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1 (1886) Adolf als Reichsfürst
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III. Kapitel.

Adolf, Urheber der zwiespältigen Königs wählvom Jahre 1198.

Dreimal innerhalb kurzer zehn Jahre und mit immersteigendem Erfolge war die um den Erzbischof von Kölnsich scharende Opposition der staufischen Kaisermachl gegen-:über gestanden; in ihrer vollen Bedeutung und mit ihrer letztenAbsicht trat sie hervor, als Heinrich VJ. urterwartel und invollsterManneskraft fern von der Heimat dahinstarb (28. Sept. 1197).Es ist nicht die alte Feindschaft, zwischen dein staufischen undweifischen Hause, welche die jetzt folgende Zwietracht Deutsch-lands hervorbrachte und die Doppelwahl Philipps und Ottosveranlasste, vielmehr ist der den Staufern zürn Trotz aufge-stellte Gegenkönig von 1198 recht eigentlich das Geschöpfder seit den Zeiten Friedrichs I. thätigeri Opposition.Und wie bisher der jedesmalige Kölner Erzbischof an derenSpitze gestanden hatte, so wurde auch jetzt derselbe gleich-sam der Erzeuger und der stärkste und treuesie Hort desneuen Königtums.

Kaum war die Kunde vom Tode des gewaltigen Kaisersnach Deutschland gedrungen, da dachte Erzbischof Adolfweder an den jungen Friedrich noch an den ihm geleistetenEid, nur daran dachte er, wie er am besten die günstigeGelegenheit benutzen könne, das verhasste Geschlecht vonder Thronfolge auszuschliessen. Der Augenblick war ge-kommen, auf den er so lange gewartet, jetzt oder nie musstees sich entscheiden, wer fortan der massgebende Faktor imReiche sein sollte, die Fürsten oder der Kaiser. Sogleichbegann er seine Umtriebe zur Wahl eines neuen Königs, 1 )

*) Chron. Ursp.' M. G. 23, p. 3G5 zwar nicht speziell von Adolf,aber dass er von den prineipes, qni iuramenta sua postponentes de elec-tione novi imperatoris traetare coeperunt, das Haupt war, ist nach demvorigen selbstverständlich.