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Deutsche Speisekarte : Verdeutschung der in der Küche und im Gasthofswesen gebräuchlichen entbehrlichen Fremdwörter
Entstehung
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Auch dieZweigvereine wirkten in ihren örtlichen Kreisen fürdiese Sache, Schon im Juni 1886 hatte der Zweigverein Han-nover ein sauber gedrucktes Verzeichnis von 32 Fremdwörternmit ihren Verdeutschungen an die Gastwirte der Stadt versandt, mitder Ausforderung, sie möchten bei den in ihrem Geschäftsbetriebevorkommenden Rechnungen und Speisekarten, sowie bei Bekannt-machungen in öffentlichen Blättern statt der üblichen französischenAusdrücke deutsche Wörter wählen; so könnten sie auch »ihrerseitsdazu beitragen, unsere schöne und herrliche deutsche Sprache vonden sremden Verunzierungen zu befreien, welche in den Zeitenunserer staatlichen Erniedrigung und Zersplitterung bei uns ein-gedrungen sind und welche jetzt nach unserer Erstarkung eineSchmach für uns bilden, die uns dem Spotte des Auslandesaussetzt«.

Im Jahre 1837 verfaßte der eifrige Vorkämpfer für dasDeutschtum in Österreich, Dr. Hans Stingl in Krems cmder Donau, für das dort abgehaltene Kreis-Turnfest einen-Deutschen Speise- und Getränke-Zettel--, der auf der Rückseiteein Verzeichnis von Küchenverdeutschungen enthielt. Nach diesemMuster ließ der Zweigverein K«ms Speisekarten-Vordrucke her-stellen, auf denen die Wirte nur die Preise auszufüllen haben.Es gelang ihm, sämtliche Druckereien der Stadt dafür zu ge-winnen.

Der Zweigverein Koblenz ließ auf steifes Papier ein Ver-zeichnis von 63 verdeutschten Fremdwörtern des Gastwirtsgewerbesdrucken, das er in Stadt und Umgebung verbreiten ließ. Das-selbe tat 1897 der Zweigverein Reichenberg, der nahezu 2vl)fremde Ausdrücke der Küchensprache mit ihren Verdeutschungenzusammenstellte und alle deutschen Gastwirte der Gegend auf-forderte, »durch Auflegen nur deutscher Speisekarten, dnrch Ver-wendung deutscher Rechnungen und nur deutscher Bezeichnungenzu zeigen, daß auch an ihnen der nationale Strom echter Be-geisterung nicht umsonst vorüberrauscht-.

In Graz ließ 1839 der Bürgerverein unter Führungdes Rechtsanwalts Dr. Gödel eine deutsche Speisekarte in größererund kleinerer Ausgabe zusammenstellen und dazu ein Ver-