i8z Ausflechten Ausgabe
in eine sich verändern. Sonst wird diese«Wort auch im gemeinen Leben gebrauchet,wenn m:n anzeigen will, ob eine Sache inder Arbeit wohl gerathen, da es z. E. Heisset,dieser Guß ist wohl ausgefallen.
Ausflechten, nennet man, wenn das Hgar,so in einem lange!! ZopffeinMochten worden,wieder aufgelöset wird; wie bey dem Frauen-Wolck das Haar, daraus sie das Nest auf demKvpff zu formtreu pflegen.
Ausgabe, ist ein wirtschafftliches Ge-schaffte der Anwendung eines erlangten be-weglichen Gutes, es mag in Naturalien oderGeld bestehen, zu dem Zweck der Nothdurfftund Bequemlichkeit des Lebens, oder aber,um dadurch mehr Mittel, als man brauchet,zu erlange», und zu erwerben. Es wird durchsolche Ausgabe ein Nzcu»ie entweder gantz-lich consumiret, daß man nichts mehr, janicht einmahl in veränderter Gestalt etwas da-von hat, davon sonst noch wieder eine Ein-nahme entstehet, oder es wird anaewendet,und nur verändert, mithin was nöthigers,nükiichers oder beqnemers daraus verfertiget.Oder e- wird endlich vertauschet, und em an-deres Gut daaegen erlanget. Und dieses ge-schieht nicht nur mit denen Naturalien, son-dern auch gar mit dem Gelde sowohl gegenandere bewegliche und unbewegliche Sachen,gegen Dienste der Menschen und ihres Viehes,und gegen Credit, als auch geaen Geld, nem-lich damit man eine andere Art von Männ-Sorten erhalte. Das alles heißt im weitläufftigen Verstände Ausgabe. Wie sich nundieses Ausgabe - Geschaffte bey einer Wttt-schafft überhaupt, oder Key dieser und jenerAusaabe, z.Seinem B-u Besoldungs-Ekat:c.wircküch nach denen historischen Umständen,nemlich wer, was, wo, womit, warum, wem,wie uiw wenn ? begeben habe, davon geschickteine glaubwürdige, ordentliche und deutlicheErzäklu-ig in einer nach Rechnungsart ver-mittelst gewöhnlicher B-stimmmig derer Ein-heiten ihrer Zahl, Grösse, Maaß, Gewicht:c.welche >n Naturalien und Geld verschiedent-lich eingeführet sind, z E.nach Scheffeln,Pfun-den, Ellen, Tonnen, Thalern, Groschen:c.wvrnach das ausgegebene Gut abgemessenwird, einqerichteren schrifftlichen Vorstel-lung. Und dieses ist ordentlicher Weise derandere Theil in einer wirtschasstliche» Rech-nung, uud wird die Ausgabe, gleichwie dererste die Einnahme geneunet. Alle Ausgabebestehet demnach i) in Naturalien, oder -)>uGeld, und geschiehet entweder zu der ordent-lichen und beständigen Nothdurfft und Be-quemlichkeit des Lebens, oder in der Sacheselbst, wovon man etwas gewinnen will. Da-her solches (>) die ordentliche Ausgabe heißt,welche entweder Anentbehrlich, oder aber ent-behrlich, qleichwohl aber doch noch nüxlichoder unnützlich , oder aar schädlich seyn kan.Wann die Ausgabe aber uni einer ausseror-dentlichen und zufällige» Noth, eines ohnge-fehr aufstossciiden Nutzens, einer zufalligenBequemlichkeit, oder einer solchen Lust wegengeschiehet, s» heißt solches eigentlich (?) die
Ausgabe
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ausserordcntlichc Ausgabe. Auf welchen,^nicht leicht ohne Noth, oder doch nicht e!,-/als bis die ordentliche ihre Richtigkeit Wdencken und fallen, dennoch aber bey der or-dentlichen , vermittelst der ^enzxe, auf dieausserordentliche Ausgabe sich durch eigenSpar-Pfenuig gefaßt machen muß. DieAii-«endunq selbst dieses ersparten aber mu'idoch auch in der ausserordentüchen AusMklü-ilich geschehen. Daher denn diese ebm,falls zu unterscheiden in unentbelirliche, z.xbev Unglücks-Fällen, item was zufälliger WeiseEhre und Ansehen erfordert, oder aber dieentbehrliche. Diese aber kan dennoch auchentweder nützlich oder nnnüklich, oderMschädlich seyn. Die unnützliche, obwohl nichtschädliche, nennt man auch eine überflüßmAusgabe. Beyde aber lehret die Vernunftzu vermeiden. Wer nun dieses nicht alleinnicht thut, sondern auch überSem ordentlichund ausserordentlichnöthiaeundunnöthigezc.Ausgaben garnichtunterscheidet, folglich ohnezureichenden vernünfftigen Grund ausgiebt,das ist, sein Gut und Gelb nicht aus derAbsicht verwendet, damit er seinen und an-derer ihren Zustand dadurch vollkommen«mache, oder doch in einer gewissen Vollkom-menheit erhalle, dahingegen aber vielmehrdenselben dadurch unvollkommener machet,ingleichen, wer okne Vergleichung seiner Ein-nahme mit der Ausgabe, mithin mehr auS-giebt, als er einnehmen kan, »der sich dochin die Nothwendigkeit ohne Noth, mehr aus-zugeben, als er wieder einzunehmen hat, selbstsiürket, folglich feine Einnahme nicht auf dieZeiten ordentlich eintheilet, damit sie zurAusgabe, bis daß mehr eingenommen wird,zureiche, der ist ein Verschwender, Durch-bringer, und gar kein Wirt. Und wer nichtseine ordentliche Ausgabe so einrichtet, damiter von Zeit zu Zeit etwas zur ausserordentli-chen spare, ohnerachtet solches die Einnahme,wenn er nur fein das unentbehrliche der or-dentlichen Ausgabe erwäget und aussuchet,gar wohl zulässet, das ist ein schlechter Wirt.Wer aber hinwiederum das nothwendige undunentbehrliche, ordentliche und ausserordenlli-che gar nicht ausgeben will, sondern alles be-halten, oder darinne anders, als vermittelstkluger Beobachtung Hauswirt!ichcr Vortheilein Ansehung des Orts, der Zeit, derArt undWeise, z.E, im Einkaufs, wenns wohlfeil, lvoes wohlfeil, im gantzen :e. ersparen und kni-ckern will, der ist ein karger Filtz, und aber-mahl ein unvernünfftigerWirt. Wienunindiesem Stücke die Menschen ungleich gesinnel
sind, also suchet ein treuer Haushalter diese la-
sterhaffte Arten zu meiden, und zwischen deniGeiy und der Verschwendung die Mittel-Strasse, nemlich die Sparsamkeit,zu erwählen.Sonderlich ist es nöthig, daß ein jeder Wirt allelahr ein Verzeichnis seiner verniuthllche?Einnahme und seiner ordentlichen und auj<ftrordentlichen Ausaabe nach Proportion der-selbe» mache, hiernächst eine Uiberlegun?stelle, und einen »nverbrüchlichen ScMfasse, ohne die höchste Noth nichts mehr ou»-