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V. Die Pfarrkirchen und Kapellen. 23
Wenigstens findet sich in den spärlichen Nachrichtenund den wenigen Urkunden, die wir vom Mühlgau, demAttuarier- und Düffelgau haben, nirgends der Zusatz in pagoRipuariensi, ebensowenig kommt eine Verwechslung mitdem Ripuariergau vor. Dass diese Gaue aber zum ripua-rischen Herzogthume gehörten, geht daraus hervor, dassdies nördlich an das Land der Friesen stiess.
So lagen also der Attuarier- und der Düffelgau undder ganze Xantische Archidiaconalbezirk wol in ducatu,aber nicht in pago, noch in comitatu Ripuariorum.
Vou Nimwegen und Xanten hat man viele Nachrichten,aber keine, welche jene Orte als in pago gelegen bezeich-nen. — Vielleicht war das königliche Gebiet — fundusregius — das zu diesen Städten gehörte, so gross, dasses für sich einen Gau ausmachte und es desshalb nichtnöthig war, sie näher zu bezeichnen. So heisst auchDuisburg in einer Urkunde v. J. 1155 in TechenmacherCod. diplomatic. ein pagus regalis.
V. Die Pfarrkirchen und Kapellen.
Es ist ausser Zweifel, dass die christliche Religionfast gleichzeitig in den verschiedenen römischen Nieder-lassungen am Rhein wie in Bonn, Xanten, Neuss, Zülpich,Köln Wurzel fasste, denn die enge Verbindung, in derdie verschiedenen, noch so weit entlegenen Theile desausgedehnten Reichs unter einander standen, erleichterteihre rasche Verbreitung in ungewöhnlichem Masse. Woes Christen gab, da hatten sie an jedem einzelnen Orteinen gemeinsamen Sammelpunkt, ein äediculum Christianiritus wie Ammian Marcellinus Lib. XV. 5 sagt.
Abgesehen davon, dass die Gemeinsamkeit des Glau-bens und der Ueberzeugung die Christen naturgemäss anjedem Ort auf einander anwies, wurde die Bildung christ-licher Gemeinden dadurch besonders erleichtert, dass zehnerwachsene Christen schon eine hinreichende Zahl abgaben,um eine Pfarrgemeinde zu begründen.*)
*) Siehe Martene et Durand Coli. ampl. Tom. VI. 447.
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