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Schriftstellern die deutsche Sprache nicht »sein« genug ist für ihre Tisch-karte, so müßten sie wenigstens dafür sorgen, daß ihnen nicht einderartiges Französisch aufgetischt wird.
In einem flott geschriebenen Aufsatze der Straßburger Post(23. Jan. 1898) versichert der Verfasser, er habe in den Bierhallenund »Restaurationen« Straßburgs selten ein »Menn- oder eineSpeisekarte gesehen, wo nicht eine ganze Reihe der dort verwen-deten Fremdwörter falsch geschrieben gewesen wäre. »In einer,Restauration^ — nennen wir sie meinetwegen einmal ,Zum kauder-welschen Hos', der Name tut nichts zur Sache — .präsentierte^uns einmal die Kellnerin das ,Menu< (gesprochen: Menni mitdem Ton aus der ersten Silbe), auf welchem ,?ni'i'öö^ (ausge-sprochen wurde ,Birreh^ und gemeint war Kartoffelbrei) unddeutsches Beufsteack (!) verzeichnet waren. Der erste Bestandteildieses Wortes ist also französisch, der zweite englisch, aber beidesind falsch geschrieben. In einer anderen Bierhalle fanden wir,Kalbskopf a la Wiener Greth' (soll heißen lt la vinaigi-stts).«
Solche Volks-Umdentungen (Volksetymologien) sind beifremden Speisenamen nicht selten. Auf dem »Menu« einesNordhäuser Gasthofs Prangte vor einiger Zeit als erstes GerichtOchstaille Suppe (Ox-wil-soup Ochsenschwanzsuppe). Dasenglische Irisli sts^v schrieb eine Berliner Köchin unerschrockenals Eierschuh. Auf österreichischen Speisekarten kann man zu-weilen das geheimnisvolle Wort Amulet lesen. Man brauchtaber dabei nicht an ein Schutzmittel gegen Zauberei zu denken,es ist ein unschuldiger Eier- oder Pfannkuchen, französischOmelette. Davon singt die bayrische Dichterin Elise Henle inihrem Kochbüchlein »Guat is«:
Nur diirsst du sie nit -Psauuluache- nenua,
Sonst tatst' dl schon gewallt breuua, -So hoaßt mer'S überall, aa hier:
»Au Amulet oh Coufiliir!--Denn d' SpelSkarle sau alle gleichIm ganzen großen Deutschen Reich —
Alldeutsch gemalen, französisch geschrieb n,
So war'S von eh' und so is' blieb'n.
Selm ans der Post von MieSbach stehtStatt Psaimluache: »Amnlel-.