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Deutsche Speisekarte : Verdeutschung der in der Küche und im Gasthofswesen gebräuchlichen entbehrlichen Fremdwörter
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Fischsalat (Na^onnNSö äs xoisson) in einen Giftsalat (ÄI-^vninÜLs6s poison) verwandele

Es gibt gewisse »Märtyrer der Speisekarte-, wie man sietreffend genannt hat, die sich tolle Entstellungen gefallen lassenmüssen. Zu ihnen gehören Bouillon, die oft als Boullion oderals Billion, Bolljonn, Bollon erscheint, Mayonnaise, entstellt zuMajonaise, Mayonesse, Roastbeef, mit Vorliebe Rostbeef ge-schrieben, zuweilen sogar Roßbeef, Beefsteak, wofür man lesenkann Boeufstek, Beufsteack, Beffstick, Besfstück usw., das polnischeZrazy und namentlich das ungarische Gulasch (xul^s), dasuns in den Formen Gollasch, Goullasch, Gouillache, Gouillas,Gyulas usw. auf Speisekarten entgegentritt. Viel muß sich auchdas englische Rumpsteak gefallen lassen: es erscheint als Rumpf-steak, verliert auch nicht selten sein P und tritt als Rumsteackoder Rumstück auf, als ob dabei Rum verwendet würde! Einebayrische Köchin hat daraus sogar Rubenstück gemacht. Sievermutete jedenfalls, daß Rum (mit langem u) die mundartlicheForm für Rüben (Rnben) sei, nnd wollte sich sein »hochdeutsch«ausdrücken. Mit den französischen Tonzeichen wird oft ein ge-fährliches Spiel getrieben. Die Zeitschrift des A. D. Sprach-vereins (18L8 Sp. 171) teilt aus einem Speisezettel solgendeFormen mit: Pastetchen a la rsios, poD natürs, üosstbssk^«.rciinörs. Auf einem Nürnberger »Menu« fand sich nach der-selben Quelle unter anderen wunderlichen Speisenamen auch einvin äs kassss, was offenbar Kinds karsis, gefüllte Truthenne,heißen sollte, überhaupt liest man oft taros für t'arvi, z. B. ?oulstkaress, wobei obendrein noch xoulst als weibliches Hauptwortbehandelt wird. Die Grenzboten berichteten 1893 von einer bay-rischen Mittagstischkarte, die als ersten Gang bot: Hirn oonsuws(wahrscheinlich ist (üonsomins gemeint). Für Baiser fand ichauf der »Speisenfolge« eines feinen Gasthofs Laissss. Nochschlimmer ist allerdings die Entstellung dieses Namens auf einersächsischen Speisekarte, wo zu lesen stand Sahnenpesais. Aberauch das ist noch überboten worden durch die Form Sahnen-Pissees, die ich in einem Städtchen der sächsischen Schweiz ge-funden habe. In einem Dresdner Anzeigeblatt veröffentlicht ein