I.
Fremdwörter!! in der Gusthofs- und Kiichrnsprachc.
Der Schöpfer des deutschen Postwesens, der zuerst der Sprach-reinigung eine Gasse gebrochen hat, vr, von Stephan, erzähltin einem Vortrage, welchen Eindruck ein französisch sprechenderBelgier bei einem Besuche iu Berlin von unserem Deutsch erhaltenhabe. Dieser faud, daß das Deutsch für diejenigen, welche Fran-zösisch sprächen, im Grunde genommen gar nicht schwer zu er-lernen sei. »Kaum daß ich einige Stunden« — so berichtet er —»in der Reichshauptstadt verbrachte, so verstand ich schon ohnesonderliche Vorkenntnisse ganz erträglich Deutsch. Der Kutscherhatte mich nach dem (Zisnä WtsI äs Roms gebracht. Dortwurde ich nebst meiner LagaZs vermittelst des Dlsvatsur nachden mir zugedachten L.xpartsmsllts der dritten IXaZs transpor-tiert. ,Um vier Uhr wird diniert^ — sagte mir der Kellner., Dinieren Sie bei der ladls ä'iMs-" fragte er mich in reinstemDeutsch und fügte auf meiue Erkundigung nach der Gesellschaftdienstfertig hinzu: ,O ganz MÄAniü<iirs, Herren vom Ssräs äueorxs, Adjutanten, Redacteurs, Kommerzieu- und Legations -Rate. Sie bekommen übrigens auch Divers ä psrt und 5, lg,Lkrts » tmits dsurs serviert; hier das Xsvu/ Zögernd dasZIsnu entgegen nehmend, weil ich glaubte, Deutsch uicht lesen zukönnen, faud ich zu meiner großen Überraschung, daß eS ganzvortrefflich ging.«
ES ist dies ein beißender Spott gegen das Gasthofs- undKüchendeutsch. Noch immer bekommt man, wenn man ini Gast-hanse seine Rechnung bestellt, eine Asts, oder 5Iots des Wtsls.Die Wohnnng heißt Dogis oder Dogsinsut, die Bedienung Lsrvies,das Abendessen Loupsr, und wenn man ärgerlich über eine solcheMißachtung der Muttersprache sein gutes deutsches Geld bezahlt