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[1] (1764)
Entstehung
Seite
191-192
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lyr Ausstopffen Austern

Austern

Zehenden davon geben, welcher die Fovst- oderStock-Garbe zeneniiet wird.

Ausstopffen, pflegt man diejenige Arbeit zunennen^, wenn entweder mancherley Artentwn Küssen und Betten, mit verschiedenerMaterie, als Sand/ Haaren, Heu, Stroh,Federn, u, s f. ausgefüllet werden; oder, soman die Bälge und Häute voin Feder-Viehund auch andern Thieren behutsam abziehet,sie gehörig zubereitet, mit Reh-Haaren wie-derum wohl ausfüllet, und ihnen eben dasAnsehen giebt, das sie im Leben besessen.

AusstreicheN/ siehe Lurchen ausstrei-chen.

Auster, wird derjenige Wind genennet, dergerade aus dem Mittag gehet, und sonst auchder SUd-wind Heisset.

Austern oder Gestern, sind Meer-Fische, soMit zwo Schalen, einer dünnen und platten,und einer dicken, auswendig etwas erhabenen,knwendig aber hohlen Schale »uneben sind.In solchen Schalen befindet sich -) der Wir-bel oder Kamm, welcher angewachsen, undwegen seiner Härte nicht wohl zu essen ist- -)Das zarte Fleisch um den Wirbel, welches dasbeste Theil, und von denen delicaten Mäulernallein genossen wird- z) Der Schweifs oderBart, welcher das Fleisch umgiebet, undgleichfalls zu essen ik: Was aber dessen Hautanlanget, ist selbige von Farben weiß, ineinigen grünlich in etlichen mit blau durch-zogen; Sie dienet, wann sie frisch und gut,st, zum Essen, sonst wird sie in der Kücheweggethan. Und 4) ihr natürlicher Saltz-Safft, so dabe>> sich befindet. Sie sind so-wohl an der Grösse, als an der L«nds-Art un-terschieden, sintemal sie nicht an einem, son-dern an unterschiedlichen Orten der Nord-See,des grossen Welt-Meers, des Mittelländischen,wie auch des Arabischen und Indischen Meereshäuffig gefunden, und bey der Ebbe, das ist bey!Ablaufs t>er See, mir schweren Netzen ausgezo-!gen, oder mit Schauffeln aus dem Strand-jWasser zusammen zescharrer werden. In Hol-land rühmet man die Seelandischen.welche beyVlißingen und Middelburg gefangen werden.In Engelland werden die kleine» Austern vonGlocester, welche die Holländer GroenbaartjeS znennen, vor die delicakesten gehalten. Die!bey der Insel Heiligenland, und die Hollsteini- ^sche, so bey Husum gefangen werden, sind etwasgrösser, und solche achtet man bey uns vor diebesten. Noch grösser aber sind die Venetiani-!schen- Sie haben keine andere Bewegung, als!daß sie die benden Schalen öffnen, um das iMeer -Wasser, als ihre Nahruna, an sich zu zie- lhen, und sich sodann feste wieder zuschlicssen. ihat davor gehalten, daß sie aus demLebmen oder Unflat im Grunde des Meeresentstünden: andere Neuere wollen behaupten,!daß die Austern in sich selbst ihre Eyer emrfien-!gen, und im Zunio, als um welche Zeit »e we-nig zu finden, dieselbe ans den Grund der See,!als junaeAustern von sich liessen,^ welch-denndaselbst mit Schalen überzogen wurden. Nochandere geben vor, die Auster» strichen im Mar-ti», i und liessen den Sa«»ien aufdte Felsen fal-

len, da denn junge Austern daraus würden'

Der 5,»^ N L»?-»/,»

det, daß die Inwohner der Lendschafft Cwckiang in China nahe bey der Stadt v-nck-udie Austern zexstossen, und vieselbiae also ml-verisiret in die niedrigen Wasser-Felder sie»wie man einen ander»Saamm zusäenpflezedaraus solle», wenn sicven den gesal!-enen K»-then überschwemmet werden, guteAusternmihre Tafeln erwachsen. Man fängt sie bey nchdas gantze )ahr, aber sie sind im Herbst, M-ter undFruhlina am fettesten,und sonderlich j«zunehmenden Mond, weiches eben nicht Wmehrerer Nahrung, die sie alsdenn haben sol-len,herkömmt, weil sie doch auch im abnehmen-den Mond in der See an ihrem Ort bleiben,sondern weil um den Vollmond die Nachte we-gen vollen Lichts laulicht, oder nicht so kaltseyn; die Austern aber verlangen von Natmdie Wärme, und gedeyen dabey besser, smte-mahl ihrFleisch kalt, feucht und röhsafftiziß,also, daß man sie mit Recht unter die gesunde»Svenen nicht zählen knn, aber die Zubereitungund die Gutigkeit des Magens kan wohl etmiverbesser». Sie werden zu uns aebr-'cht, ent-weder in denSchalen; oder ausgeschnitten ohneSchale» in Faßlei», mit ihre»! eigenen Was-ser übergössen; oder mit Saliz, Pfeffer undLorbeer - Blätter» eingemacht. Die Austernin ihren Schale» eine Zeitlang frisch zu behal-ten, daß sie siA nicht öffnen, und ihr W isser,alsihre beste Brühe, so mit genossen, den Leib öff-net, verliere», müsse» in einem Fasse zugedeckt,und etwas schweres daraufgeleget werden. Dieman einsaltzen will, muß man aus ihren (scha-len nehmen, und in grosse irdene Tövffe derge-stalt einlegen, daß man erstlich den Bode» mitetwas Saltz undPfeffer überstreuet,und solchenmit etl,Lorbeer-Blättern, ganzem Caneel »ndgrünem in Saamen geschossene» Fenchel bele-get, hernach eine Lage Austern macht, niiddai-auf eine Schicht von erst- benannten Svecien,ferner wieder eine Lage Austern, und so fort, bisdas Geschirr voll wird. Diese dienen sowohlroh zu essen, als zu allerhand Speisen, Pastetenund Füllsel zu thun, müssen aber vorh«o einwenig gewässert, oder »ur im frischen Wassttabgespület werden. Frische Austern pfleg»man also zuzurichten: Das Garstige anbe-llen Schaleil wird zuförderst mit einem Karcke»Messer herunter geklopffet, denn es ist nichtrathsam, daß man ke, wie einige zu thun Mge», im Wasser wasche, weil zuweilen manch/Auster offen, da denn das Wasser hinein lau -'sen,und dadurch der Auster-Geschmack verbemwerden ka»; wie nun durch dieses starcke Mffserklopffen sich die Schalen schon ein wenigol-ne», so stechet sie alsdenn vollends aus lojet!«Auster mit dem Messer ab, und setzet selbiiWdie tieffe Schale. Den» es ist bekannt, daz eimSchale etwas tief, die andere hergegen M

platt ist. In denen See-Städte» pfleget nM

sie alsdenn mit einem Glas Weine gerne m

zu essen, und mit Citronen-oder TamarnMN'

Safft, Jngber und Pfeffer zu würtzen, WeM'mau vor die gesündeste Zubereitung hält, >e^sind die auf gleiche Art vorbereitete,