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Deutsche Speisekarte : Verdeutschung der in der Küche und im Gasthofswesen gebräuchlichen entbehrlichen Fremdwörter
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Der brave Deutsche scheint auf demselben Standpunkt zustehen wie der französische Verfasser eines Aufsatzes der in Gre-noble erscheinenden Zeitung I^s öawille, der sich über das Küchen-französisch in folgender Weise ausspricht: »Das Französisch . , ,ist die Sprache der feinen Empfindung. An der Tafel, an dieman sich zum Plaudern und zum Essen setzt, erscheint sie als einliebes Gericht, lieb in doppelter Hinsicht. Die deutsche Spracheist vielleicht von allen Sprachen der Welt am wenigsten lecker,appetitlich und anregend (!). Da stehen z. B. auf einer Speise-karte die Worte »souxs Z, la, tortus«. »Weg damit!» wettertder Gouverneur von Berlin, »man setze sofort dafür Schildkröte (!)-Suppe!« Schildkröte-Suppe heißt soviel wie: Suppe von Krötenmit Schildpanzern. Das muß ein Genuß sein, solche Lurche zuschlucken, mitsamt ihrer Brühe! . . . Genug davon! Nur einsnoch, das Wort: Lbaiuxignon! Die deutsche Regierung verordnet,man solle es wiedergeben mit »Pilz». Ja, dieses Wort heißtdoch soviel wie: Faules Zeug, Geschwürchen. (»Brr! eine wider-liche Mahlzeit, die einem da vorgesetzt wird» Zeitschr. d. A. D. S-1909, 36S).

Wenn ein Franzose, der unsere Sprache nicht kennt, einsolches Urteil fällt, so muß man es seinem Unverstand zugutehalten. Aber ein Deutscher, der den Wohlklang und die Schönheit,die Kraft und Fülle seiner Muttersprache kennt, muß sich gegeneine solche Entstellung seiner Sprache mit aller Entschiedenheitverwahren. Eine Mischung von fremden und heimischen Wörternist und bleibt eine Geschmacklosigkeit.

3.

Rücksicht auf Deutlichkeit und Verständlichkeit.

Der Hauptgrund, der gegen die verwelfchte Speisekarte spricht,ist die Rücksicht auf die Deutlichkeit und Verständlichkeit.Für wen werden die Speisekarten geschrieben? Nicht für denKüchenfachmann, sondern für den Tifchgaft, dem man nicht zu-muten kann, sich alle die wunderlichen Fremdausdrücke der Küchen-sprache einzuprägen, der aber doch ein gewisses Anrecht hat zuerfahren, was ihm eigentlich vorgesetzt wird. Greift man bei