L
davon überzeugen will, wie große Verschiedenheiten aufdiesem Gebiete herrschen, braucht nur das von dein GrazerBürgerverein herausgegebene Verdeutschungsheft -Derdeutsche Gasthof und die deutsche ^üche« (Graz Z. Aufl. 1S00)zu vergleichen, kier findet sich eine Menge von Ausdrücken,die bei uns ganz unbekannt sind.
Deutsch gewordene Sremdwörter, sogenannte Lehn-wörter, sind natürlich in das Verzeichnis nicht mit aus-genommen worden. Bei einigen allgemein verbreiteten Lremd-ausdrücken, deren Schreibweise undeutsch ist, haben wir ge-glaubt, neben den deutschen Crsatzwörtern auch die fremdeLorm selbst, jedoch in deutscher Schreibung, aufnehmen zusollen, wie Likör (Liqueur), Bole (Bowle), was ja beiunersetzbaren Sremdwörtern wie ^Zakao, Schokolade vonder neuen Rechtschreibung vorgeschrieben wird. DiesesVerfahren ist auch bei dem viel umstrittenen Ivorte Sauceanwendbar. In der ersten Zluslage wurden dafür diedeutschen Bezeichnungen Tunke, Beiguß und Gusz vorge-schlagen. Staatssekretär Dr. von Stephan empfahl dasin alter Zeit gebrauchte Salfe — mit wenig Crsolg: dennSalse ist selbst ein fremder Ausdruck (lat. salsa — gesalzen),und Wendungen wie Crdbeersalse, süße Salse widerstrebenunserem Sprachgefühle. Aber auch das gute deutsche wortBeiguß, das in manchen Gegenden noch im Volksmundelebendig ist, hat sich nicht eingebürgert, obgleich es zuweilenverwendet wird- Ebenso stößt die an erster Stelle empfohleneBezeichnung Tunke in manchen Gegenden auf unüberwind-liche Abneigung, weil sich mit diesem Worte vielfach einübler Ilebcnsinn verbindet. Iver also weder diese Ausdrückegebrauchen will, noch das volkstümlich in diesem Sinneoft verwendete Brühe — der Sachmann macht allerdingseinen Unterschied zwischen Brühe und Sauce —, der kannrecht wohl Sauce als Lehnwort betrachten und es in ein-gedeutschter 5orm als Soße schreiben. Dies ist um so mehrzu empfehlen, als Soße auch bei der Tabaksbereitung ganzgebräuchlich ist und sogar eine Sproßform, das Zeitwort