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noch kleinlich, daß der in Deutschland reisende Franzose, Eng-länder, Italiener an der deutschen Gasthanstasel anch eine deutscheSpeisekarte findet. Er sieht daraus, daß die Deutschen jetzt inerster Linie für sich leben, nicht für die Fremden. Beklagenswert,ja völlig unverständlich ist es, wie es in unseren Tagen nochdeutsche Gasthöfe gibt, die nur französische Tischkarten auf-legen ... Ich bin nichts weniger als ein Chauvinist, und ichnehme es dem Besitzer eines großen deutschen Gasthofes, beidem Angehörige aller europäischen Nationen absteigen, gewißnicht übel, wenn er mit der deutschen auch eine französischeTischkarte auslegt. . . . Einem französischen oder englischen Wirtwürde so etwas freilich nicht einfallen! Suchen Sie einmal inLondon oder in Paris eine deutsche Speisekarte! Man wird Sieauslachen. Und doch essen gewiß mehr Deutsche in den großenRestaurants in London oder Paris, als Franzosen zu Berlin.Doch wie gesagt, ich erkenne die Berechtigung der zweisprachigenTischkarte an. Aber in einem Gasthofe ersten Ranges nur einefranzösische Speisekarte aufzulegen, das ist eine nationaleEntwürdigung und eine Ungehörigkeit. Die deutschen Gästesollten sich das nicht bieten lassen! Ich möchte den Franzosensehen, dem man im »Hotel Bristol- in Paris oder den Eng-länder, den man im »Claridge Hotel« in London eine deutscheSpeisekarte zu geben wagte. Donnerwetter, der Wirt würdeetwas zu hören bekommen. Nur wir Deutschen sind so gemüt-lich, uns von den Wirten durch »küchenfranzösische« Speisezetteltyrannisieren zu lassen!«
2.
Forderung des guten Geschmacks.
Die Vermeidung entbehrlicher Fremdwörter ist aber nichtnnr eine Forderung des Deutschtums, sondern auch des gutenGeschmacks. Das Durchemandermengen von Wörtern ver-schiedener Sprachen ist an sich etwas Unschönes. Ist es ge-schmackvoll, auf einem Rocke allerlei bunte Lappen und Fleckenaufzunähen? Die fremden Ausdrücke haben vielfach andereLaute, andere Betonung als die deutschen Wörter. Solche un-gleichartige Bestandteile stören die Einheitlichkeit der Rede. Daher