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1 (1892) Die Erzdiöcese Köln im Mittelalter
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Liber valoris. Ausbreitung des Christenthums.

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die diese Thatsache erwähnten. Ohne diesem Ereignisseinen befruchtenden Einfluss auf die Entwickelung desChristenthums zuschreiben zu wollen, steht doch so vielhistorisch fest, dass seit Mitte des 7. Jahrhunderts dieFranken nach jedem Friedensschluss mit den Sachsen fürdie christlichen Missionare Freiheit des Taufens und desPredigens zu erwirken suchten. Die gröbste Einwirkungfand von Westen aus statt durch die Missionsthätigkeitdes im Jahre 713 gestorbenen heil. Suitbertus. Es kannaber auch keinem Zweifel unterliegen, dass auch unterdem heil. Bonifacius von Süden her fränkische Glau-bensboten ins Land drangen, denn Kampschulte machtschon darauf aufmerksam, dass Wormbach wahrscheinlichvon angelsächsischen Missionaren christianisirt sei, weilhier von den urältesten Zeiten her das Fest der heil. Wal-burga mit grosser Pracht gefeiert wurde, und fast nochglänzender als das Fest des heil Petrus, der dort alsKirchenpatron verehrt wurde. Seibertz hebt weiterhinhervor, dass Brilon irn Missionsbezirk des heil. Sturmiusgelegen sei und weist darauf hin, dass die Capelle inBorghardesberghe juxta Brilon, deren Beneficium dieAebtissin von Geseke vergab, schon durch ihren Namenauf den heil. Burchard, den Bischof von Würzburg hin-deute.

Es scheint, dass das Christenthum zu Beginn des8. Jahrhunderts bereits grosse Fortschritte gemacht hatte,wenn nicht gar das Land schon damals vollständig christi-anisirt wird. Zwei Jahre bevor der heil. Bonifacius mitder bischöflichen Würde bekleidet wurde, etwa gegen 724richtete bereits Papst Gregor II.*) ein Schreiben an dasVolk der Altsachsen (Universo populo Altsaxonum), woraushervorgeht, dass sie nicht einzeln, sondern in ihrer Ge-sammtheit das Christenthum angenommen hatten. UnterAltsachsen können aber nicht die Ostphalen, sondern nurdie Engern und Westphalen verstanden werden, denn siewohnten den Franken am nächsten, und nicht vom Norden,sondern vom Süden her betrieb der heil. Bonifacius sein

*) Der Brief wird von Jaffe unter Nr. 1664 seiner Regesten an-geführt. Er ist somit unzweifelhaft echt. Meinungsverschiedenheitenkönnen nur hinsichtlich des Zeitpunktes der Abfassung bestehen. Laufshat es in der Zeitschrift für Kirchengeschichte 7, 629 ff. wahrscheinlichgemacht, dass der Brief Gregor III. zuzuweisen und auf 737 anzusetzenist. (Vergl. Diekamp, Suppl. zum westphäl. Urkundenbuch N. 34.)

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