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Deutsche Speisekarte : Verdeutschung der in der Küche und im Gasthofswesen gebräuchlichen entbehrlichen Fremdwörter
Entstehung
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deutschungsbüchlein »Der deutsche Gasthof und die deutsche Küche-herausgeben. Beides kostet nur 3V Heller (3V Pf.). Eine inmarkigen Worten geschriebene Einleitung fordert die DeutschenÖsterreichs ans, ihr Deutschtum auch auf diesem Gebiete zu be-währen uud iu jedem deutschen Gasthause die Speisen nur mitdeutschen Benennungen zu bestellen. Das Büchlein hatte einenüberraschenden Erfolg. Es ist bereits in fünfter Auflage erschienen.Viele Wirte Steiermarks führen die deutsche Speisekarte, undder Gemeinderat von Graz hat beschlossen, daß in Zukunft beiVerpachtung städtischer Wirtschaften jeder Wirt verpflichtet werdensolle, deutsche Speisebezeichnungen anzuwenden.

Der Hamburger Zweigverein versandte 1910 einen-Aufruf an unsere Mitbürger», in welchem er auf die überhand-nehmende Sprachversenchung im Gasthofs - und Vergnüguugswefenhinwies und alle, die diese Aus länderei mißbilligten, aufforderte,eine beiliegende Zustimmungserkläruug zu unterzeichnen.

Auch der neue Deutschschweizerische Sprachvereinbetätigte sich in dieser Richtung. Er erließ 1908 ein Rundschreibenan die Gasthofsbesitzer der deutschen Schweiz mit der Bitte, deutscheSpeisenamen anzuwenden oder wenigstens neben der französischenTischkarte auch eine deutsche zu führen.

Eine wesentliche Förderung erhalten unsere Bestrebungenjetzt auch durch die neueren Kochbücher, die meist neben denfremdländischen Bezeichnungen auch deutsche Namen aufführen.Hier sind in erster Linie zwei Schriften von Ernst Lößnitzer zunennen: sein Großes Deutsches Kochbuch der feinen und gutenbürgerlichen Küche, mit 2S37 Bereitungsvorschriften (2. Aufl. 19VS,Heinrich Killinger) und sein Verdeutschungswörterbuch der Fach-sprache der Kochkunst uud Küche (2. Aufl. 1903, Heinrich Killinger),in dem über 9(Zöv fremde Ausdrücke verdeutscht sind. Auchdas weit verbreitete »Prakiische Kochbuch für die gewöhnliche undfeinere Küche« von Henriette Davidis, jetzt herausgegeben vonLuise Holle (4S. Aufl. 1910, Velhagen und Klasing) sucht »denberechtigten Bestrebungen derneuerm Zeit nach Möglichkeit Rechnungzu tragen« und bevorzugt dementsprechend die deutschen Ausdrücke,»die in vielen Fällen sogar besser und zutreffender sind als die fremden«.