«5 Ablaß Ablassen
Ablosscn Abmähen -6
Ablaß, ist eine auf dein Lande und einigenDorffschafften hier und da eingeführte mWvon k^er Gerichts. Obrigkeit jii einer gewissen^ahrs-Zeit auf einige Tags vergonnete Lust,dabey gemeinialich der an dergleichen Ort!>chbefindende Wirth etwas gewisses zum^Bestengiebt, und darnach auf einer geraden cstange,die von ihrer Schale oder Ainden^entblosset,uns über dieses mit fetter Materie überstrichenworden, daß sie recht glatt und schlupffrig sey,denen GDen zur Lust, junges Volck kletternlasset/ oder er stellet einen guten Ochsen zumAusspielen ans u. s> f. Gemeiniglich ist die>eSBauren -Fest nach der vollbrachten Erndte, undsonder Zweiffel darum angesetzet/ damit dasGesinde alsdenn von der m gedachter Zeit ge-habten vielfältigen und häuffigen Arbeit ab-lassen dürsse, und wiederum eme kleine zuge-lassene Ergötzlichkeit haben inöge- Diejeskonte wohl gewisser massen in christlicher Zuchtund Aussicht gestaltet werden- Allein daranfehlt es insgemein. Und überdiß werden die-jenigen Bauer-Gelache, die diesen Nahmenfuhren, sonderlich so genennet, wenn imPabstthum ehemahls mit einer Kirche odereinem Kloster, so gewissen Heiligen gewid-met worden, das Recht des Ablasses oderdie Vergebung der Sünden, verbunden wor-den, woserne dahin an einem gewissen TageWallfahrten angestellet und ein gewisses Gelderleget würde. Denn eben diese zusammenzelausseuen Leute machten sich hernach aus dieVergebung der Sünden mit neuen Sundenlustig. Ob man nun gleich unter uns Prote-stanten jenes abgeschaffet, so sind doch dieseFreß- undSauff-Feste, die auch osst den Nah-men der Kirchmessen führen, beybehalten wor-den , welche manche» Schade» in der Land-Wirthschafftnach sich ziehen. Ein solcher Ablaßist z-E. noch zu Memmeleben iiiThürinaen.
Ablaß, ist der niedrigste und tieffsteOrt ineinem Teiche, oder Flusse, dahin sich das Was-ser aus allen anliegenden Orten zu versammle»Pfleget, und wo solches alsdenn vermittelsteiner durch Len Damm gelegten eichenenRinne, und eines daraus gesetzten Schlegels,Zapffen- oder andern Standers, nach Gefallenabgelassen werden ka». I» grossen Teichenhar man entweder mehrere, oder aber ausser-vrdentliche grosse Ablasse mit gemauertenDurchgangen, welche mit starcken Vorsetz-Gattern und Schutz - Bretern versehen, undwovon hinten unter dem Wort Teich einMehrers vorkommen wird.
Ablassen, bey Teichen, heißt, den Schle-gel, Zapffell, oder das Vorseiz-Bret einesStänders ziehen, und darbey das Wasser ei-nes Teiches oderCanals, welchen man fischenwill, ablausseil lassen. Es muß solch Ablassenallmahlig geschehen, und das Wasser nachund nach weggelassen werden, damit die Fischemit sachtem Ablaß dem Zug des Wassers fol-gen, und nicht an niedrigen Plagen in denenGruben, dcrqleichen sich manchmahl in Tei-che» finden, stehe» bleiben mögen.
Ablassen den "wein, siehe Abziehen.
Ablassen die Milch, geschiehet, wann derfette Theil der Milch, neml-.ch der Rahm, oderdie Sahne sich fein dicke oben drauf gesetzethat, die darunter befindliche Milch aber blauaussiehet, da man denn die Zapffen in denMilch - Aeschen, Milch - FDgen oder MilchStändern ziehet, und die lautere Milch ab-lausten lasset, damit die Sahne darinnen aufdem Boden fisen bleibe, welche hernach mitdem Rahm Löffel heraus, und iu den Rahm-Ständer oder Rahm-Topff gegossen wird,werinnen man sie so lange sammlet und stehenlaßt, bis man zum Ausbutter!! genug hat.
Ablauffen, wird von dein Wasser gebraucht,wenn es bey dem Uibersiiü! ans einer an einemOrte etwas abhängenden Flache herab laufft:Auch bedienet man sich dieses Wortes bey den-jenigen Machinen, die dnrch Federn und Ge-wichte ihren Trieb und Bewegungen haben,wenn nemlich die Feder an ihrer sia> ausdeh-nenden Krastt so schwach geworden, oder derunl die Weile gewickelte Strick, daran dasGewichte Hannet, sich aänstlich abgewickelt,! und dümn.'ch die M.'chine st-ke zu stehen ge-! nöthiget wird, so sagt man : die Uhr, der! .Vraten-^Vendcr, dasXad iftabgelanffc».^ Endlich ist dieses auch eine aemeiiie Redens-«Art bey Handel und Wandel, da es so vielHeisset, als alle werden: A. E- Meine! Waare, mein Vorrach, u. s. s. ist mir abge-laufen.
Ablegen heisset, wenn die Kleider, soman an sich gehabt, ausgezogen, oder we-gen ihres Alterthums gar bey Seite gehan-gen werden.
Ablegen, siehe Einlegen, oder Einsen-ke».
Ableiten, das auf den Feldern srehen-blei-bende Schnee- oder Regen Wasser durch Was-ser-Furchen und Gräben abführen, damit dieSaat nicht dadurch ersticket werde; ist einsArbeit, welche hauptsachlich in denen nassenWinter- und Frühlings - Monate» verrichtetwerden muß.
Ableiten, siehe Abzüge in Weinbergen.
Ablolwen, bedeutet so viel, als eine inDiensten gestandene Person aus denselben las-se», und den aufgewisse Zeit bedungene»Lohi»vor die gethane Arbeit ihr auszahle»; Alsowerden Zinimerleute, Maurer, Handlanger,und andere Tage-Arbeiter entweder nach voll-brachter Arbeit, oder wenn währender Zeit ei-ner und der andere nicht treu und redlich be-funden wird, vor dem gesetzten Fiel und unver-hofft abgelohnet.
Ablösen, heissen die Jäger, wann sie wasvon einem wilden Thiere abschneiden.
Ablosen, wird auch gebrauchet, wenn einArbeiter mit einen, andern, der bereits sichmüde gearbeitet, abgewechselt wird, so daßdie Arbeit desto hurtiger und unausgesetzt fort-geführet werden ka».
Abmähen, Gras, Gerste, Haber, Erb-sen, Linsen, Wicken, Heyde Korn ?c. mit derSense abhauen. A» manchen Orten wird auchKom und Weitzen abgemäht, wo man dessen
viel