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modernen Hotel vorhanden ist, wie dieses selbst ein Erzeugnisdes internationalen Verkehrs ist, wie er sich in der zweitenHälfte unseres Jahrhunderts entwickelt hat-; und denselben Ge-danken drucken seine stolzen Schlußworte aus: »Die Zukunft . , ,geht uicht auf Verengerung der Grenzen und Absperrung derVölker, nicht nach dem deutschen Speisezettel, sondern nach deminternationalen weltumspannenden (!) Menü«.
In der Tat, unsere Küchensprache ist mehr und mehr »inter-national« geworden. Man denke nur an italienische Wörterwie Maccaroni, Tnlti srutti, Risotto, Frittata, Broccoli, an dasungarische Gulasch und Paprika, an die zahlreichen englischenAusdrücke, wie Beefsteak, Cakes, Cobbler, Cooler, Corned beef,Currh, Ham and eggs, Hotch-Potch, Jee-cream, Jrifh stew, Jam,Mixed drinks, Mixed pickles, Mock-turtle soup, Natives, Oatmeal,Ox-tail-soup, Quaker-oats, Roastbeef, Rumpsteak, Sandwich,Sangaree, Sherbet, Vealsteak, Welsh-rarebit usw. Wir habenaber auch eine ganze Menge echt deutscher Volksgerichte, die indie höhere Kochkunst ihren Eingang gefunden haben.
»Aber die französischen KüchenauSdrücke sind nun einmalvon alters her üblich, nnsere Väter uud Vorväter haben sogesprochen, warum will man an dem uralten Herkommen rütteln?«Gewiß — am guten Alten soll man in Treuen halten. Aberin diesem Falle ist das Alte weder gut noch überhaupt alt. Stattvieler Worte will ich einen Küchenzettel aus alter Zeit hier-her setzen, von der Hochzeit Kurfürst Joachims II. vonBrandenburg im Jahre 1524 (nach Vehse, Gesch. der deutschenHöfe Bd. 29 S. 314 f.).
Erster Gang: Ein Anerhahn, mit einer gehemmerten süßenSode falter Ausdruck sür Brühe^j — grüne Foren ffrische Forellen^— Gebratenes — Mandeltorten mit Eonsect, ein Schauessen.
Der andere Gang: Schweinen-Wildprett —Gebratenes vonSpähn-Ferkeln — wilde Hühner mit gelber Sode, ein Schauesfeu.
Der dritte Gang: Grüne Hechte — heiße Kuchen mit Ob-laten — Pasteten, darinnen eine Rehkeule, vergoldet für einSchaueffen.
Der vierte Gang: Gepreßte Schweinsköpfe mit Äpfeln und
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