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Liber valoris. — Boroctergau.
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BKSä I
Borbeck in pago Borethro anno 820 (Lac. I. S. 19), villaCastorp in pago Borttergo anno 835. (L. U. I. 48.) — Inpago Borathro, villa Ismerelicke (Schmerlicke), villa Analoga(Ampen bei Soest), villa GesJce (Altengesecke anno 883,Seibertz Urk. I. S. 4), Ericseli (Ehrenzeil bei Essen) incomitatu Hooldi in pago Bortbergo anno 966 (Lac. U. I. 109).Tibus in seiner Gründungsgeschichte des Bisthums Münster1869 führt nach einem alten Heberegister der Abtei Werdenals zum pagus Borahtrom gehörend an: Ascloon (Asseln),Trotmanni (Dortmund), Dorstifelde (Dorstfeld), Linni (Kirch-linde), Stipala (Stiepel), üattanscetha (Wattenscheid), Scethe(Schede bei Wetter), Hurlaon (Hövel bei Borbeck), Hagonsive Pilnchem (die Bauerschaften Hagen und Palkum)u. s. w.
Aus einer Urkunde Ludwigs des Frommen für dieAbtei Herford sehen wir, dass der Gau Boroctra in derNähe des Dreingaues lag. Dieser aber ist unbestrittender südliche Theil des Münsterlandes, in dem auch Dren-steinfurt liegt. Indem die Lippe die Sprengel von Münsterund von Köln scheidet, bildet der südlich von ihr ge-legene Landstrich den Borthergau. Die in der Urkundegenannten Orte sind Scliheim (Seim nördlich von der Lippe)und Stockheim. Es wäre aber nicht undenkbar, dass Pelk-heim gelesen werden müsste, denn ein Ort dieses Namensliegt südlich von der Lippe und von Stockheim (Paulinusde veteribus pagis S. 31). Ein pagus Boretha kommtauch vor in vita Ludgeri §. 11 Pertz Mon. IL 417.
Da die oben genannten Orte sämmtlich zwischenLippe und Ruhr liegen, so sind die Boructuarier desBeda oder die Borthergauer wohl eher hierher zu ver-setzen, als in die Gegend von Düsseldorf und Ratingen,wenngleich nach den glänzenden Untersuchungen desFreiherrn v. Ledebur es wohl zweifellos ist, dass derVolksstamm sich auch noch nördlich über die Lippeund südlich über die Ruhr ausgebreitet hatte. Nochmöchten wir auf den Unterschied aufmerksam machen,der im 11. Capitulare Saxon. auf der Zusammenkunft inAachen anno 795 zwischen den nördlichen Sachsen und denBorthrini gemacht wird. Der darin für letztere angegebenehöhere Werth des Getreides deutet auf eine höhere, alsoauch frühere Cultur hin (Harzheim, Conc. Germ. I p. 334).Es scheint hier von den nördlich und südlich von derLippe wohnenden Borothern die Rede zu sein.
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