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blatt, in dem sie erschienen ist. Jetzt würde wahrscheinlich dieserfremdwortkundige Wirt nicht mehr »Restaurations-Etablissement«schreiben, sondern Restaurant. Denn das gilt seit einiger Zeitfür -feiner« und hat schon — auf dem Dorfe feinen Einzug ge-halten. Warum gebraucht man nicht deutsche Worte dafür?Wir haben doch Ausdrücke wie Trinkstube, Bier- oder Weiustnbe,Bierhalle, Bierwirtschast, Bierkeller, Keller, Krug, Bierhaus,Wirtshaus, Speisehaus, Ersrischuugshaus, Schankhaus, Schank-halle, Schankwirtschaft, Schenkwirtschaft oder kurz und anheimelndSchenke. Diese alte, trauliche Bezeichnung verbreitet sich jetztmehr und mehr. Bekannt ist z. B. die Königs-Schenke in Kassel,die ihren Namen mit folgendem hübschen Reime verteidigt-
Warum du Schenke bist genannt?
Weil, mitten drinnen im deutschen Land,
Wir leisten Verzicht auf welschen Tand!
Die deutsche Sprache, sei ohne Sorgen.
Braucht von der Fremde nichts zu borgen,
Wem'S nicht behagt, der komme morgen!
Auch Hotel halten manche für ein unentbehrliches Fremd-wort. Aber haben wir nicht dafür die gut deutschen AusdrückeGasthof und Gasthaus und daneben noch das alteingebürgerteWort Hof (Preußischer Hof, Leipziger Hof, Europäischer Hof),das »an Vornehmheit weit über dem schon recht abgegriffenenund heruntergekommenen Hotel steht.«*) Freilich bilden sichmanche Gasthofsbesitzer ein, daß ihr Haus als feiner und vor-nehmer angesehen würde, wenn sie es als »Hotel« bezeichneten,gerade wie der von Goethe verspottete Wirt in den »Mitschuldigen«,dem der Dichter die Worte in den Mund legt:
Mein Ruf hat lang gewährt und soll noch länger währen?
ES kennt die ganze Welt den Wirt zum Schwarzen Bärcu.
Es ist kein dummer Bär, er konserviert sein Fell?
Jetzt wird mein Haus gemalt, und dann heiß' ich's Hotel.
Schon der Preußische König Friedrich Wilhelm IV. hatsich in einem Erlasse vom 4. Oktober 1847 gegen die damalsaufkommende Mode, die Gasthöfe französisch zu benennen, mit
*> Freilich darf mau Hof nicht in dem Siune ausfassen, wie ein Gast-hofsbesitzer, der seinen Badischen Hof in WtsI cks la Lnur äo LaSo um-taufte (Zeitschrift des A. D. Sprachvereins 13S7, Sp. 120).