, womit ein StuckWasche daselbst, wo es in Falken gereihet,eingefasset und davon zusammen gehaltenwird, wie an denen Hemden oben der Hals,und boy den Schürkelt; Wird dieser aber gaiitzschmahl gemachet, wie bey den Ermeln undManschette», liennet man dieses alSdenn einDündFen oder Aufsay, welche entwederstarck übersteppet, oder geholnädclt, oder über,und über auf gar mancherley Art zierlich ge-nährt find. Auch kan man dergleichen aniyoauf das feinste nach unterschiedenen Musternund Breiten gewircket kauffen.

Bund, dieses Wort wird auch bey verschie-denen andern Sachen gebraucht, z. E. einBund Heu, wird gemeiniglich vor so viel Heugenommen, als in ein Stroh-Seil gebundenwerden kan. In denen Wirts-Häusern pflegtman um Profits willen, die Bunde sehr ge-ringe und klein zu machen; Auf Höfen aberund bey grosse» Haushaltungen, wo manselbsten Pferde zur Arbeit halten muß, wer-den die Heu Bunde stärcker, und gemeiniglichacht Pfunde schwer gemacht, also daß ein paarZug-Rosse alle vier uns zwantzig Stundenzwey solcher Bunde nächst Haber nnd Hecker-ling bekommen. Ein Bund Stroh ist soviel, als nach Ausdrusch des GetraideS, vondem leeren Stroh in ein Stroh Seil gebun-den wird. Siehe Schütte. Nachdem nundie Garben groß oder klein am Gebünde ge-wesen sind, so bekommt man aus einem Scho-cke derselben etwan dreyßig, auch wohl nurzwantzig bis vier und zw.-ntzia Bund Stroh,und acht bis zehen Vvirr-Bunde oderVvurm-Gedände, welche von dem kursten oder abge-schlagenen Meisten- »nd Roggen-Stroh gema-chet werden. Von denHoly-Bunden sieheinsonderheit Reiß-Bunde. Was ein

Bund Feder-Lappen, uud ein BundTücher-Lappen heisse, davon kan man unterdenen Wörtern Feder-Lappen und Tücher-Lappen die verlangte Nachricht finden.

Buryel-Rraut, Borgel-Rraut, portu-kac, ist ein Küchen-Kraut, welches aber sei-nen Nutzen so gut in der Artzney, als in derKüche hat. Es giebt dessen zweyerley Ge-schlecht, nämlich zahmes und nnldes, DasZahme Nuryel - Araut, hat eine schlechteWurstel, die aber mit desto grösserer Verwun-derung viele dicke, runde, safftige und braun-