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kommt es ja, daß die deutsche Dichtung, die vor allem die künst-lerische Schönheit der Sprache anstrebt, selbst in den schlimmstenZeiten der Ansländerei frei von Fremdwörtern geblieben ist.Und wahrhaft unerträglich wird die Geschmacklosigkeit, wenn nichtnur fremde Namen, sondern rein französische Wortformen undWendungen in die deutsche Rede eindringen. Selbst ein sowarmer Verteidiger des Fremdworts wie Otto Gildemeister findetes »verwerflich, ja geradezu scheußlich« von einer Politik a lg,Bismarck« zu sprechen, »vis a vis von Mainz«, »eine Millionper Woche«. Er nennt dies eine Geschmacksroheit, eine Ver-sündigung an der Sprache.
Solche »Geschmacksroheit« finden wir auf Tafelkarten außer-ordentlich häufig. Das von Gildemeister so schwer gerügte »ä lg,Bismarck« verdankt ja seine Verwendung im Deutschen der Küchen-sprache. Eine mir vorliegende Speisekarte von dem Feste, daSdie Stadt Berlin zu Ehren der 59. Versammlung DeutscherNaturforscher und Ärzte gab, enthält unter anderen folgendeSpeisen: »Frischer Hummer sn xz-ramiäs. Hummer sn waz'vn-vaiss. Aal sn xslsö, Aal sn loulaäs. Wildschweinskopf ä laCumberland. Lachs sauos rsirwulaäs. Lalaäö russs (!) undital. Salat.« Alle diese Speisen ließen sich recht gut auf Deutschbenennen, aber wenn man durchaus die fremden Bezeichnungenbeibehalten wollte, so hätte man doch wenigstens die französischensn und a 1a weglassen sollen. Warum übrigens hier der russischeSalat in französischer Form, der italienische dagegen in deutschererscheint, habe ich nicht ergründen können.
Ähnliche Geschmacklosigkeiten sind es, wenn ein »Menu«»Rheinsalm bollanäaiL und Kartoffeln« aufführt, ein anderes»Punsch i'omaill«, ein drittes »Zander, linss ksi'bss, Kartoffeln«,ein viertes »Straßburger Gänseleber-Pastete so. orouts«. Beiletzterem liegt ja die Verdeutschung »in Kruste« (Teigkruste) gerade-zu auf der Hand. Freilich manche Menschen haben dafür keinGehör. Unser Gegner findet diesen Mischmasch sogar sehr schön.»Das Küchenkauderwelsch ist für deu Wissenden süßer Wohl-laut.« Das Kauderwelsch — ein Wohllaut! — »spottet seinerselbst und weiß nicht wie«.