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wirtstagen, bei deutschen Kochkunst-Ausstellungen geschieht. Diedeutschen Gastwirte haben sich wiederholt auf ihren Verbands-tagen stir die Einführung der deutschen Speisekarte erklärt. Hättensie dies tun können, wenn es unmöglich wäre, deutsche Speise-bezeichnungen anzuwenden? Sie sind doch in erster Linie Sach-verständige sür diese Frage, Schließlich brauchen wir doch nurauf eine Reihe von Kochbüchern und auf unser Verdeutschungshefthinzuweisen, von dem bereits vier starke Auslagen verbreitet sind.Hier findet man fast für jeden fremden Küchenausdruck eine odermehrere Verdeutschungen, — wenn man überhaupt deu gutenWillen hat, dem KÄchenkauderwelsch zu entsagen.
2.
Küchensprache sranzösifch?
Aber — »die höhere Kochkunst ist eben mal französisch«,so sagt unser geehrter Gegner und mit ihm viele andere, >mitder Sache sind die Namen zu uns gekommen, das ist vonalters her immer so gewesen-. Auch dieser Einwurf istnicht zutreffend. Selbst wenn es wahr wäre, daß wir rein fran-zösische Küche hätten, so würde daraus nicht folgen, daß wir allefranzösischen Ausdrücke mit Stumpf und Stiel übernehmenmüßten. Wie machen es denn andere Völker? Auch die Eng-länder haben manches aus der sranzösischen Küche übernommen,aber es fällt ihnen nicht ein, deshalb die Wörter der eigenenSprache hinter den französischen zurückzusetzen. Die Russen sindin der Kochkunst Schüler der Franzosen, Trotzdem hat derStadthauptmann von Petersburg verordnet, daß die Speisekartender Gasthäuser in russischer Sprache abzufassen seien; eine Über-setzung in eine fremde Sprache dürfe beigefügt werden (Zeitschriftdes A. D. Sprachvereins 1898, S. 77). Die Franzosen selbsthaben die -Mock-turtle sonp« ebenso wie wir von den Engländern,übernommen und doch gebrauchen sie nicht den englischen Namenwie wir, sondern sie sagen ?owZs kansss tortus.
Aber unsere Kochkunst ist gar nicht rein französisch, wieunser Gegner behauptet. Er gibt dies selbst am Schlüsse seinesAussatzes zu, wo er ausspricht, »daß die Speisekarte, wie sie im