I. Kapitel.
Adolfs Jugend; sein Verhalten als Dechantund Probst der Kölner Kirche.
In einer niederrheinischen Urkunde vom Jahre 1068begegnet uns zum ersten Mal der Name eines Mannes, dessenNachkommen bestimmt wären, in der Geschichte der Erz-diözese Köln und des Reiches eine grosse Rolle zu spielen,es ist Adolfus, advocatus de Monte, der Stammvater derspäteren Grafen von Berg. 1 ) Rasch kam das Geschlecht indie Höhe; schon der gleichnamige Sohn Adolfs erscheint imJahre 1101 als comes de Monte 2 ) und behält seitdem diesenTitel bei. Gegen die Mitte des Jahrhunderts sind die Grafenvon Berg die mächtigsten Herren weit und breit, und keineder edlen Familien in Rheinland und Westfalen konnte sichmit ibnen an Reichtum und Bedeutung messen. ZwischenBhein und Lenne, Sieg und Ruhr erstreckte sich weit überfränkische und westfälische Erde ihr grosser Familienbesitz.Ein Spross dieses Hauses ist auch Erzbischof Adolf.
Wahrscheinlich wurde er um das Jahr 1157 geboren. 1 )Sein Vater war Graf Eberhard von Altena. Dieser, der älteste
') Lacomblet, Niederrheinisches Urkundenbuch I, 137.
2 ) Hontheim, hist. dipl. I, 477 u. Martene, coli. ampl. I, 58?).
8 ) Völlige Sicherheit über das Geburtsjahr Adolfs ist nicht zu er-langen, weil direkte Quellenbelege dafür fehlen, aber er kann nichtspäter und auch nicht viel früher als 1157 geboren sein. Ich stelle hierdie verschiedenen Angaben zusammen, die auf sein Alter schliessen lassen:
1. Im Jahre 1182 wurde er zum Domdechanteu erwählt, mit welcherWürdesteis die eines Archiiliakoiis verbunden war. Da nach den Bestimmun-
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