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Deutsche Speisekarte : Verdeutschung der in der Küche und im Gasthofswesen gebräuchlichen entbehrlichen Fremdwörter
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soßen getrieben hat: man soßt den Tabak, man spricht vongefaßten Blättern. Der Gedanke, Soße mit deutschen Buch-staben zu schreiben, ist nicht neu. In einigen alten Koch-büchern kann man schon Sose lesen. Diese Schreibweise istallerdings nicht richtig, da das 2 im Inlaut scharf zusprechen ist. Soße ist also ebenso zu schreiben und zusprechen wie große, bloße, ich stoße, dem Klöße u. a.wer sich übrigens weder sür Soße noch sür die angegebenendeutschen Crsatzwörter erwärmen kann, der braucht nur dasVerfahren einzuschlagen, das auf den Tafelkarten desDeutschen Kaisers üblich ist. H>ier werden die Soßen garnicht besonders genannt.

Um die Einbürgerung der deutschen Lrsatzwörter zu er-leichtern, empfiehlt es sich, in gewissen Lallen die fremd-ländische Bezeichnung in Klammern hinter die Ver-deutschung zu setzen oder, wie es schon jetzt mehrfach geschieht,eine doppelte Speisekarte, in deutscher und französischerSprache, zu geben. Sür manche Kreise wäre es vielleichtangebracht, hierbei eine ähnliche Bemerkung hinzuzufügen,wie sie Staatssekretär Dr. von Stephan einmal auf derTischkarte eines Mittagsessens in Berlin vorgefunden hat,zu dem lediglich echte Berliner eingeladen waren. DieTischkarte war deutsch, am Schlüsse aber hatte der Haus-herr die boshafte Anmerkung beidrucken lassen: ->5ür die-jenigen meiner geehrten Gäste, welche der deutschen Sprachenicht mächtig sind, findet sich die französische Übersetzungauf der Rückseite.«

Daß die vorliegende Arbeit trotz aller aufgewandtenSorgfalt noch immer verbesserungsbedürftig ist, verkennenwir keineswegs, wir bitten daher, Vorschläge zur Ver-besserung und Erweiterung unserer Arbeit an den Unter-zeichneten gefälligst einzusenden.

Dresden-Plauen.*)

Ztudienrat Prof. Dr. L>. Dünger.

*) Iserr Prof. Dünger ist i. I. 1912 verstorben. Vorschläge usw. wirdder Verlag des Buches an die Bearbeiter der neuen Auflage weitergeben.