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1 (1892) Die Erzdiöcese Köln im Mittelalter
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Liber valoris.

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III. Die rheinfränkischen Decanate.

Es ist eine natürliche Folge der geschichtlichen Ent-wicklung der Erzdiöcese, wenn in ihrem Metropolitan-verband zwei germanische Stämme, der fränkische undsächsische, sich vereint finden. Innerhalb der ethnogra-phischen Stammeseinheit gewahrt man aber doch sowohlbei dem einen wie bei dem anderen Volksstammo Ver-schiedenheiten, denen die kirchliche Organisation schonfrühzeitig Rechnung trug. Ohne in diesem Augenblickden Verhältnissen des Herzogthums Westphalen, des Süder-landes irgend welche Aufmerksamkeit zu schenken, dawir später darauf zurückkommen werden, möge hier nureinleitend bemerkt werden, dass nach dem V ertrage vonMersen im Jahre 870 zwischen Karl dem Kahlen undLudwig dem Deutschen dem Letzteren in Ripuarien quin-que comitatus zugesprochen wurden. Der allgemeinen An-nahme nach wären unter diesen fünf Comitaten der Aar-gau, der Eifelgau, die Gaue von Zülpich, Jülich, Köln undNievenheim zu verstehen. Es ist in der Theilungsurkundenicht von quinque pagi die Rede. Wir müssen diesenUmstand ganz besonders hervorheben, weil auch derAuelgau, der Deutz- und Keldachgau zu Ripuarien ge-hörten und es als bekannt voraussetzen dürfen, dass zu-weilen mehrere pagi unter einem Comes standen. Dem-nach reichte das eigentliche Ripuarien auf der linkenRheinseite von Breisig bis Lank und auf der rechtenRheinseite von der Südgrenze des Auelgaues bis an dieNordgrenze des Keldachgaues. Entsprechend den obengenannten sechs Gauen umfasste dieses Gebiet auf derlinken Rheinseite ebensoviele Decanate und auf derrechten Rheinseite die Decanate Siegburg und Deutz, nebstdem rechtsrheinischen, sich über den Keldachgau erstrecken-den Decanatsantheil von Neuss. Demnach fielen auf dasripuarische Franken acht Decanatverbände.

Nördlich von dem eigentlichen Ripuarierland wohntendie attuarischen Franken, die bereits in der Reichsein-theilung von 830 als ein von den übrigen Franken getrennterneben ihnen wohnender Volksstamm angeführt wurden. DieAttuarier bildeten einen urgermanischen Stamm, der theils

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