56
gemeiner Zufriedenheit geregelt, und sorglos kehrte "der Königmit dem Legaten und Adolf nach Köln zurück; er ahntenicht, dass seine Selbstsucht und sein Eigennutz inzwischeneine Gefahr heraufbeschworen hatten, gegen welche die ebenüberstandene Kinderspiel war.
V. Kapitel.
Adolfs Entzweiung mit Otto.
Als der Kölner Erzbischof einst mit seiner ganzen Machtfür das Königtum des Weifen eingetreten war, als er dem-selben Opfer auf Opfer gebracht, die bischöflichen Einkünfteverschleudert, den Kirchenschatz verpfändet hatte, war erder Meinung gewesen, zugleich im eigenen Interesse zu handeln.Wie aber stutzte er, da er auf einmal wahrnehmen musste, dass ernicht nur umsonst gearbeitet habe, dass auch Otto und seineBrüder im Begriffe ständen, ihn in seiner fürstlichen Stellungzu gefährden. Zweimal (am 12. Juli 1198 u. 3. Febr. 1201)hatten sie ausdrücklich die Rechte der Kölner Kirche aufdas Herzogtum Westfalen anerkannt und eidlich von jederZurückforderung des väterlichen Besitzes, soweit er der Erz-diözese zugefallen war, Abstand genommen, aber seit denErfolgen der letzten Zeit gingen sie deutlich genug auf dieWiederherstellung der alten Weifenmacht aus. ErzbischofHartwich von Bremen hatte bei seiner Unterwerfung denPfalzgrafen mit Stade belehnen müssen, 1 ) zur Ausstattung
drische Fehde sich in der zweiten Hälfte des Jahres 1202 abspielte, undich kann nicht begreifen, wie Winkelmann selbst nach der Durchsichtder chron. reg. Col. (II, 531) noch an seiner Anordnung, die Vorgängeauf zwei verschiedene Jahre, Sommer 1202 (I, 250) und Herbst 1203 (I,310) zu verteilen, fest halten konnte. Gegenüber der Bestimmtheit derKönigschronik sinkt seine ohnehin schwach gestützte Annahme zurvagen Hypothese herab.
!) Braunsch. Reimchr. v. 5666 ff.