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gedankenlos nieder (wo möglich falsch), wobei er aber im Geisteden üblichen Knix vor dem Auslande macht. Denn wie es ineinem alten Berliner Singspiel ja wohl hieß, , solch bißchenFranzösisch . . . das ist doch gar zu netv.« Diese Vorliebe derWirte und Köche für hochtönende Fremdwörter wird durch dieoft beklagte Ausländerei der Deutschen wesentlich gefördert.Denn leider glauben viele unserer Volksgenossen, daß alles, wasaus der Fremde kommt, auch wirklich weit her ist, d. h, feinerund besser als das Einheimische. So ist es auch bei den Küchen-ausdrücken. Wenn eine Speise mit einem fremden Namen be-nannt wird, dann schmeckt sie manchem Deutschen besser, alswenn sie ihren ehrlichen, deutschen Namen trägt. Ganz richtigheißt es in einem Gedicht der Frankfurter Bürgerzeituug »Sonne«unter der Überschrift »Das Leibgericht« (Zeitschrift 19VS, 208):
Eine »Suppe von Ochsenschwanz- möcht' ich niemals essen,
Aber neulich die Oxtaii sonx werd' ich nie vergessen.
-Hammelfleisch mit Weibkohl« — hu! mich befällt ein Schaudern;
Gibt'S hingegen Irisk stsv, werd' nicht lange zaudern.
-Rinderbraten!- — Mir wird weh, wie ich den schon hasse!
Doch von einem Loonk draiss ess' ich eine Masse.
Denn es schmeckt doch unbedingt einem deutschen Esser
Alles, was nach Ausland klingt, lieblicher und besser.
Auf diese Schwäche rechnen gewisse Leute, welche bessereGeschäfte zu machen glauben, wenn sie in ihren Ankündigungenmit möglichst vielen Fremdwörtern, nach neuester Mode auch mitenglischen um sich werfen. Vor mir liegt ein Rundschreiben desCarlton Hotels in Frankfurt a. M. vom Jahre 1910, dasmir ein Mitglied des dortigen Zweigvereins zugesandt hat. Darinlesen wir: »Ew. Hochwvhlgeboren beehren wir uns . . . unsereunübertroffenen (!) Festräume in Verbindung mit der großenHalle (?klim Oourt), welche einen privaten Familien-Charakters) haben, zur Abhaltung von Diners, Loirsvs u. a.in empfehlende Erinnerung (!) zu bringen. Preislisten und Ngnusstehen jederzeit kostenlos zur Verfügung und können (!) Lieserungender Stadtküche und Festlichkeiten im Hotel zu den eonlantestenPreisen arrangiert(!> werden.« Besonders aufmerksam gemachtwird auf den Srillrooin, in welchem ein Luncheon und ein