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1 (1886) Adolf als Reichsfürst
Entstehung
Seite
38
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38IV. Kapitel.

Adolfs politische Thätigkeit in der Zeit seinesZusammengehens mit Otto vom Sommer 1198bis zum Herbst 1202.Die Vorgänge in den Niederlanden bestimmten endlichauch König Philipp zu thatkräftigem Handeln. Wie Ottosich an England anlehnte, so suchte und fand er Unter-stützung beim französischen Könige. Am 29. Juni beurkundeter zu Worms den mit Frankreichzum Zwecke des Friedensund im Interesse des öffentlichen Wohles" abgeschlossenenVertrag. Er wolle Philipp August helfen gegen Eichard,König von England, dessen Neffen, Grafen Otto, gegen denGrafen Balduin von Flandern, den Erzbischof Adolf von Kölnund alle andern Feinde des Königs, wo immer seine Ehre esgestatte, und Zeit und Ort dafür geeignet seien." 1 )

Durch dieses Bündnis wollte Philipp den englischenKönig an einer nachdrücklichen Unterstützung Ottos hindern(einen unmittelbaren Nutzen hat er davon niemals gehabt),dann aber wandte er sich der Bekämpfung seiner Gegner inDeutschland zu. Nachdem er noch im Sommer die oberrheinischenAnhänger des Weifen niedergeworfen 2 ) und am 8. Septembereinen glänzenden Reichstag in Mainz gehalten hatte, 3 ) bracherzu Anfang des Herbstes gegen die Hauptstellung des Gegners,das Kölner Bistum auf. In den ersten Tagen des October stander an der Mosel. Vergeblich suchte ihm Otto, der mit Erz-bischof Adolf am entgegengesetzten Ufer lagerte, den Ueber-gang zu wehren; nach kurzem, verzweifeltem Kampfe zogensich die Seinen vor dem Feinde zunächst in ihr Lager unddann weiter auf Andernach zu zurück. Hinter den Abziehen-

i) M. G Leg. ir, 202; vgl. Wiukelmann I, 155.

2) Ann. Marb. M. G. 17, 169. Chron. TJrsp. p. 368.

3) Über den Tag gehen die Quellen auseinander. Ann. Marb. habenden 15. August, Chron Samp. und Braunschw. Reimchr. den 8. Sept.,Reiner ,.nm den 1. Oktober." Nach der Ausführung Fickers reg.imp. uo. 57 dürfte der 8. Sept. als erwiesen gelten.