Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
435-436
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4Z5 Brunfft-Platz Brunn

Brunn

Jahres-Zeit gleichsam zwinget, dem weibli-chen Geschlechte seines gleichen nachzugehen,und seinen Liebes-Appetit bey demselben zustillen, als welches man

Brunffren, oder in der Brunfft seyn,nennet.

ZZrunfft-play, grosse Herren halten vielvon wohl situirten Brnnfft-Pläfteii, woselbsthin sich das Wlld gerne ziehet, und da sie alsoGelegenheit h ben, desto häufiger zu hören undzu sehen, was aus der Brunfft vorgehet. Einsolcher Plast nun soll auf raumlicher, etwas er-höhter Gegend liegen, etwas mit Mast undwilden Obst-Gaumen, iedoch nicht zu sehr, da-mit er nicht verdunckelt werde, bewachsen, jadaselbst auch nebst Linden und Rasen, auch et-was mit Saat, Haber, Wicken und ande-rer Akung bestellet seyn- Er muß fein infreyer Gegend und Aussicht liegen, iedochauch mit Dickung fein umgeben seyn. SieheHirsch Brunffl,

Drunffr Zeit, ist eine gewisse,von der Naturin ordentliche Schranck-n gesetzte Iahrs-Zeit,in welcher das Wüd zu Vermehrung seines Ge-schlechts aus die Brunfft gehet, und Wollustpfleget. Die Brunfft - Zeit des Hirschen ge-het um Egidii, des Rehe-Bocks um Weihnach-leu, bald vor, bald darnach, und des wildenSchweines mehrentheils um Andreä an, da-von bey der Beschreibung ieglichen Thieresumständlicher gehandelt worden.

Drunn, ZZr-oim, Born, ist ein Ort, dar-innen sich dasWasser von einer odermehrQuel-len sammlet, daß man sich dessen daraus nachNothdurfft erholen kan. Man hat derselbenverschiedene Gattungen: Denn da die Quellen,über was vor ein Gestein oderBoden sie lausten,dem Geschmack und der Wärme nach sehr vielunterschieden: als mercket man auch derglei-chen an den Brunnen,und giebet es deren theilsSüsse, theils Saure, theils Vvarme. Vonden ersten wird in dem bald folgenden gehan-delt ; die Sauer-Bruiinen,derer man sich alleinzur Gesundheit bedienet,werden nach dem Ortebenähmet, wo sie am besten gefunden werden,unter denen der Egrische der bekannteste; dieWarmen hingegen anlangend, ist dasjenigedavon nachzulesen, was oben unter dem WortDad erwähnet worden. Wer ein mehrers,ausser diesen erzählten, auch noch von anderenArten derer Brunnen, die von besonderer Ei-genschafft sind, zu wissen verlanget, findetsolches in dem Philosophischen Mexico untereben diesem Worte weitläufftiger angeführet.Etliche von denenselben machen sich seibsten,und werden alsdenn Springen, Spring-Swellen, oder nur allein Guellen genennet;etliche aber werden durch Kunst und Men-schen-Hände verfertiget, und bekommen ihreNahmen von der Art und Weise, aufwei-che das Wasser heraus an das Tagelicht ge-bracht wird, nämlich Schöpft - oder Zieh-brunnen, Rohr Brunnen, und Spring-brunnen. Die Oueli-Drunnen müssen be-hörig gefasset, und wohl verwahret werden,damit nichts schädliches dazu kommen oder et-was hinein fallen, und Schaden dadurch ge-

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j schehen möge. Je öffter ein solcher Brunn »7,! räumet wird, und ie fleißiger man Wasser dar-^ aus holt, ie besser quillt er nach, und versteh!sich desto weniger; doch giebt es Quellen, d,-,wenn sie voll, nicht stehen bleiben,sonder»^,lausten, und dahero vor besser, als jenezM,ten werden. Hieraus ist demnach leicht!»schließen, daß die Tieffe derer Brunnen sichnach der Lage derer Quellen richte, und folglichda derer sonderlich in Gebirgen, auch viele Ä»dem Horizont befindlich, dergleichen die vd«nur gedachte Spring - Quellen, so muß i»«»dargegen an anderen Orten sie offt desto tichrin der Erde suchen. Diejenigen,so die Schöpff-oder Zieh-Brunnen heissen, müssen so tickausaegraben werden, damit es ihnen nicht ai»Wasser fehlen, sondern dieselben jederzeit m-niastens fünffbis sechs Fuß tieff frisches BZHrhaben mögen. Darzn taugen am besten dieQuellen, so etwas tieff liegen. Wie diese Ar-beit anzustellen, was vor Instrumente mdWerckzeuge darzu erfordert werden, und imsich ein Brunnen mit einem besonders darzui»-ventirten Bohrer graben und verfertigen lasse,solches kan weitläufflig in Leupolds 5KMN)

^l/6rocecknicarum cap. VI. p. 52. Lc leqy. nacht

gelesen werden. Jnsaemein werden dieseBrunnen, nachdem das Erdreich beschaffen iji,mit Gerüsten, oder auch ohne dieselbe mfreyer Hand ausgegraben, und nachgehendwenn man Wasser genug hat, entweder milFeld - oder Bruch - Steinen, oder aber niilwohlgebrannten Mauer-Steinen und WO-Baum-Moos ausgemauert, als welches»»stat des Kalches, dessen Geschmack sonstenwWasser an sich nehmen wurde, zwischen dieSteine geleget, und diese damit verbünd«werden. Wenn dergleichen Brunnen nichttieff, so wird das Wasser daraus mit einem»»-ten an einer langen Stange angehängten Ei-mer aus freyer Faust geschöpfft, bey tiesfer»Brunnen aber wird die lange Stange, demman auch wohl zwey oder drey mit eiserne»Gliedern an einander hängt, oben an dems»-genannten Brunnen-Schwengel, der in derBrunnen-Säule vermittelst eines eisern«Bolken beweglich ruhet, angemacht, undWdurch Senckunz des Eimers und Neigung d»Schwengels das Wasser eiugeschvpfft, da mmdenn den Eimer mit der Stange zurücke her-auf ziehet, welcher Zug durch den medeW-henden schweren Theil des Brunnen-SclM-aels um ein ziemliches leichter gemacht wm,Oder man machetein hohes, ans zweyenmit einem Balcken zusammen gefugten Gamc»bestehendes Gerüste, in Gestalt eines Td«Gerüstes, schraubt oben in der Mitte des o» 'kens einen Kloben ein: und ziehet uberdeM-den eine gnugsam lange Kette, vderBaft-s«'an deren beyden Enden ein Brunnen-^

angehänget ist, also, daß wenn der eine von ve-

auf gezogen wird, der andere leer dagegenvuntergehe, und wenn der volle oben lgössen wird, dieser inzwischen unten U«"Wasser anfülle: Noch eine Art hat Mda über ein gantz niedriges Gerüste e»>Rolle , Winde oder Aehbaum angedr^