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Deutsche Speisekarte : Verdeutschung der in der Küche und im Gasthofswesen gebräuchlichen entbehrlichen Fremdwörter
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muß, die Rücksicht auf die Verständlichkeit für den Nicht-Fachmann, auf die Klarheit der Bezeichnungen, die von derFlunkerei der Köche nichts wissen will, endlich die Rücksicht aufdie Sprachrichtigkeit.

Man sollte meinen, daß diese Gründe für einen jeden ge-nügen müßten, der überhaupt für Gründe zugänglich ist.

IV.

Was ist für dir Verdeutschung der Speisekarte bishergeschehen? Was ist noch zu tun?

Schon in früheren Zeiten erhoben sich vereinzelte Stimmengegen die französische Küchensprache. Allgemein wurde der Un-wille während des deutsch-französischen Krieges, wo sich die Er-bitterung gegen die Franzosen in einem heftigen Sturme gegendie französische Speisekarte Luft machte. Damals wnrden dieSpeisekarten verdeutscht, so gut oder schlecht es ging. Unter demEindruck dieser Volksstimmung erklärte sich der Deutsche Gast-wirtstag zu Hannover im Jahre 187S dafür, daß die Gastwirtesich bemühen sollten, in ihren Geschäften die Fremdwörter möglichstauszuschließen und die Muttersprache mehr und mehr zu Pflegen.

Aber die Flamme der Begeisterung erlosch bald wieder, dieMacht der Gewohnheit behauptete ihr altes Recht. Da gab derAllgemeine Deutsche Sprachverein neue Anregung. Daserste Verdeutschungsheft, das er herausgab, war die DeutscheSpeisekarte. Der Eutwurs hierzu, den der Zweigverein Dresdenin Verbindung mit Fachleuten bearbeitet hatte, wurde demDeutschen Gastwirtstag in Görlitz 1886 vorgelegt. Diesernahm nach einem begründenden Vortrage des Unterzeichneteneinstimmig den von dem Dresdner Gastwirtsverein gestellten An-trag an: »Der Gastwirtstag wolle beschließen, daß der DeutscheGastwirtsverband dahin strebe, die fremdsprachlichen Bezeichnungenin den Speisekarten möglichst zu entfernen und an deren Stelledeutsche Ausdrücke zu setzen.«

Ein ähnlicher Beschluß wurde auch auf dem S. Verbandstag