Auströsseln
Auswachsen Auszacken 194
Schale» mit ausgelassener Dutter auf einen,Kohl-Feuer gebratenen, und mit klar-gene-bener Semmel klein-geschniltene» Citronen-Schalen und geflossener Musealen - Blütheoder Pfeffer bestreuten, wohl die annehmlich-sten/ wenn sie nur verdaulicher wären, auchhat m«u, indem sie braten, wohl acht zu geben,daß sich keine an die Schale hänge, jonst wrin-get sie in die Lufft. Dle Ausgcscl'nittenenkan man wie Sardellen, mitEßig, Baum Oeiund Pfeffer, oder auch auf andere Art zurichten,Z E mit Sauer-Rraxt, diese werden vorher»cm wenig gewässert, und darauf m einemTiegel oder mit recht rein-ausgewa-
schener Butter über dem Feuer l»C.ret, Hier-aus nehmet halb gahr gekochtes Sauer Kraut,schneidet diese« mit einem Messer, doch nicht zuklein, lasset es in Butter ein wenig schweissen,aiesset dicken sauren Rahm darunter^und la>-set es zusammen durch einander da mpffen^ Ma-chet um eine Schüssel, darein angerichtet wer-den soll, einen Krantz, schmieret sie mit But-ter, und überziehst die gantze Schussel mitKraut; Leget alsdenn eine Lage Austern undetwas scheiblicht aeschnittenes Rinder-Marck,denn wiederum eine Schicht Kraut, womit ihrwechsel-weis so langesorrsahren könnet, bis dieSchüssel voll ist,so,daß dasKraut oben beschlies-set. Endlich aiesset oben darüber her ein we-nig zerlassene Butter, streuet geriebene Sem-mel darauf, und backet es im Ofen. So lhrwollet, könnet ihr folgende Larnirure darzumachen: Stecket nemlich von den Austern ei-niae an ein Spießgen, daß allezeitdarzwischen«in Stückgcn Sveck oder Rinder - Marckkomliie,runckel diese in Butter,bestreuet sie mitSemmel und Muftaten-Blüthen und bratetsie gelinde aus einem Rost, so könnet ihr als-denn das gchackene Kraut damit herrlich aus-staffiren. Die Asche von denen Austern machetdie Zähne weiß, ist gut für alte Geschwüre, undwird zu gedruckten Pferden gebraucht. An denMeer-Küsten, wo man dieAustern häufig fan-get,wird aus ihren Schalen ein trefflicherKalchgebrannt, welcher aber nicht zum Tünche» anfreyer Lufft dienet.
Austreiben, Heisset das Vieh auf die Weydetreiben. Solches soll im Frühling oder Herbstenicht ehender geschehen, als wenn die Sonnesich schon mcrcklich erhöhet hat: Wenn aberstarcke Nebel gefallen, soll das Vieh nicht aus-getrieben,sondern lieber daheime in Ställen ge-lassen und gefuttert werden: Denn von denNe-beln und dem Thau wird dasVieh aerne kranck.Sonst geschiehet es bey dem Rind-Vieh voroder kurtz nach Ostern.
Auströsseln, Auströtteln, wird von Lein-wand und andcrn gewirckten Zeuaen gesaget,wann an einem Ende, wo keine Saal-Leiüe, diein einander gewirckte Fäden sich ausziehen.Solches lässet sich an verschiedenen seidenenZeugen, die gerne dergleichen Art an sich ha-ben, verwehren, wenn man sie an solchem Ortemit kleinen Wachs-Lichtern besänget, und mirdem davon gcschmoltzenen Wgchs bestreichet.
Gecooom. l.exic.
Zuweilen werden auch im Nähen aus Nessel«tuch und andern klarenZeugen von demFi auen-ziinmer mit atlem Fleiß einige Quer-Fädenausgezogen, dieselben an dem Orte bestochen/die übrigen Fäden aber gleichsam als Frankenhangen gelassen, oder man verknüpfst solche,und lasset sie als Trotteln hange».
Auswachsen aeschiehet,wanii in derErndte,da das geichnittene oder gehauene Getraidenoch ans dem Felde liegt, ein anhaltendes Re-gen-Wetter einfällt, daß die Körner in denenAehren zu keimen anfanaen und auswachsen,welches insonderheit der Gersteam geschwinde-sten widerfährer.
Auswerffen, ist ein Jäger -?>rmmu-, undwird geftzet, wenn man dem Thiere das Einge-weide ausschüttet, und es wegfeget.
Auswintern, ein Thier, Vcgel :c. odereine Frucht, Pflanke :c. den Winter durchrespektive mit Futter, oder gute Pfleg-und Wartung in erwünschtem Stande er-halten.
Auswipffeln Heisset, den Gixffel oder Wips-sel eines BaumeS abhauen. Es geschiehet sol-ches gemeiniglich an den Tannen, Fichten,Kranneweth- oder Wacholde! beer-Bäumenund dergleichen, welche zu Wein- und Bier-Zeigen aus denWäldern gehvlet werden. Wei-len nun dadurch viel junges Holi; verderbetund zuschanden gemachet wird, alsistesdillizin denen Forst-Ordnungen verboten; denn dieWirte und Wein-Schencken können zu ihrenZeigern wohl von Tannen- und dergleichenReisicht geflochtene Büsche oder Krantze ge-brauchen.
Auswircken, Heisset das überflüßize an demHorn oder Huf eines Pferdes mit dem Mrck-Eisen oder Wirck-Messer ausschneiden, daß da«aufzuschlagende Huf-Eisen wieder füglich lie-gen könne. An den Vörder-Füssen muß vor-nen her mehr ausgewirckt werden, und sehrwenig hinterwerts nach den Stollen zu. De-nen Pferden, die hohe und hohle Hufe haben,soll man im Zunehmen des Mondes, wenn erdrey oder vier Tage alt ist, wohl auswirckenlassen. An denen sogenannten Esels-Hüsen,da nemlich ein Pferd enge Fersen und einenhohen Huf hat, soll man die Wände mit demWirck-Eisen wohl nieder, und bey denen Fersenoder Strahlen weit ausschneiden, damit dieHüse nieder, und bey den Fersen weit Müsstetbleiben, daß das Leben wieder in die Füsse kom-men kan. Siehe beschlagen der Pferde.
Auswircken, Heisset den Teig, wann er nachdem Kneten ausgegangen, »och einmahl mitden Fäusten rechtschaffe» durcharbeite», daß erfein feste wird- Siehe Nrot backen.
Auswircken, siehe Zerwircken, als welchesbesser gesprochen wird.
Auszäcken, Heisset allerley weißGerätheanivunciienen, Krausen, Halstüchern,Schürften,oder ausser diesem andere Sachen, aus F!ohr,Tuch, Taffent.und andern mehr bestehend,Bo-genweise an den Enden auMweiffen, solcheentweder nur schlecht umschlingen, oder rechtbesteche», und mit kleinen saubern Zäcka-m be-setzen ; wi.'ivohl man sich, svuderlich bey Tuch,G Led»r,