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Deutsche Speisekarte : Verdeutschung der in der Küche und im Gasthofswesen gebräuchlichen entbehrlichen Fremdwörter
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Alle diese Bemühungen sind nicht vergeblich gewesen. Inder öffentlichen Meinung hat sich ein Umschwung vollzogen.Während man früher diese Bestrebungen gleichgültig ansah odersie geradezu verlachte, betrachtet man jetzt die deutsche Speisekarteals eine selbstverständliche, zeitgemäße Forderung. Dafür will ichnur ein Beispiel anführen, das mir mein Freund Bibliotheks-direktor Dr. Lohmeyer in Kassel mitgeteilt hat. In dem Romanvon Bernh. Schulze-Smidt »Wenn man liebt« sagt die Tochterzu ihrem Vater: »Hör' noch einmal zu, Vater: Den Speisezettelschreiben wir hinter jedes Namenskärtchen, aber richtig, wie'sjetzt bei Hos Mode ist. Nicht etwa ,sg,uo<z und

.Lompots^ sondern Kräuterlunke und Eingesottenes«.

Bei vaterländischen Festen, bei der Feier fürstlicher Geburts-tage, bei den Hauptversammlungen großer deutscher Vereine istes geradezu Sitte geworden, rein deutsche Tafelkarten zu ver-wenden. Selbst unser oben behandelter Gegner mußte anerkennen,daß, »wenn deutsche Männer oder Fürsten bei festlichem Mahlesitzen, ein französisches Menn nicht stilgerecht sei«. Erscheint docheinmal eine französische Tischkarte, so kann man sicher sein, daßdies in den Zeitungen gerügt wird. Als bekannt wurde, daßder deutsche Bundesrat im Jahre 1896 bei dem Festmahlzur Erinnerung an seine erste Sitzung im Jahre 1871 einefranzösische Tafelkarte gehabt hätte, ging ein Sturm der Ent-rüstung durch die ganze deutsche Presse. Gegen die französischenSpeisezettel anf der Düsseldorfer Ausstellung 1902 erhobsich vielfacher Widerspruch. Ebenso wurde heftiger Unwille laut,als 1910 bei dem Festesten der Lehrerverfammluug inStraßburg eine französische Tischkarte aufgelegt wurde. Esstellte sich aber heraus, daß der Wirt dies gegen den Willen derVersammlungsleiter auf eigene Faust getan halte. Unser Volkist in dieser Hinsicht empfindlicher und feinfühliger geworden.Sobald irgendwo bei öffentlichen Veranstaltungen französischeTischkarten erscheinen, tut sich die Entrüstung kund durch Ein-sendungen an den Deutschen Sprachverein oder an die Schrift-leitungen der Zeitungen.

Selbst an den Fürstenhöfen, wo man ja fönst mit be-