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Deutsche Speisekarte : Verdeutschung der in der Küche und im Gasthofswesen gebräuchlichen entbehrlichen Fremdwörter
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hat, dann schreibt der nichtsnutzige Oberkellner auch noch zumSchlüsse statt »erhalten« ein ganz unniitiges xsr ae^uit unterdie Rechnung. Wozu redet man immer von eoulanter Be-dienung, während doch aufmerksame, zuvorkommende Bedienungganz dasselbe ist, aber weit schöner klingt. Warum empfiehltman seine »prachtvoll dekorierten Lokalitäten« und nichtlieber seine »geschmackvoll eingerichteten Räume«? »Ein routi-nierter Kellner mit guten Attesten sucht per 1. Oktober Kon-dition.« So liest man oft in den Anzeigeblättern. Warumnicht deutsch! »Ein gewandter Kellner mit guten Zeugnissen suchtzum 1. Oktober Stellung?« Dann vermeidet man vier völligüberflüssige Fremdwörter, darunter das besonders häßliche ita-lienische xsr statt »für«, ganz abgesehen davon, daß das fran-zösische rontins eine üble Nebenbedeutung hat. Kann jemandan folgender Anzeige Anstoß nehmen: »Ein Gasthaus von bestemRufe mit vollständiger Einrichtung ist zu Michaelis zu verkaufen.Zahlungsfähige Kauflustige bittet man, ihre Angebote unter denBuchstaben M. D. in dem Anzeigen-Geschäft von N. N. nieder-zulegen«? Ich glaube, das ist klar und für jeden Deutschenverständlich. Aber in der Gasthofsprache lanlet die Anzeige ganzanders: »Ein gut renommiertes Hotel mit komplettemInventar ist xsr Michaeli zu verkaufen. Solvente Reflek-tanten bittet man ihre Offerten sud Chiffre M. D. in demAnnoncen-Bureau von N. N. zu deponieren.« Zwölf ent-behrliche Fremdwörter in einem Satze von 28 Wörtern!

Manche Leute scheinen geradezu in Fremdwörtern zu schwel-gen wozu ist man auch »gebildet«? Mir liegt die Anzeigeeines Dorfgasthofs in der Nähe von Leipzig aus dem Jahre 1887vor, die so lautet: »Der Gasthof M. ein in jeder Hinsicht zuempfehlendes Restanrations-Etablisfement mit schönemGarten und Park und kann man sich, nachdem man die Denk-mäler besichtigt, hier am Besten regulieren, respirieren,recreieren, amüsieren und restaurieren. Hochachtungs-voll E.E.« So schreibt ein Gasthofsbesitzer vom Lande. Dasist nicht etwa eine scherzhaste Verspottung der Fremdwörterei,sondern eine ganz ernsthafte Anzeige; ich besitze selbst das Zeitnngs-