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achtete 1 ) und statt nach Rom an den königlichen Hof nachSpeier ging, erklärten sie ihn genau nach Ablauf der ein-monatlichen Frist am 19. Juni im St. Petersdome zu Köln vorKönig Otto und allem Volke seiner geistlichen Würden undAemter für entsetzt und forderten Domherren und Prioren zueiner Neuwahl auf. Ungeachtet des Einspruchs, welchen Dom-propst Engelbert mit einigen Domherren dagegen erhob, wurdeam 25. Juli der bisherige Propst des St. Kassiusstiftes in Bonn,Bruno von Sain, zum Erzbischof erhoben. 2 ) Engelbert ver-liess aus Unwillen darüber mit seinem Anhange die Stadt
i) Chrüu. reg. Col. zu 1204; Arn. cliron. Slav. VII, 3, nur dassdieser die Richter Adolfs mit deneu verwechselt, welche 1200 gegenDomprobst Engelbert und die niederrheiuischen Grafen einschritten.
2) Bruno war von jeher ein eifriger Anhänger König Ottos geweseu:vgl. reg. de neg. imp. iio 3, wo er unter den Gesandten genannt wird,welche dem Papst die Krönung Ottos anzeigen sollen. Es muss auf-fallen, dass, obwohl er noch am 29. Oktober 1204 in der Sache gegenAdolf vom Papste bevollmächtigt ist, am 13. März 1205 an seiner Stelleder Scholaster Heinrich von St. Gereon unter den Richtern des Erz-bischofs erscheint. Daran, dass mau ihn schon damals zum eventuellenNachfolger Adolfs bestimmt habe, wie Winkelmann I, 365. 2 annimmt,ist wohl kaum zu denken und wenn auch, das wäre doch keiu Grund,ihm das einmal übertragene Riehteramt zu entziehen. Die Sache dürftesich vielleicht so verhalten: Gesta Trevir. M. G. 24, 391 berichten,Adolf sei abgesetzt worden, „cum ipse Bruuouem. pruepositum Buuuens.de prepositura ejiceret et alium institueret." In dieser Passung ist dieStelle offenbar falsch, doch sehe ich keinen Grund, an der AbsetzungBrunos durch Adolf zu zweifeln, da er es dem päpstlichen Auftrage zu-folge wagte, ihm, seinem geistlichen Vorgesetzten, ernstlich ins Gewissenzu reden und sogar mit Bann und Absetzung zu drohen. Man wollenur bedenken, wie bitter sich später der Erzbischof über Sigfrit v. Mainzund Johann v. Kambray bei König Philipp beklagte und ihn zumstrengsten Vorgehen gegen die Genannten bewog Selbstverständlichwird Bruno dagegen Widerspruch erhoben haben, aber so lange seinProzess schwebte, konnte Inuocenz ihn nicht zum Richter in einemanderen bestellen. Diese Streitigkeiten mit Adolf werden dann nachherdie Augen der Wähler auf den Bonner Probst gelenkt haben, vgl. überdie Stellung der Pröpste des St. Kassiusstiftes in Bonn Picker, Engelb.17. 209.