i? Aberglaube Abfall
und in der Zimochk^r-t machen könne. Wersonst von den alten ungearündeten Regelnwegen der Blaneten-Einflüsse in der Wirt-schaft alles zu'ammen lesen will, kan den hun-dertjährigen oder auch den curü-uixiz und im-merwährenden öeonomischen Frauenzmimer-Calender, Erfurth 17Z8 ?. 60 5^. brau-che!^
2iberg!a„be, ist eine unaegründete Ein-bildung und falscher Wahn, indem man vonSuchen, die irdisch nnd vergänglich, sichetwas Göttliches einbildet, ans schiechtenDingen grosse und gefährliche Folgerungenvoraus wissen, ja aus sonderbaren Zeichen,Merckmahlen und deraleichen, Glsck undUnglück deuten und wahrsagen will. Gleich-wie aber dieses Laster seinen Ursprung ausdem blinden finstern Hcidcnthum hat, undbey den, unverständigen gemeinen Volck nochimmer befunden wird; älsv hat ein vernünf-tiger christlicher Haus-Vater-mit dergleichenabgöttischem und oft einfältigem Wesen nichtszu schaffen, sondern ist vielmehr bemühet,dieses Uebel auch von seinen untergebenenDvmestiguen gäntzlich zu verbannen, keines-wea.es aber selbst zu dulden. Siebe Philo-soph. i^x. Jedoch dieser Begriff beziehetsich mehr aus den r-lixienseii Aberglauben.In wirtschaftlichen Dingen nimmt man dasWort auch vor solche Meinungen und Hand-lunae!!, welche alleihand falsthe Sätze vonder Natur der Dinge, der Cörper und Geisterzum Grunde haben, denen man Wahrungendevieget, die durch ihre bekannten Kräfte undnach ihrem Wesen nicht inöqlich sind. Jaman verdecket oft allerhand Laster mit solchenabergläubischen Meinunqen. Ein faulerKnecht z. E. will die Pferde-Stalle nicht»wn Spinnen reinigen, denn die Pferde sol-len besser dabey stechen. Der Ursprung tie-fer abergläubischen Dinge.ist in der Unwissen-heit der Natur-und Geister-Lehre der Altenzu suchen. Und noch ieko fehlet uns vieldarinne. Die Gelehrten sind es, welche die-sen Aberglauben nach und nach bestreiken undausrotten sollen. Denn es ist ihre Pflicht,dem unwiffenden Wirt darinue zu helfen.Massen die Wirtschaft voll von solchen aber-gläubischen Dingen ist, bey dem Wetter,bey dem Ackerbau, bey dem Bergwercks-We-sen, bey der Iägerey, bey der Viehzucht?c.Die Rocken-ichilnsopbie und das I'lieiirriimdes Aberglaubens kau mehrere Nachricht da-von geben. Indessen so geht man doch aufd->r andern Seite oft zu weit, und giebt vorAberglauben aus, was doch diesen Nahmennicht verdienet. Siehe die Leipziger Samm-lungen von vconvmischen Dingen,das ztc Stuck
p. 2ii sgq.
Aberklauen, s. Afterklauc.
Abfall, heißt erstlich die Höhe, um welcheein Boden an dem einen Orte niedriger odertiefer liegt, als an dem andern; sodenn wirdauch dieses ein Abfall genennet, wenn einNachbar den Ueberfluß seines Röhr- Wassersdem andern wwmnien lässet; ingleichen isto -r ei» Nachbac ?e!>Ä>u<M, eines andern Ab-
Abfäumen Abgeschirren 2a
fall der Traufe und den übriaen Zusammen-fluß des^Wassers über seinen Grund und Bo-den abfuhren zulassen; So pflegen auch inschlechten Zeiten die Gewerbe und Handthie-rungen der Bürger schlechter und geringerzu werden, und diese in Abfall der Nah-rung zu gerathen. Dieser kan verschiede-ne Ursachen haben. Siehe Nahrungs Ab-fall und cons. das allgemeine Kausmaims-
Absämnen, heißt so viel als Abschäumen,weiches Wort nachzusehen. Es wird aberauch im mnr-liischen Verstände von einem Ab-schaum oder abgefäumten Bösewicht, Baueroder andern Menschen gebrauchet.
Abfledcrn, heißt das ausgedroschene Ge-treide , wenn vorhero das gröbste davon miteinem Rechen oder Harcken abgerecht, mit ei-nem Flederwische, so an einer vier - bisfünftehaiben^ Ellen langen Stange ange-bunden ist, überkehren, und die übrigen Aeh-ren und Stürtzein heraus bringen. SieheDreschen.
Abgang, wird alleS dasjenige aeuemiet,was an einer Sache ihrer Zahl, Maaß und Ge-wichte, indem sie verarbeitet oder gebrauchetwird, verlohren gehet, oder sonst übria blei-bet, welches le^te ein sorgfältiger Haus-haltet immer annoch in seinen Nutzen an-zuwenden trachtet, das erste aber nach Ge-leaenheit von neuem ersetzet und beydes demWerth nach notiret, oder'zu seiner Nachrichtausschreibet. Auch zeiget über dieses dasWort zuweilen die Zeit an, wenn von einemOrt zum andern Personen, Waaren, Briefeund dergleichen fortgeschaffet werden kön-nen, z.E, der Abgang der Post, des Brie-fes u, s f. ist um diese oder jene Zeit, undpflegt man bey wohleinaerichtetem Post-wefen gewisse Verzeichnisse drucken zu las-sen, darinnen Zeit und Ort angegeben wird,wenn und wohin der Abgang ieder Postseyn werde
Abgekochte Speisen, werden genennet,d ie zwar gehöriger Massen abgewürtzet, zu gutund weich geköchet, aber bis zum wircklichenAnrichten und Genuß noch bey Seite gesetzetwerden, da sie denn erst entweder aufgewär-met, oder sonst vollends mit einer 5-uce zu-bereitet werden müssen.
Abgeschirren oder Abschirren, heisser denPferden, wenn sie von der Arbeit oder von derReise nach Hause und ins Quartier kommen,das Zeuq oder Geschirre abnehmen. EinHius-Vater soll absonderlich seinen Fuhr-Knechtenwohl einbinden, daß sie jederzeit Abends, sobald sie ihre Pferde abgeschirret, das Geschir-re sauber und ordentlich, iedes an seinen ge-wissen Ort in den Stall hängen und legen, da-mit ieder nicht nur Morgens früh, sondernzu allen Zeiten, und wenn es die Noth e>^fordert, alles und iedes nieder bey der Handhabe, wenn er einspannen und aufs Feld odersonst wohin fahren soll, daß dergestalt wederan seiner Arbeit, noch an andern Verrichtun-gen etwas verabsäumet werde. Ferner istes «KeHaushaltiinzs-Regel: Ein Pwrd, wel-