^^^H
III. Die ältesten Bewohner des Landes.
15
nach andern in Sichern oder bei dem Castrum dieses Namensauf der Grenze des Landes der Thoringer (Tongerer). Eskann dieser salische Königssitz nicht mit dem jenseitsdes Rheines ripuarisch gelegenen Duisburg verwechseltwerden.
Nach dem Zeugnisse von Wendelinus und Voecht*)(vergl. Acta SS. Belg. sei. T. 1 pag. 333) waren noch im17. Jahrhundert die Erinnerungen an die Frankenzeit injenem Landstrich erhalten. Die Ebene zwischen Herckund Haelen hiess Vrancryck und eine in ihrem Bereichegelegene kleine Ortschaft Konincryck, wahrscheinlichin Bezeichnung des alten Castrum. Dort liegt in der Nähevon Hasselt eine ausgedehnte Wiese an der Laeck, dienoch immer den Namen het Fransbroeck trägt, weiterhinunter Herck de Seeilbenden, prata salica, daran schliesstsich der Ort Selshem, saliorum dominium, comitatusolim praenobilis wie es in Act. SS. Belg. select. Tom. I.pag. 303 heisst. Chlodio mit dem Beinamen crinitus starb448, nachdem er seine Herrschaft bis an die Somme aus-gedehnt hatte. Ob er der Vater Merowig's des Begründersder Dynastie war, ist historisch nicht mehr festzustellen,wenngleich alle Wahrscheinlichkeit dafür spricht. DieFrage, ob Chlodwig, der Besieger des Syagrius, sarischenoder ripuarischen Ursprungs gewesen, wird durch die voraus-gegangenen Bemerkungen erledigt. Abgesehen davon, dasser nur von den von dem Salland herbeigerufenen Franken ab-stammen konnte und die von Augustus auf die linke Rhein-seite verpflanzten Sicambrer den Ripuariern zugezählt wurden,deutet die Anrede des Remigius bei der Taufe des Königsin Rheims: „depone niitis colla Sicamber" ganz entschiedenauf die salische Abstammung hin. Auch das Epitaphiumdes Bischofs beweist es. „Hie famulus Hincmar domini sacramembra locavit ducis Remigii . . . qui domuit fera cordaanimo prius, ore profusus Sicambrae gentis regia seeptrasacrans etc."
Der Ausdruck salische und ripuarische Franken drücktim Grunde genommen nicht eine Verschiedenheit des Stammes,sondern nur den Unterschied der Wohnsitze aus. Diesalischen Franken nahmen in sich alle germanischen Stämmeauf, die sie auf belgischem Boden antrafen, wie z. B. dieTongrer, welche von den meisten Schriftstellern für iden-
. • ■ ■ n
*) Warnkönig et Gerard, Histoire des Carolingiens I. p. 84, 41.