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1.
Recht der deutschen Sprache.
Die großen Errungenschaften des deutschen Einigungskriegesäußern ihren Einfluß mehr und mehr auch auf die Sprache.Der Deutsche fängt an, sich als Deutscher zu fühlen. Mit demwachsenden Stolz auf sein Deutschtum kommt er immer mehr zuder Erkenntnis, welch kostbares Kleinod er in seiner Muttersprachebesitzt. Wer sein Deutsch liebt, muß Unwillen darüber empfinden,daß diese herrliche, unerschöpflich reiche Sprache noch immer durcheine Menge unnötiger fremder Ausdrücke entstellt ist. Dahererklingt jetzt überall die Losung: »Hinaus mit den entbehrlichenFremdwörtern!« In der Gesetzgebung, im Post- und Eisenbahn-wesen, in der Sprache der Wissenschaft und der Presse, in derHeeresverwaltung, in kaufmännischen Kreisen, allenthalben suchtman die Sprache zu reinigen; alle Stände, alle Berufe wetteifernin diesem Streben, der Kaiser selbst geht mit leuchtendem Beispielevoran — warum sollen wir unser Deutsch gerade auf der Speise-karte verleugnen? Warum sollen die Gastwirte und Köchenicht auch den alten Zopf abschneiden, der ihnen noch im Nackenhängt? Dieser Stand läßt es ja sonst nicht an sich fehlen, wennes gilt, vaterländische Bestrebungen zu fördern. Soll er hierhinter anderen zurückstehen?
Unser Gegner freilich ist anderer Meinung. Er sagt:»Brauchen und hüten wir unsere Muttersprache, wo es amPlatze ist . . . Jetzt heißt es, den übermäßigen Stolz desxarvsnn, des Emporkömmlings zu unterdrücken und dasdeutsche Anpassungsvermögen, das deutsche Sprachtalent geschäft-lich in vollem Maße auszunutzen.« Also der Deutsche ist einhochmütiger xarvsnu, wenn er in Deutschland Deutsch sprechenwill?! Kann man sich noch wundern, wenn die Ausländer vondeutscher Bedientenhaftigkeit sprechen?
Gegenüber einer solchen undeutschen Anschauung höre mandie kräftigen Worte Fritz Zilckens in der Straßburger Post(28. Jan. 1889): »Möge man nicht sagen, das sei im ganzenund großen doch eine bedeutungslose Äußerung des National-gefühls. Nein und dreimal nein! Es ist weder bedeutungslos