Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
219-220
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2l9 Balg Balsam

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Balg, heisset auch ieym Vogel-Fang einaus.^stopffter Vogel , den man ans einemPfälgen in die Erde stecke'/ daß es das Anse-hen hat, als wenn er «ufseinen Füssen stünde,die hernni fliegende Vögel damit zu betrügen,mid ans den Herd zu k'cken.

B^ly, ist ein Tbeil an der Aehre, nem-lich das dünne Hautlein oder die Hülse/ dar-innen das Saam-Kömlem an seiner Aehresitzet.

Aalgliese, heisset eigentlich die eiserneMoore, die an den spitziaen Theil des V-ase-Balges angemachet, und der Wind daourchheraus geblasen wird. Siehe unten 2Zlase-ZSalg.

V '.Uen nennet man des Hirsches Unter-käussre, woraus er aeket. Iiuleichen auch beyden Menschen das siAschige Theil an den Fuß-Solen.

BaUen, wird auch diejenige Sammlung ein-zeler Sachen von einer oder verschiedener Artgeneiinet, wenn man solche wshl zusammenschlichtet, und über oder neben einander pa-ck't, äusserlich aber mit einem groben Tuch,Matten oder Planen umschlaget und verwah-ret mit Stricken zusammen bindet, und diesemittelst eines kslflernen Riegels scharff anzie-ht; daherauch diejeniaen. diederaleichen Ar-bett aus behorige ssrqsälrige Weise vorzuneh-men geschickt seyn/ ZZallen-Vinder heissen.So pfleat man auch zuweilen einerley Waarein gewisser Zahl und Maaß also zusammen zupacken, mid dem Ballen oderBällgen nach zuverkauffsn; Als ein Ballen Papier, der ia Rießoder :c»Buch in sich hält; gleiche Bewand-iiik hat es mit der Leinwand, welche in verschie-dener Sorte, als Hans-Mittel und feineoderklare dem Bällgen nach verkausst wird, da-ron manches zc> Ellen hat, so auch ein halbStück heisset insgemein aber soll iedes Bäll-gen > 2 Ellen hallen; So ist man auch gewohnteine geringe und schlechte Sorte von Atlas aufdergleichen Art zu verpuffen, daher erZZäll-gen-Aklas genennet wird. Der beste davonheisset Lauion, und der gemeineste

Larin.

Balsam, ist eine weiche, gleich einer Salbeschmierige, meist aber wohl-riechende Mate-rie , die entweder von der Natur oder durchdie Kunst zuwege aebracht worden. Von demwahren Balsam-Strauch, dessen sein eigent-liches Vaterland fel!x, g»da er lZaieiümoder lZ-ill-n heisset, und davon des Herrnin )ena gelehrte ^

l7os K->Kir->. nachgelesen werden kan, schrei-bet zwar er wachse allein in Iudäa,und noch darzu nur in zwey Gärten, die denKönigen gehörig; Allein er ist auch in Indienund Asien anzutreffen, iinmassen er aus Ara-bien, als einem dürren, sündigten Boden in ei-nen selten sich gerne versehen lässet, wiewohlman ihn sodenn auch nicht so kräfftig befun-den; Aus diesen Ursachen aber hat er ebenverschiedene Benennungen bekommen, daß ertheils in'glMen ^ theils

theils theils 5"

ftn Deutsche» die Salbe »usVllcad.oder mit

seinem Hiupt-Nahmen qbtteiin«

wird. Er wächset dem Holtz nach wie We«,-Reben, doch nicht so hoch; Wenn dieses Hgb-mitGlas, Helffenbei» oder sonst einem sch»^gemachten in^rumcnr, nnr aber mit keinemEisen, weil es davon verderben soll, inMartis bisAugustum ausgeschlitzec oderqcris-sen wirb, lässet es dergleichen wohlriechende,,Safft Troxffen-weis fallen, welcher ang-lich weiß, hernach gelb, und endlich wieMwird, hat einen bitterlichen piqu»nren Fx,schmack und höchst-angenehmen Geruch; chger wird auch so aus dem Holtze und Blätternda heraus gezogen, welcher letzte aber »ich!von so grosser Güte als der wahre Safft. Dirdurch Kunst ans allerley Specersyen, gemss«Galtzen, Harken, Gummi und deraleicheiizn-bsreitete und distillirte sogenannte Balsam, ajzZimmet- Rosen-Muscaten- Lavendel-SchlGGiieder- Nerven- Lebens-Balsam u. s s iiso mancherley, de.ß es viel zu weitläüffliqmdbeschwerlich sollen würde, solche Arten allehierzu beschreiben, und kau davon in dem Natur-l^-xico das Wort nachgeschlagen

werden. Den aus den köstlichen Speeere»verfertigten und sogenannten schlag-Bal-sam pfleat inan gemeiniglich in einem an!Silber, Elssenbein, Stein u. s. s. aufmancher-le» Art zubereiteten Behältniß.so einBals«»-Büchslcin genennet wird, be» sich zu tragen,um in l'edürffendem Fall dergleichen aljvöalSbey derHglid zu haben.

2Zaisam-?lepsseI,ist die Frucht einerMWvon zweyerley Arten; Eine, so wir die ge-meine nennen wollen, hat zarte streiffige Ran-ken, zerkerbte und krause Blätter, gleich demWein Blättern, aber weit kleiner, und einebleich-gelbe oder Isabell-Farben-Blüthe. DieFrucht ist längüchl-rund, an beyden Seitenzugespitzt, anfänglich grün, Hernachmals ab»schön gelb-roth, springet, wenn sie nur ein we-nig berühret wird, von sich selbsten aus, iinZwindet sich also zusammen, daß das gold-MMarck auswerts zu stehen kommt; inwendigenthalten dieAepffelein vier, sechs, bis acht»lange dünne Kerne, welche mit einem hoch-rothen dünnen Häntlem umgeben, unda«-sänglich weiß, wann sie aber reissworden, aanüschwartz werden, und dieses ist eigentlich d«Saamen zu ihrer Fortpflantznna. DieandcttArt ist die Ceylonische, diese ist zweymahl j»groß als jene, und dabey nebst ihrer laM>>und starcken, gerad unter sich gehenden Wur-zel, auch darinnen von solcher unterschiede«/daß ihre Blatter länglicht, wie das WeidBLaub, aber allenthalben, wie eine Säge,

kerbt seyn, und daß ihre reiffen Kerne «m.

weiß bleiben. Der Saame von diejenM?'zen muß alle Jahr frisch eingestecket, und wpaar Taae zuvor in laulichtes Wasser, danMSauerteig liegt, eingeweichet werden, erforM

auch eine niit Küh-'Mist vermengte seltenm

und will anfänglich im Schatten und nauUhe.'ids in der Sonne stehen. Wennzu wachsen beginnen, muß man sie aneni o»gemachtes Geländers herum schlingen,