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Gewerbe im Jahre 1909 gab es rein deutsche Bezeichnungen;nur vereinzelt sah man einige französische Benennungen in Klam-mern hinzugesetzt.
Im Sommer 1304 sprach der Vorstand der WienerFleischhauer-Genossenschaft öffentlich sein Bedauern darüberaus, daß die verschiedenen Arten des Wiener Rindfleisches nichtmit ihren ehrlichen deutschen Namen, sondern mit französischenund englischen Bezeichnungen benannt würden wie Losnk a laVisniuz, Losuk 5 lit rrwäs, IZsskstsalc u> a.; das Wiener Rind-fleisch sei in feinen verschiedenen Formen geradezu eine »Spezia-lität«, es werde in allen Ländern gern nachgeahmt, aber nichterreicht; und doch schienen sich die Wiener Wirte zu schämen, esmit seinen deutschen Namen wie Kochfleisch, Sastsleisch, Beiried-schnitzel^) usw. zu bezeichnen (Neue Freie Presse v. 27. August 1904).
Der Deutsche Sprachverein begnügte sich nicht mit derHerausgabe seines Verdeutschungsbuches, das jedem Mitgliedeunentgeltlich übergeben wurde. Er ließ 1904 einen Auszug ausdem Verdeutschungsbuche in Form einer dreiteiligen, auf Steif-papier gedruckten Karte herstellen, welche 4S0 der gebräuchlichstenKüchenausdrücke mit ihren Verdeutschungen enthält. Diese so-genannte »kleine Speisekarte-, die mit der Nachbildungeiner Tischkarte des Deutschen Kaisers geziert ist, wird an dieMitglieder des Vereins unentgeltlich zur Verteilung an Wirteund Köche abgegeben. Sie fand großen Beifall: im ersten Jahrewurden 10 MV Stück verteilt, bis 1910 wurden im ganzen41000 Stück abgesetzt.
Auch in anderer Richtnng war der Deutsche Sprachvereineifrig bemüht, seinen Vorschlägen Eingang zu verschaffen. ImJahre 1896 richtete er an die Vorsitzenden des Bundes derdeutschen Gastwirte und des Deutschen Gastwirtverbandesdie Bitte, auf ihren Hauptversammlungen in unserem Sinne zuwirken. Auf der Stuttgarter Hauptversammlung des Sprach-vereins 1897 wurde aus Antrag des Schriftleiters Wappenhans
") Unter Belrted versteht man in Wien das Hiiftstiick des Rindes(wsstdooi).